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Gemeinsam für mehr Cybersicherheit

Die zunehmende digitale Vernetzung vereinfacht unser Privatleben und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Doch gleichzeitig nehmen die Sicherheitsbedrohungen durch Cyberattacken zu. Politik und Wirtschaft setzen sich gemeinsam zur Wehr.

Gemeinsam für mehr Cybersicherheit

Ob die Digitale Fabrik oder die ultimative Vernetzung von Informationen und Systemen in all unseren privaten Lebensbereichen: Was vor 25 Jahren noch als pure Science-Fiction galt, ist heute unser ganz normaler Begleiter im Alltag. Die Digitalisierung vereinfacht nicht nur viele Facetten des privaten Lebens. Sie ist mittlerweile Grundlage für eine globale Wettbewerbsfähigkeit. 

 

Doch wo viele Informationen lagern und Vermögenswerte auf dem Spiel stehen, sind kriminelle Kräfte nicht weit: Die Zahl der Cyberangriffe nimmt insgesamt gewaltig zu. Allein im Jahr 2016 belief sich der Schaden durch Attacken aus dem Internet weltweit auf mehr als 500 Milliarden Euro. Dabei hat sich die Cyberkriminalität zu einem regelrechten Wirtschaftsfaktor entwickelt. So liegt – etwa in europäischen Ländern – der Anteil der Schäden am Bruttoinlandsprodukt bei bis zu 1,6 Prozent. 

WannaCry: Das Schadprogramm zeigte sich im Mai 2017 auch auf Anzeigetafeln der Deutschen Bahn.
WannaCry: Das Schadprogramm zeigte sich im Mai 2017 auch auf Anzeigetafeln der Deutschen Bahn.

Angriffe aus dem Internet

Doch nicht nur die üblichen Personalcomputer sind Ziel von Hacker-Angriffen. Spätestens das Schadprogramm Stuxnet, das 2010 weltweit für Schlagzeilen sorgte, führte der Industrie vor Augen, dass sich die Grenzen zwischen der Bürowelt und den Infrastrukturen zur Steuerung industrieller Anlagen mit der fortschreitenden Digitalisierung auflösen. Seitdem Maschinen und Anlagen von Spezialsoftware gesteuert werden, müssen sich deren Betreiber auf alles einstellen, was schon aus der IT-Welt bekannt ist – das Schadprogramm WannaCry machte dies erst im Mai 2017 weltweit wieder deutlich. Und der Umfang der Cybersicherheits-Risiken wird in Zukunft weiter zunehmen. Produkte, Lösungen und Services enthalten immer mehr Software, die vielfach auch in kritischen Infrastrukturen verwendet wird. Das Resultat: Schon heute kommunizieren mehr als acht Milliarden Geräte wie Maschinen, Anlagen, Sensoren und Produkte miteinander – rund 30 Prozent mehr als noch 2016. Und: Bis 2020 wird sich diese Anzahl nochmals spürbar erhöhen – auf mehr als 20 Milliarden.  

 

Kritische Infrastrukturen und sensible Daten schützen

Kritische Infrastrukturen und sensible Daten schützen

Die Herausforderung betrifft öffentliche Infrastrukturen, die Industrie, den Energiebereich und das Gesundheitswesen gleichermaßen. Weltweit befürchten Unternehmen, dass die Vernetzung von Maschinen und Anlagen neben wirtschaftlichen Vorteilen eben auch große Sicherheitsrisiken schafft. „Doch wenn die Industrie dabei auf ein durchgängiges Sicherheitskonzept setzt, sind die Risiken beherrschbar“, stellt Natalia Oropeza, Leiterin der Abteilung Cybersecurity bei Siemens fest. So entwickelt das Unternehmen für seine Geschäftsfelder etwa ausgeklügelte Lösungen zum Schutz vor Cyberkriminalität. Diese reichen etwa von Softwarepaketen für den stets aktuellsten Sicherheitsstand bei Unternehmen über Authentifizierungsverfahren bis hin zu Monitoring-Lösungen, die nahezu in Echtzeit Cyberangriffe identifizieren und melden, sodass frühestmöglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

Warum Siemens eine globale „Charter of Trust“ ins Leben ruft

Mit einer Charter of Trust hebt Siemens das Thema Cybersecurity auf eine neue Ebene. Gemeinsam mit IoT-Marktführern wie Daimler oder IBM startet eine schlagkräftige globale Initiative: Zukunftsprodukte aller Partnerunternehmen sollen ab sofort nach ambitionierten Cybersecurity-Prinzipien designt und umgesetzt werden. Wie, das erklären Eva Schulz-Kamm, Leiterin von Siemens Government Affairs, und Natalia Oropeza, Leiterin der neuen Unternehmensabteilung Cybersecurity, im Interview.

Taten statt Warten: Natalia Oropeza (links) und Eva Schulz-Kamm.
Taten statt Warten: Natalia Oropeza (links) und Eva Schulz-Kamm.

Siemens betont immer, Cybersecurity habe oberste Priorität für das Unternehmen. Warum ist das Thema so wichtig?

 

Natalia Oropeza: Ob Roboter in der Produktion, medizinische Geräte oder Stromnetze – heute ist alles vernetzt. Das Risiko eines Datenklaus oder einer Datenmanipulation steigt ständig. In drei Jahren werden mehr als 20 Milliarden Geräte im Internet of Things verbunden sein. Die für uns so lukrative Digitalisierung ist nur erfolgreich, wenn Kunden auf die Integrität der Daten bauen können.

 

Eva Schulz-Kamm: Die Bedrohung für uns ist die eine Seite. Auf der anderen Seite haben wir auch die große Chance, das Geschäft deutlich zu erweitern. Unsere Kunden sind bei der Digitalisierung oft noch vorsichtig. Zu Recht, denn aktuell fehlt es an international verbindlichen Regeln für Cybersecurity. Das wollen wir jetzt ändern: Wir als Topanbieter für sichere Produkte für Industrie 4.0, Mobilität oder Medizintechnik haben eine globale Initiative gestartet, damit sich Vertrauen in das Internet der Dinge auf breiter Basis etablieren kann.

Natalia Oropeza

Wie baut Siemens Vertrauen auf?

 

Schulz-Kamm: Zunächst, indem wir selbst absolut transparent sind, was kritische Vorfälle betrifft. Aber wir wollen stärker nach vorn schauen: Cybersecurity ist ein komplexes und anspruchsvolles Thema. Wir sind mit vielen Geschäften erfolgreich am Markt wie zum Beispiel Plant Security Services, wo wir Risiken in Fabriken analysieren und Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, oder unsere Cybersecurity Services für Energieversorger oder Netzbetreiber. Diese Best Practices wollen wir mit einer Community teilen aber auch wir wollen weiter dazulernen. Bislang gibt es in der Industrie nur einige Inseln des Vertrauens, die wollen wir nun in einem mutigen Schritt verbinden. Dabei warten wir nicht auf regulatorische Eingriffe oder Standardisierung. Wir nehmen das Heft selbst in die Hand und werden ein Spielfeld schaffen, auf dem für alle dieselben Regeln gelten.

Eva Schulz-Kamm

Und das heißt konkret?

 

Schulz-Kamm: … dass wir gemeinsam mit starken Partnern eine Charter of Trust entworfen haben, die Cybersecurity international auf eine neue, viel umfassendere Grundlage stellt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben wir zehn elementare, verbindliche Prinzipen vorgestellt, zu der sich die Unterzeichner verpflichten. Das sind Grundpfeiler, die eine Charta des Vertrauens zwischen Gesellschaft, Politik, Geschäftspartnern und Kunden etablieren sollen.

 

Oropeza: Und Siemens ist Initiator dieser Charta! Ich bin erst seit Kurzem bei Siemens und habe noch den Blick von außen. Ich finde es toll, dass das Unternehmen diesen mutigen und entschlossenen Schritt geht. Das ist eine große Chance, das enorme Know-how bei Cybersecurity zu verbreitern.

30 Jahre Cybersicherheit

Jahrzehntelange Expertise

30 Jahre Cybersicherheit bei Siemens

30 Jahre Cybersicherheit bei Siemens

Digitalisierung und Cybersicherheit müssen sich gemeinsam weiterentwickeln – bei Siemens gilt dieses Credo schon mehr als 30 Jahre. War es 1986 ein kleines IT-Security-Team mit einer Handvoll Mitarbeiter für die Netzwerksicherheit, ist die Bandbreite heute wesentlich größer. Siemens überprüft Industrieanlagen weltweit auf mögliche Bedrohungen aus dem Internet, warnt Firmen bei Sicherheitsvorfällen und koordiniert proaktive Gegenmaßnahmen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen heute rund 1.275 Experten für Cybersicherheit und ist somit breit aufgestellt, wenn es darum geht, Kunden, aber auch sich selbst mit sicheren Produkten und Systemen zu versorgen. Zudem gehört das Thema Cybersicherheit zu den sogenannten Company Core Technologies von Siemens. Das sind Technologie- und Innovationsfelder, die für das Unternehmen strategisch von größter Bedeutung sind und in denen Siemens eine technologische Führungsrolle anstrebt.

Im Industrial Security Lab von Siemens China.
Im Industrial Security Lab von Siemens China.

Künftige Herausforderungen stets im Blick

Somit verfügt das Unternehmen über eine enorme Expertise auf dem Feld der Cybersicherheit und deren zunehmenden Herausforderungen. Das gilt vor allem mit Blick auf MindSphere, das offene, Cloud-basierte IoT-Betriebssystem von Siemens, das Datenanalyse, vielfältige Konnektivität, Werkzeuge für Entwickler und Applikationen in sich vereint. Denn mittlerweile sind hier bereits über eine Million Systeme verschiedenster Kunden angebunden, die geschützt werden müssen – Tendenz steigend.

 

Aber nicht nur die Industrie steht im Fokus des Unternehmens. Siemens bietet auch Cybersicherheits-Dienste für Versorger und Stromnetzbetreiber sowie für das Gesundheitswesen an.

Einer für alle, alle für einen: die „Charter of Trust“

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Startschuss für globale Cybersecurity-Standards: Die Unterzeichnung der Charter of Trust auf der MSC.

Um mit dem kontinuierlichen Fortschritt auf dem Markt und den Bedrohungen durch kriminelle Aktivitäten Schritt zu halten, kann aber selbst ein Industriegigant wie Siemens des Themas nicht allein Herr werden. Vielmehr müssen Unternehmen und Regierungen an einem Strang ziehen und gezielt handeln. Deshalb hat Siemens gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Politik und Gesellschaft im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) am 16. Februar 2018 die Initiative „Charter of Trust“ gestartet. In diesem Dokument skizzieren die Unterzeichner die Schlüsselprinzipien, die sie für unabdingbar halten, wenn es darum geht, neues Vertrauen zwischen Gesellschaft, Politik, Geschäftspartnern und Kunden aufzubauen und die digitale Welt insgesamt sicherer zu machen. Denn ohne Vertrauen – darin stimmen alle Unterzeichner überein – wird der erhoffte wirtschaftliche Erfolg nicht erreichbar sein. Und der Kreis der Unterzeichner wächst: erst auf der Energiekonferenz CeraWeek in den USA sind im März weitere globale Unternehmen der Charta beigetreten. Trotz dieser intensiven Anstrengungen, der Cyberkriminalität gemeinsam entgegenzuwirken, gilt weiterhin: Einen 100-prozentigen Schutz wird es nie geben. Es bleibt ein Katz-und-Maus-Spiel. Doch die Cybersicherheits-Experten aus Forschung und Industrie haben die Herausforderung angenommen. Denn: Menschen und Unternehmen müssen sich auf die Sicherheit digitaler Technologien bestmöglich verlassen können; nur so werden sie den Weg hin zu einer digitalen Welt mitgehen.

Cybersicherheit bei Siemens

Cybersicherheit für kritische Infrastrukturen
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Mit Hightech und Honigtöpfen gegen Hacker
Wie schaffen wir Vertrauen in das digitale Zeitalter?
Die Cyber-Wächter
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Das Gehirn eines Energiesystems
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