Herausragende Erfindung

Innerhalb von nur neun Jahren schafft es das Healthineers-Team von Edgar Mueller, Mariappan Nadar, Michaela Schmidt und Michael Zenge, aus mathematischer Grundlagenforschung eine neue Aufnahmetechnik für Magnetresonanztomographen zu etablieren, die die Aufnahmezeit drastisch verkürzt.

Schnellere Aufnahmen des schlagenden Herzens

Schnellere Aufnahmen des schlagenden Herzens

Bis ein neues mathematisches Verfahren in der Industrie Anwendung findet, vergehen in der Regel viele Jahrzehnte. Nicht so bei Compressed Sensing. Nach sensationell kurzer Entwicklungszeit bildet dieses mathematische Modell jetzt die Grundlage dafür, dass sich Scan-Zeiten in MR-Tomographen von sechs Minuten auf  unter 25 Sekunden verkürzen. Bei Aufnahmen des schlagenden Herzens verkürzt sich die Scanzeit so von sechs Minuten auf 25 Sekunden. Es ist nun nicht mehr notwendig, dass Patienten über längere Zeit die Luft anhalten, um scharfe Bilder zu erhalten. 

Dr. Edgar Mueller

Der Teamleiter

Dr. Edgar Mueller hat in Stuttgart Physik studiert und war 1983 direkt im Anschluss bei der ersten großen Einstellungswelle bei Siemens Healthineers für die gerade eröffnete MR-Forschung dabei. Ursprünglich wollte Mueller nur für die Zeit seiner Promotion dort bleiben und sich dann dem Pharmabereich zuwenden. Doch die MR-Entwicklung war so spannend, dass Mueller seit über drei Jahrzehnten der MR treu geblieben ist. Zunächst arbeitete er an allgemeiner Systementwicklung, dann entwickelte der Forscher bereits ab 1991 über  zwölf Jahre hinweg die neurofunktionelle Bildgebung (fMRI, functional Magnetic Resonance Imaging), die Denkvorgänge sichtbar machen kann. Seit 2005 baute er die kardiovaskuläre MR-Bildgebung aus, zu der auch Compressed Sensing gehört. Seit 2016 verantwortet er das Innovations- und Technologiemanagement bei MR.

Michaela Schmidt

Die Applikationsentwicklerin

Michaela Schmidt absolvierte ihre Ausbildung zur medizinisch-technischen Radiologieassistentin am Uniklinikum in Erlangen. Später arbeitete sie am Zürcher Universitätsklinikum als Forschungsassistentin im Bereich der Magnetresonanztomographie. 1999 zog es sie zurück nach Erlangen zu Siemens MR, wo sie bis heute als Applikationsentwicklerin in der Forschung und Entwicklung für kardiovaskuläre Bildgebung tätig ist. Schmidts Aufgabengebiet umfasst die Entwicklung der Workflows bei MR Untersuchungen, die Kooperation mit klinischen Partner und die Beurteilung und Verbesserung der Bildqualität.

Dr. Mariappan Nadar

Der Algorithmus-Spezialist

Dr. Mariappan Nadar studierte in Mumbai, Indien, Elektrotechnik und siedelte für das Masterstudium in die USA über. Bereits in seiner Doktorarbeit beschäftigte sich Nadar mit Verfahren der computergestützten Bildgebung, der Super Resolution. Seit 1995 forscht er in Princeton, New Jersey, zunächst für Corporate Technology, jetzt für Siemens Healthineers, an Verfahren zur medizinischen Bildgebung. Zusammen mit Edgar Mueller entwickelte er die neurofunktionale Bildgebung, anschließend widmete er sich dem Compressed Sensing. Heute liegt sein Forschungsschwerpunkt auf Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in der Bildgebung. 

Michael Zenge

Der Ingenieur

Dr. Michael Zenge hat in Aachen Elektrotechnik studiert, sich auf Signalverarbeitung spezialisiert und am Universitätsklinikum in Essen über Angiographie promoviert. Mit dieser Arbeit gewann er bei Siemens den „Young Investigator Award“.
Damit begann Ende 2006 seine Tätigkeit bei Siemens Healthineers. Im Team von Edgar Mueller arbeitete er an Vorentwicklungsthemen zu Kardiobildgebung. Das Potenzial von Compressed Sensing für die Anwendung in MR war dem Ingenieur sofort klar. Nach dem Forschungsprojekt arbeitete Zenge drei Jahre als Kollaborationsmanager an der Universität von New York mit den Radiologen und Ingenieuren, die mit Siemens Healthineers zusammenarbeiten. Jetzt arbeitet Zenge wieder in Erlangen.

So eine tolle Zusammenarbeit, die schließlich in einem großen Erfolg mündet, haben wir noch nie erlebt. Weil wir alle aus völlig unterschiedlichen Bereichen kommen, konnte jeder einen wichtigen Beitrag leisten und wechselseitig voneinander lernen.

Gewinner Herausragende Erfindung
Erfinder Team Erlangen