Talente

Hinter Produkten des täglichen Bedarfs wie Nasenspray oder Eis am Stiel mit Schokoüberzug stecken hoch komplexe Industrieanlagen, die diese Produkte voll automatisiert herstellen. Gesteuert werden sie häufig von einem Siemens-Leitsystem namens PCS 7, das bereits seit über 20 Jahren erfolgreich auf dem Markt ist. Erfinder Benjamin Lutz arbeitet bei Process Industries and Drives permanent daran, es zu verbessern.

An der Fertigung der Zukunft forschen

An der Fertigung der Zukunft forschen

Anregungen für neue Funktionen des Leitsystems bekommt Lutz häufig bei Anwendern und Kunden, in deren Fabriken Leitsysteme sehr lange in Betrieb sind. Sie steuern beispielsweise in der Pharmaindustrie, wann welche Wirkstoffe zusammengemischt werden. Dafür öffnen sie Ventile, setzen Pumpen in Gang oder messen die Temperatur während des Produktionsprozesses. „Oberstes Gebot ist: Die Anlage muss unterbrechungsfrei laufen“, erklärt Lutz. Jeder Stillstand bedeutet Produktionsausfall und potentiellen Schaden an Mensch oder Maschine.

Produktionsprozesse virtuell durchspielen

Produktionsprozesse virtuell durchspielen

Heute geht der Trend dahin, die Anlagen schnell für die Herstellung verschiedener individueller Produkte und Produktvarianten umrüsten zu können. „Damit die Produktion unterbrechungsfrei stattfinden kann, muss das Leitsystem alle geänderten Parameter reibungslos in den Betrieb einketten“, erklärt Lutz. Um dies zu testen, kann Lutz auf so genannte digitale Zwillinge der Anlage zurückgreifen. Dort gibt er die Änderungen ein und spielt den Produktionsprozess virtuell durch. Erst wenn alles funktioniert, wird die Anlage in der Fabrik umgestellt.

Ein Patent sorgt für Sicherheit

Ein Patent sorgt für Sicherheit

Alle Ideen schreibt Lutz konsequent in ein Notizbuch, das er immer bei sich hat. Wenn sich eine Idee als gut erwiesen hat, aber gerade nicht dringend verwirklicht werden muss, reicht Lutz sie trotzdem zur Absicherung als Erfindungsmeldung ein. Dass er Ingenieur werden wollte, stand für Lutz bereits in der Schulzeit fest. Er entschied sich für das Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität seiner Heimatstadt Karlsruhe. „Da spielt Informationstechnik genauso eine Rolle wie Automobiltechnik, Medizintechnik, Optikdesign, eingebettete Systeme und Mikrosysteme.“ All diese Kenntnisse kommen ihm bei Siemens zugute.

Das Schöne am Patent ist ja, dass man die Idee später wieder aufgreifen kann ohne dass diese durch die Konkurrenz streitig gemacht werden kann.

Dr. Benjamin Lutz, Ingenieur
Erfinder Dr. Benjamin Lutz