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Digitalisierung – die Fakten

Digitalisierung verändert alles

Ducati – eine prestigeträchtige Marke mit leidenschaftlichen Fans. Doch mit Leidenschaft allein lässt sich kein Geld verdienen. Deshalb legt das Unternehmen großen Wert auf Innovation und profitiert dabei von der Digitalisierung. Ducati ist nur ein Beispiel. Ob Gasturbinen, Züge oder medizinische Bildgebungstechnologien: Durch das Zusammenwachsen von realer und digitaler Welt verändern sich Wirtschaft und Gesellschaft – so gut wie alles.

Grundlage dafür sind Daten. Sie sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts und vermehren sich im Gegensatz zum Erdöl rasant. Sensoren erfassen unsere Welt so präzise wie nie zuvor. Ob der Pulsmesser beim Joggen, oder das Navigationssystem im Auto: Wir produzieren ständig Daten. Das gilt aber nicht nur für das Privatleben, sondern ebenso für die Industrie. Ob es nun um die Temperatur von Motoren oder um die Last in Stromnetzen geht: Ständig wird gemessen, gespeichert und analysiert. So werden im Jahr 2020 die weltweiten Datenbestände voraussichtlich 44 Zettabyte erreichen, das ist eine Verzehnfachung in sieben Jahren. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Im Gegenteil – bis 2025 sollen sogar 180 Zettabyte erreicht werden.

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Reale und virtuelle Welt wachsen zusammen

Für Siemens bedeutet Digitalisierung die Anwendung neuer Technologien wie Datenanalytik, Cloud oder das Web of Systems. Die virtuelle wird mit der realen Welt verschmelzen. So will das Unternehmen seinen Kunden eine Steigerung der Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette bieten, von Design und Engineering über den Betrieb und die Produktion bis hin zum Service. Konkret bedeutet das: kürzere Time-to-Market, mehr Flexibilität, minimale Ausfallzeiten von Systemen.

 

Mit sieben bis neun Prozent jährlich ist die Digitalisierung das wichtigste Wachstumsfeld für Siemens. Der große Vorteil gegenüber reinen Softwareunternehmen liegt in der rund um den Globus installierten Hardware des Unternehmens – beispielsweise in Zügen, Windkraftanlagen und Fertigungsstrecken. Diese will Siemens mit seiner Softwarekompetenz erweitern, um Mehrwert für seine Kunden zu schaffen. Dazu beschäftigt das Unternehmen rund 17.500 Softwareentwickler.

Umwälzung der Märkte

Der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter beschrieb kreative Zerstörung – »Creative Destruction« – als den Goldenen Weg zu nachhaltigem Wachstum. Neue Technologien bereiten den Boden für überlegene Geschäftsmodelle, die den alten den Garaus machen. Einst waren dies die Erfindung der Dampfmaschine oder des automatischen Webstuhls. Heute verändern die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung ganze Märke. Ein bekanntes Beispiel ist Uber, die neue Form der Fortbewegung in Städten: ein Angebot, das den Lebensgewohnheiten einer globalisierten Gesellschaft entspricht und alte Strukturen aufbricht. Auch im Motorradmarkt hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Für Motorradhersteller sind – ähnlich wie in der Automobilindustrie – Entwicklungszeit, Modell-Updates und Produktionskosten Stellschrauben für den Erfolg. Das hat der italienische Motorradhersteller Ducati erkannt und frühzeitig begonnen, den digitalen Wandel für sich zu nutzen.

Digitale Motorräder

Ein strategischer Vorteil

Die Digitalisierung ist kein Neuland für Ducati. Bereits 1998 wurde in Bologna die erste NX-Installation – damals noch Unigraphics – in Betrieb genommen. Seitdem hat sich nicht nur der Entwicklungsprozess des Unternehmens grundlegend verändert. Auch in den Motorrädern steckt immer mehr Elektronik und Software. Wie wichtig das Thema ist, erklärt Andrea Forni, Entwicklungschef von Ducati.

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Herr Forni, haben Sie ein Lieblingsmotorrad?

Es gehört zu meinen Aufgaben, viele verschiedene Motorradtypen zu testen – nicht nur Motorräder von Ducati, sondern auch Motorräder von unseren Mitbewerbern, die wir als Referenz nutzen. Ich finde alle Ducati-Motorräder großartig, aber wenn ich mich wirklich für eines entscheiden sollte, dann wäre es die Panigale 1199 Superleggera.

 

Was hat Digitalisierung mit Ducati-Motorrädern zu tun?

Die Digitalisierung der Welt schreitet voran, und auch unsere Produkte folgen diesem Trend. Ein ganz offensichtliches Beispiel ist das Design unserer Motorräder, denn hierbei setzen wir die Möglichkeiten ein, die uns die Digitalisierung bietet.

 

Ihre Produkte verfügen bereits über Software. Welche Vorteile hat das für Ducati-Fahrer?

Wir nutzen Software, um die Leistungsfähigkeit wie auch die Sicherheit zu verbessern. Beispielsweise kann die Ducati Traction Control (DTC, Traktionskontrolle) je nach Interventionsniveau einem erfahrenen Rennfahrer helfen, die Rundenzeit auf der Rennstrecke zu verkürzen oder aber die Sicherheit beim Fahren auf glatten Flächen auf öffentlichen Straßen zu erhöhen. Für künftige Produkte werden wir immer mehr Fahrassistenzsysteme einführen. Darüber hinaus werden wir die Infotainmentsysteme verbessern. Motorräder haben hier Potenzial, das sich aber natürlich ziemlich vom Auto unterscheidet.

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Warum ist die Digitalisierung ein Thema für Sie als Motorradhersteller?

Die Digitalisierung bietet uns die strategische Chance, unsere Produkte zu verbessern und die Design- und Entwicklungsprozesse für unsere Motorräder zu optimieren. Dank der Digitalisierung können wir zahlreiche Projekte gleichzeitig mit einer durchgängigen Vorgehensweise in der Konstruktion sehr effizient entwickeln. So können wir beispielsweise durch die Digitalisierung mit unseren Zulieferern unabhängig von ihrem Standort zusammenarbeiten. Das beschleunigt den Entwicklungsprozess.

 

Die Digitalisierung fördert die Automatisierung von Produktionsumgebungen, und es wird über komplett automatisierte Werke nachgedacht. Handwerkliches Können ist jedoch Teil der Philosophie von Ducati. Von welcher Entwicklung gehen Sie hier aus?

Die Motorradmontage ist ein sehr komplexer Vorgang, der nicht komplett automatisiert werden kann. In der Produktion nutzen wir die Digitalisierung, um den Mitarbeitern zu helfen, ihre Arbeit besser und mit weniger Aufwand ausführen zu können – jedoch nicht, um sie zu ersetzen. Darüber hinaus ist die manuelle Montage ein Leistungsmerkmal, mit dem sich Ducati von seinen Mitbewerbern abhebt.

 

Hätten Sie sich vor 20 Jahren die heutige Arbeitsweise vorstellen können?

Die Geschwindigkeit, in der neue Technologien sich entwickeln, ist so hoch, dass es sehr schwer gewesen wäre, vorherzusagen, was in nur wenigen Jahren passiert ist.

In Bologna sagt man stolz: »Unsere Motorräder haben eine Seele.« Wer durch die Werkshallen am Stammsitz im Stadtteil Borgo Panigale läuft, kann das spüren. Die Begeisterung und die Liebe zum Produkt liegen in der Luft.

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Valentino Tesoniero

Supervisor Produktionsstrecke, seit zehn Jahren bei Ducati

»Ich bin mit Motorrädern aufgewachsen. Deshalb arbeite ich bei Ducati. Es ist mehr als ein Job, es ist pure Leidenschaft. Die Digitalisierung hilft uns, Fehler zu vermeiden. Früher haben wir mit einem klassischen Drehmomentschlüssel geschraubt. Heute speichert ein elektrischer Schlüssel jeden Handgriff – zur Sicherheit unserer Kunden. Für mich ist das die Zukunft.«

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Lorena Signinolfi

Gruppenleiterin Vormontage, seit 16 Jahren bei Ducati

»Die Digitalisierung macht unsere Motorräder schneller und zuverlässiger. Darauf bin ich stolz. Denn wenn man jedes Einzelteil eines Motorrads kennt, wächst die Leidenschaft. Bevor ich hier angefangen habe, konnte ich wenig mit Motorräder anfangen. Heute liebe ich sie! Ducati lässt die Träume von Menschen wahr werden – das ist etwas ganz Besonderes.«

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Antonio Buonaparte

Montage Motoren, seit fünf Jahren bei Ducati

»Natürlich kenne ich Siemens – der Name ist weltbekannt! Ich finde es gut, dass wir zusammenarbeiten, denn die Digitalisierung gibt uns neue Möglichkeiten, immer besser zu werden. Man muss mit der Zeit gehen. Unsere Motoren zum Beispiel sind heute so stark wie nie zuvor. Das ist wichtig, damit wir erfolgreich bleiben.«

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Emanuele di Todaro

Endmontage Motorräder, seit fünf Jahren bei Ducati

»Ich bin ein Motorrad-Freak und fahre selbst eine Ducati – wie die meisten hier. Und im Sommer gehen wir auch zusammen auf Tour. Klar, dass uns die Arbeit Spaß macht. Digitalisierung und Handwerk sind kein Widerspruch. Der Fortschritt macht mir meine Arbeit leichter. Ich bin gespannt auf die Zukunft!«

 

Eine Ducati entsteht

Italienische Handwerkskunst – digitalisiert

Handarbeit und Leidenschaft zum Produkt sind Teil des Mythos, der Ducati umgibt. Wenn es um wirtschaftlichen Erfolg geht, ist ein Mythos aber kein profitables Investment. Deshalb hat die Digitalisierung bei Ducati Einzug gehalten – und die Seele im Motorrad ein klein wenig flotter gemacht.

Eine Ducati ist nicht irgendein Motorrad. Das zeigt schon, dass es ein eigenes Wort für die Fahrer der roten Zweiradträume gibt: »Ducatisti«. Einzigartiger Sound, formvollendetes Design und ein Hauch Rennsport-Flair – das ist die Mischung, die ein Ducatisti-Herz höher schlagen lässt. 28 Modelle hat die Motorradschmiede im Angebot. Im Stammwerk Borgo Panigale wurden 2015 mehr als 43.000 Motorräder montiert, weltweit sogar über 54.000 – Rekord für Ducati. Dabei setzt das Unternehmen in der Produktion auf Bizeps statt Roboterarme. In der Via Antonio Cavalieri Ducati wird weitestgehend von Hand geschraubt. So dauert es etwa 90 Minuten, bis ein Motorrad vollständig montiert ist.

 

Von der Handwerkskunst seiner Mitarbeiter möchte sich das Unternehmen nicht lösen. Trotzdem müssen Effizienz und Produktivität gesteigert werden, um in einem starken Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu sein. Um diese Herausforderung zu meistern, setzt Ducati auf Siemens als starken Partner für die Digitalisierung des Entwicklungsprozesses. Die PLM-Lösung von Siemens hat das Tempo der Produktentwicklung rasant beschleunigt. Früher lief die Entwicklung Schritt für Schritt nacheinander ab. Nun, mit der Siemens-NX-Software, arbeiten mehrere Teams parallel am gleichen Projekt. Ein neues Modell wird um ein Vielfaches schneller entwickelt, obwohl der Einsatz von Elektronik und Software im Produkt massiv angestiegen ist. Die Markteinführungszeit hat sich damit von 40 auf 24 Monate deutlich reduziert. Die bestehende Modellpalette kann nun jährlich aktualisiert werden, und mit den neuen Modellen kommt gleich auch das Zubehör auf den Markt. So kann Ducati bessere Motorräder schneller entwickeln, ohne das zu verlieren, was die Marke ausmacht – begeisterte Ducatisti.

Digitalisierung – Blick in die Zukunft

»Wir gestalten die Digitalisierung«

Digitalisierung ist das größte Wachstumsfeld von Siemens. Für die Kunden ist Siemens hier ein starker Partner, wie das Beispiel Ducati zeigt. Dabei profitiert das Unternehmen von seiner langen Tradition in der Produktionstechnik. Doch die größten Veränderungen stehen noch bevor, weiß Thomas Hahn, Chief Expert Software bei Siemens.

Herr Hahn, Ducati setzt in der Entwicklung auf digitale Produkte und Lösungen von Siemens, in der Produktion aber weitgehend auf Handfertigung. Hand aufs Herz: Hat das im Hinblick auf »Industrie 4.0« und die fortschreitende Automatisierung Zukunft?

Durch die Digitalisierung wird die Fertigung flexibler und effizienter, ohne Kompromisse bei der Qualität. Für die produzierende Industrie eröffnen sich neue Möglichkeiten und Geschäftsfelder. Denn die Massenproduktion wird in Zukunft immer individuellere Kundenwünsche erfüllen können. Bisher war das in der Produktion ein ein klares »Entweder-oder«.
Heute kann man verschiedenste Produkte mit minimalen Umrüstzeiten auf einer einzigen Anlage herstellen. Es wird aber sicherlich weiterhin Handarbeit geben, denn es gibt einfach Produkte und Marken, deren Kunden darauf Wert legen.

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Die Möglichkeiten der Digitalisierung sind noch lange nicht ausgeschöpft.

Thomas Hahn, Corporate Technology

Welche Entwicklung erwarten Sie bezüglich der Digitalisierung?

Die Möglichkeiten der Digitalisierung sind noch lange nicht ausgeschöpft. Die Spezifikationsphase beginnt gerade erst. Welchen Einfluss der digitale Wandel auf die einzelnen Schritte der Wertschöpfungskette haben wird, muss erarbeitet werden. Man darf das Thema aber nicht rein technisch betrachten. Es gilt auch den politischen Rahmen zu definieren, und zwar nicht nur national. Das Internet kennt keine Grenzen. Deshalb ist es von großer Bedeutung, einen internationalen Rahmen zu schaffen. Und nicht zuletzt ist das Thema eine soziale Frage: Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt, und Berufsbilder müssen dahingehend angepasst werden.

 

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für Siemens?

Das Thema hat für uns zwei Facetten. Siemens betreibt nahezu 300 Werke weltweit. Damit sind wir auf der einen Seite selbst Anwender von Industrie 4.0 in der Produktion und profitieren von höherer Effizienz und größerer Flexibilität. Auf der anderen Seite sind wir Anbieter von digitalen Produkten und Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und insbesondere von Automatisierungslösungen. In diesem Zusammenhang verändern sich ganze Märkte – eine Entwicklung, die wir zum Teil bereits antizipiert haben und so schon heute entsprechende Lösungen anbieten können. Am deutlichsten wird das zurzeit im Servicegeschäft. Vorausschauende Wartung und Remote-Services sind Beispiele, wie wir Mehrwert für unsere Kunden bieten und selbst von den neuen Geschäftsfeldern profitieren.

 

Wir bezeichnen »Industrie 4.0« als die nächste industrielle Revolution. Wann kommt denn der große Knall?

Die Einführung der Fließbandfertigung durch Henry Ford im Jahr 1913 bezeichnet man gemeinhin als die Zweite Industrielle Revolution. Es gab damals keinen Knall, der alles verändert hat. Die Fließbandproduktion war ein Erfolgsmodell, das sich schnell verbreitet hat. Im Nachhinein war dann klar, dass diese Veränderung eine Revolution war. Ebenso wird der digitale Wandel schrittweise zu Umwälzungen führen und die Industrie auf Dauer verändern. Das haben wir bei Siemens erkannt. Bereits heute arbeiten rund 17.500 Softwareentwickler an der Verbindung von realer und virtueller Welt. Das heißt, wir erweitern unsere umfassenden Branchenkenntnisse und unser Fertigungs-Know-how um eine digitale Dimension. Deshalb sind wir für unsere Kunden ein starker Partner in der Digitalisierung.

Die Hypermotard 939 SP

Emotionen auf zwei Rädern

Leidenschaft und Software von Siemens – wo könnte sich das besser verbinden als in Italien! Aus dieser Partnerschaft entstehen einzigartige Motorräder, die Menschen auf der ganzen Welt begeistern. So wie die Hypermotard 939 SP, mit der ein glücklicher Ducatisto auf dem Weg von Bologna nach München ist.