Fiber: Neue Wege in eine nachhaltigere Zukunft

Bereiten Sie sich optimal vor auf eine nachhaltige und effiziente Zukunft – mit neuen Märkten, Materialien und Anwendungen

Innovative Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen aus dem Hause Siemens sichern Nachhaltigkeit und Effizienz in der Fiber Industry – und weit darüber hinaus. Mit unserem fundierten Bewusstsein für Trends sind wir Ihr Partner, der Sie auf dem Weg in die Zukunft kompetent begleitet.

Neue Rohstoffe und Märkte erkunden

Um unsere natürlichen Ressourcen zu schonen, sollten wir sie so effizient wie möglich einsetzen. Neue Märkte zu erschließen und eine große Anzahl von neuen, nachhaltigen Rohstoffen zu entdecken sind aus unserer Sicht wichtige Aspekte, um Ressourcen hocheffizient zu nutzen.

Neue Wege durch den Material-Dschungel erkunden

Wenn von natürlichen Ressourcen für Produkte und Anwendungen die Rede ist, denken die meisten von uns an einen sehr häufig verwendeten Rohstoff: nämlich Holz. Wie wäre es jedoch, wenn man Geld sparen könnte, die Umwelt schonen – und gleichzeitig den Wert und Ertrag von Holz als Rohstoff für eine große Anzahl „althergebrachter“ und neuer Produkte steigern könnte? Zahlreiche unterschiedliche Rohstoffe könnten in Zukunft möglicherweise als wichtige Ressourcen in der Fiber Industry eingesetzt werden. Ich denke dabei etwa an Pflanzen wie Gräser, Stroh, Bananenschalen und Eukalyptus, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind schnell wachsende und natürliche Rohstoffe, aus denen durch den Einsatz neuer Technologien Zellulose gewonnen werden kann.

Außerdem denke ich an die Herstellung etwa von Kleidung, unterschiedlichsten Verbindungen, Isolier- und Verbundwerkstoffe, oder auch an Papier und Verpackungsmaterial aus Abfallstoffen wie zum Beispiel Hopfenextrakt-Rückstände, Trester, Tomatenstiele oder Nussschalen. Diese Erwägungen sind keinesfalls unrealistisch: Die Niederlande etwa produzieren eine Nassmasse von 70.000 Tonnen Tomatenstielen pro Jahr. Diese Stiele könnten unter anderem für die Produktion von Vollpappe genutzt werden. Der Einsatz neuer Materialien wie etwa biogene Abfallstoffe und Nebenprodukte aus anderen Branchen zahlt sich nicht nur im Hinblick auf Kosten und Umweltschutz aus, sondern ermöglicht auch neuartige Produkteigenschaften wie etwa größere Stabilität oder eine besondere Haptik von Papier, Stoffen und Kartonagen.

Und in Zukunft werden sich noch viele weitere Möglichkeiten ergeben – von hochprofitablen Bioraffinerien bis zu biobasierten Chemikalien und Konsumgütern.

Holz

Als eines der bekanntesten und meistverwendeten Materialien ist Holz das klassische Beispiel für einen erneuerbaren Rohstoff.

Gras

Dank ihres schnellen Wachstums und ihrer besonderen Robustheit könnten auch Gräser in Zukunft ein wichtiger Rohstoff werden.

Eukalyptus

Eukalyptus ist eine hervorragende Alternative zu anderen Rohstoffen, weil er schnell wächst und weder Bewässerung noch der Einsatz von Pestiziden erfordert.

Tomaten/Nussschalen

Als Abfallprodukt der Nahrungsmittelindustrie sind Tomatenstiele und Schalen eine sehr gute Alternative zu Materialien, die speziell für den industriellen Einsatz angebaut werden müssen.

Neue Einsatzbereiche entdecken

Industrie und Verbraucher entdecken den Nutzen von Faserprodukten für immer mehr Zwecke – und dies keinesfalls nur aus Umweltschutzgründen. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie etwa können nachhaltige Materialien Plastikverpackungen ersetzen. Dank besserer Eigenschaften bei der Lebensmittelkonservierung sorgen sie in dieser Branche für mehr Lebensmittelsicherheit. Da Baumwolle in der Textilindustrie zunehmend durch Faserprodukte ersetzt wird, steht immer mehr Ackerfläche für den Anbau von Nahrungspflanzen zur Verfügung. In der Automobilindustrie erfreuen sich Pflanzenfasern für die Produktion leichtgewichtigen Karosserien immer größerer Beliebtheit. Und man könnte noch viele weitere Beispiele aufzählen.

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Biochemikalien in der Kosmetikindustrie

Natürliche und pflanzliche Wirkstoffe werden seit Jahrhunderten in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Der Markt für Naturkosmetik verzeichnet stetige Wachstumszahlen. Allgemein haben Verbraucher zunehmend Bedenken, Kosmetik mit synthetischen und chemischen Wirkstoffen zu verwenden. Die Kosmetikindustrie sucht deshalb nach neuen natürlichen, umweltfreundlichen Rohstoffen, die etwa bindefähig, viskositätssteigernd, texturgebend bzw. peelend sind. Wirkstoffe aus Eukalyptus sowie Zellulosefasern aus Bambus, Getreide und anderen Pflanzen sind vielversprechende organische und nachhaltige Inhaltsstoffe für Cremes, Shampoos, Gesichtsmasken, Zahnpasta, Deodorants, Duschgels mit feinen Mikropeeling-Partikeln und viele andere kosmetische Zwecke.  
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Biokraftstoffe: Umweltschutz im Tank

Nicht nur Sorgen um unsere Umwelt, sondern auch die eingeschränkte Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe sind triftige Gründe, um nach Alternativen zu suchen. Biokraftstoffe werden aus Biomasse hergestellt und sind somit erneuerbar. Außerdem gelten sie als CO2-neutral, weil ihr CO2-Ausstoß jenem entspricht, den Pflanzen durch Photosynthese in die Atmosphäre abgeben. Bioethanol spielt weltweit eine wichtige Rolle. Angesichts des ethischen Konflikts, ob Ackerflächen für den Anbau von Treibstoffen anstatt für Lebensmittelkulturen genutzt werden sollten, versuchen Fachleute herauszufinden, ob es möglich ist, nur bestimmte, ungenießbare Bestandteile von Pflanzen für die Kraftstofferzeugung einzusetzen, und erkunden außerdem, wie Zellulosefasern in ihre einzelnen Bestandteile aufgespaltet werden können. Der Einsatz von Abfallprodukten aus der Zellstoff- und Papierindustrie, wie zum Beispiel Schwarzlauge und Faserschlamm, wird in Zukunft bei der Biokraftstofferzeugung ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.