General Manager des Siemens Campus Erlangen

Der Siemens Campus Erlangen ist kein statisches, sondern vielmehr ein lebendiges Projekt, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Der Campus entsteht Modul für Modul. So sind wir in der Lage, über einen Zeitraum von rund 15 Jahren auf Veränderungen einzugehen und kontinuierlich Verbesserungen umzusetzen.

Thomas Braun, General Manager des Siemens Campus Erlangen

 

Als General Manager leitet Thomas Braun alle Themen rund um die Konzeption des Siemens Campus Erlangen.

 

2013 hat Siemens das Projekt bekanntgegeben, aktuell laufen die Bauarbeiten im ersten Modul. Was bedeutet der Siemens Campus für die Region?

Thomas Braun: „Zuerst einmal: wir liegen im Zeitplan. Die ersten Gebäude im Modul 1 sind bereits im Rohbau sichtbar. 2020 werden wir mit den Einzügen beginnen. Parallel dazu laufen die Planungen für Modul 2. Wie gerade bekannt gegeben wurde, wird das zukünftige Unternehmen Siemens Alstom seinen Firmensitz im Modul 1 haben. Das ist – wie die gesamte Investition von Siemens in den Campus – ein starkes Bekenntnis zum Standort Erlangen. Aus unserer unternehmerischen Initiative heraus entwickeln wir das derzeit geschlossene Forschungsgelände zu einem offenen und lebendigen Stadtteil. Mit attraktiver Campusstruktur, zeitgemäßen Gebäuden, moderner Büroinfrastruktur sowie großzügigen Grünflächen und Freibereichen. Dabei halten wir ganz bewusst weder an alten Gebäudestrukturen und überholten architektonischen Konzepten fest, noch wollen wir andere Unternehmen kopieren. Vielmehr entsteht hier etwas Einzigartiges und Eigenständiges.“

 

Was macht den Siemens Campus Erlangen so besonders?

Thomas Braun: „Hier möchte ich zwei Punkte besonders hervorheben. Da ist zum einen die Offenheit, für die auch Siemens steht. Sie wird schon durch die Campusstruktur offensichtlich. Sie zieht sich aber auch in die Gebäude hinein, die mit ihren offenen Bürostrukturen nach dem Siemens Office Konzept gestaltet werden – übrigens ein seit 15 Jahren kontinuierlich weiter entwickeltes Konzept, das sich inzwischen international erfolgreich etabliert hat. So wird der Campus auch für eine neue Arbeitskultur und agile Arbeitsweisen stehen, die Siemens-Mitarbeiter bereits heute und noch mehr in Zukunft motivieren und zu weiteren Innovationen von Weltrang inspirieren soll.

Als zweiten Punkt möchte ich die Nachhaltigkeit erwähnen, die bei der Planung des Campus vom ersten Tag an im Mittelpunkt stand. Der Siemens Campus wird der erste CO2-neutrale Standort von Siemens weltweit sein und das Unternehmen auf seinem Weg zu seiner angestrebten CO2-Neutralität unterstützen.“

 

Wie hat sich der Siemens Campus seit dem Wettbewerb entwickelt?

Thomas Braun: „Der Campus wurde seit dem Wettbewerb inhaltlich konsequent weiterentwickelt.

In Modul 1 erhalten die  Parkhäuser eine hochwertige Fassade, die auch im Baukunstbeirat der Stadt Erlangen hohe Zustimmung gefunden hat. Die Freiraumgestaltung lädt zum Verweilen ein mit vielfältigen Sitzmöglichkeiten, großzügigen Grünflächen und vielen schattenspendenden Bäumen.  Gemeinsam mit den Stadtwerken der Stadt Erlangen haben wir ein eigenes Blockheizkraftwerk zur nachhaltigen Energieversorgung des gesamten Stadtteils entwickelt.

In Modul 2 realisieren wir ein Empfangsgebäude, als zentralen Anlaufpunkt für Siemens im Campus. Mit einem Siemens-Empfang, einem Auditorium, einer Konferenzzone und Gastronomie wird es ein Ort sein, an dem die Mitarbeiter zusammenkommen und miteinander kommunizieren.

In Modul 3 entwickeln wir ein Laborgebäude für Forschung der Corporate Technology. In einem Living Lab können Besucher sich dabei ein Bild von der aktuellen Forschungsarbeit bei Siemens machen.

 

Die Digitalisierung ist zu einem stets präsenten Thema in der Wirtschaft geworden. Was bedeutet das für den Campus?

Thomas Braun: „Beim Stichwort Digitalisierung kann man den Campus aus zwei Blickwinkeln betrachten. Zum einen bauen wir den Campus nach dem innovativen Verfahren des Building Information Modelings – kurz BIM. Das heißt, wir bauen ihn zuerst digital und dann real. Diese digitalen Modelle aller Gebäude vereinfachen den Bau und werden uns später einen effizienteren und nachhaltigeren Betrieb ermöglichen. Die Daten für die digitalen Gebäudemodelle bildeten übrigens auch die Basis für unsere Campus App, in der jeder schon heute einen virtuellen Rundgang durch das Gelände machen kann.

Bei den Gebäuden spielen digitale und vernetze Gebäudetechnik eine große Rolle. Zum Beispiel  werten wir mit Hilfe von Siemens-Produkten und -Anwendungen die Gebäudedaten in Echtzeit  aus, um den Siemens Campus so effizient und nachhaltig wie möglich zu betreiben. Im Fokus stehen  ebenfalls digitalisierte Serviceangebote, die den Arbeitsalltag erleichtern werden.

Darüber hinaus wird der Campus auch ein Ort sein, an dem Siemens seine digitalen Geschäftsmodelle und Produkte der Zukunft entwickeln kann.“

 

Welches sind für Sie die größten Herausforderungen beim Campus-Projekt?

Thomas Braun: „Der Siemens Campus Erlangen ist kein statisches, sondern vielmehr ein lebendiges Projekt, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Wir entwickeln den Siemens Campus Modul für Modul und sind so in der Lage über einen Zeitraum von rund 15 Jahren auf Veränderungen einzugehen und kontinuierlich Verbesserungen umzusetzen. 2013 haben wir das Projekt bekannt gegeben. Auf Grundlage der Rahmenvereinbarung mit dem Freistaat Bayern, der Stadt Erlangen und der Siemens AG wurden gemeinsam der Architektenwettbewerb durchgeführt und die Baurechte für die ersten beiden Module geschaffen. Heute entstehen in Modul 1 die ersten Gebäude, die 2020 bezogen werden. Dabei war es mir von Beginn an besonders wichtig, dass man bereits in wenigen Jahren schon nach Fertigstellung der ersten zwei Module ein echtes Campus-Feeling bekommt. Als persönliche Herausforderung betrachte ich es außerdem, meine Begeisterung für das Projekt mit den Siemens-Mitarbeitern und den Menschen in Erlangen zu teilen. Alle haben eine hohe Erwartungshaltung an den Campus – den möchten wir als Team erfüllen.“

Mitglied des Vorstands von Siemens

Das neue Geisteswissenschaftliche Zentrum der Philosophischen Fakultät im Himbeerpalast und die Erweiterung der Technischen Fakultät auf dem Siemens Campus sind großartige Meilensteine mit wichtigen Entwicklungsimpulsen für den Wissenschaftsstandort.

„Das neue Geisteswissenschaftliche Zentrum der Philosophischen Fakultät im Himbeerpalast und die Erweiterung der Technischen Fakultät auf dem Siemens Campus sind großartige Meilensteine mit wichtigen Entwicklungsimpulsen für den Wissenschaftsstandort. Erlangen, Forschung auf Weltklasseniveau und das High-Tech-Unternehmen Siemens gehören untrennbar zusammen"

Bayerischer Staatsminister des Innern und für Integration

Schon immer bestand in Erlangen eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Siemens und der Wissenschaft.

„Schon immer bestand in Erlangen eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Siemens und der Wissenschaft. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Denn mit dem Siemens-Campus bekräftigen wir unser Bekenntnis zum Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Erlangen."

Oberbürgermeister von Erlangen

Mit dem Himbeerpalast entsteht in den kommenden Jahren eine Achse der Wissenschaft, die in die ganze Innenstadt ausstrahlen wird.

„Mit dem Himbeerpalast entsteht in den kommenden Jahren eine Achse der Wissenschaft, die in die ganze Innenstadt ausstrahlen wird. Im Süden ermöglichen wir mit der Ansiedelung auf dem Siemens Campus die weitere Entwicklung der Technischen Fakultät. Wir wollen die Chancen nutzen, die die direkte Nachbarschaft von Wirtschaft und Wissenschaft für den Standort Erlangen bieten."

Mit dem Siemens Campus Erlangen wollen wir Spitzenforschern aus aller Welt ein Zuhause geben.

„Die Neuordnung unserer Geschäftseinheiten in einem modernen Campus in Erlangen ist ein klares Zeichen für die langfristige Zukunftsausrichtung von Siemens in der Metropolregion. Mit dem Siemens Campus Erlangen wollen wir Spitzenforschern aus aller Welt ein Zuhause geben. Wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand zusammen arbeiten, ist das die beste Investition in die Zukunft des Innovations-Standorts Deutschland."

ehemaliger Ministerpräsident von Bayern

In Erlangen wird in den nächsten zwanzig Jahren ein hoch modernes Zukunftszentrum für das 21. Jahrhundert entstehen.

„Wer baut, der bleibt – Das klare Bekenntnis von Siemens zu Erlangen stärkt den Wirtschaftsstandort Nordbayern und gibt auch unserer Digitalisierungsstrategie im Freistaat spürbaren Rückenwind. Dieser Siemens Campus ist schon jetzt ein wichtiges Zeichen, das weit über Bayern und Deutschland hinaus wahrgenommen wird. Die digitale Zukunft hat ihre Heimat in Bayern".

CEO von Siemens Real Estate

Wir wollen ein Umfeld schaffen, das die Zusammenarbeit fördert, ein Umfeld mit kurzen Wegen, einer innovativen Arbeitsumgebung und effizienten Infrastruktur. Ein Umfeld also, das die Kreativität und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Unternehmen unterstützt und somit dazu beiträgt, ihre individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten optimal zu entfalten.

Zsolt Sluitner ist CEO von Siemens Real Estate. Die Unternehmenseinheit verantwortet die gesamten Immobilienaktivitäten des Konzerns.

Erlangen ist mit rund 25.000 Mitarbeitern der größte Siemens-Standort weltweit. Warum investiert das Unternehmen gerade hier so massiv?

Über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte hat sich der Standort Erlangen für Siemens als Kompetenzzentrum des Ingenieurswesens bewiesen und damit einen erheblichen Beitrag zur Innovationskraft des Unternehmens geleistet. Um diese Innovationskraft auch zukünftig zu erhalten beziehungsweise noch weiter auszubauen, muss das Unternehmen attraktiv für die besten Mitarbeiter von heute und die besten Köpfe von morgen sein. Dazu bedarf es neben einem zeitgemäßen Arbeitsumfeld auch einer innovativen und effizienten Infrastruktur sowie der Nähe zur Wissenschaft. Dies ist heute nur bedingt der Fall; viele Einheiten sind auf verschiedene Gebäude verteilt, ein Großteil davon ist älter als 40 Jahre und entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen


Und was heißt das für die Mitarbeiter?

Wir wollen ein Umfeld schaffen, das die Zusammenarbeit fördert, ein Umfeld mit kurzen Wegen, einer innovativen Arbeitsumgebung und effizienten Infrastruktur. Ein Umfeld also, das die Kreativität und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Unternehmen unterstützt und somit dazu beiträgt, ihre individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten optimal zu entfalten. Ein Hotel und Boardinghaus soll internationale Mitarbeiter beherbergen und so die Attraktivität des Standorts erhöhen.

Welche Bedeutung hat der Campus aus Ihrer Sicht für die Stadt Erlangen?
Der Siemens Campus Erlangen ist ein ganz besonderes Projekt. Nicht nur, weil es sich um das größte Neubauvorhaben handelt, dass wir jemals verantwortet haben. Sondern auch, weil hier in Erlangen etwas entsteht, das nicht nur das Arbeitsumfeld für viele tausend Mitarbeiter von Siemens sondern die ganze Stadt nachhaltig positiv verändern wird. Darüber hinaus ist der Siemens Campus Erlangen schon jetzt ein Paradebeispiel für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und ihren Behörden.

Wie geht es bei dem langfristig angelegten Projekt weiter?
In der Tat wird uns das Projekt die kommenden Jahre begleiten. Ein Areal von cirka 540.000 Quadratmetern auf dem derzeit rund 8.000 Siemens-Mitarbeiter arbeiten, kann nicht von heute auf morgen neu geplant, abgerissen und neu bebaut werden. Wir werden hier Zug um Zug vorgehen und gemeinsam mit den Siemens-Einheiten vor Ort die weitere Planung vornehmen. Bereits Ende 2016 wollen wir mit den Bauarbeiten beginnen. Und 2018 sollen die ersten Gebäude auf dem Gelände westlich der Günther-Scharowsky-Straße fertig sein. Dann werden wir alle bereits einen ersten Eindruck davon erhalten, wie der Siemens Campus Erlangen einmal aussehen und wirken wird.