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Klimaneutrales Wirtschaften

Siemens setzt Klimaversprechen in die Tat um

Schon bevor sich die Welt mit Unterzeichnung des Pariser Abkommens darauf einigte, den CO₂-Ausstoß zu senken, gab Siemens ein Versprechen zur Emissionsreduzierung ab, das auf dem Dekarbonisierungsprogramm des Unternehmens basiert. Bis 2030 möchte Siemens klimaneutral sein. Welche Fortschritte hat der Konzern auf dem Weg dahin schon erzielt? 

Der November 2016 war ein wichtiger Meilenstein im Kampf um die Reduktion des weltweiten CO2-Ausstoßes und die Verlangsamung des Klimawandels. Anfang des Monats, ein Jahr nach seiner Unterzeichnung, trat das Pariser Abkommen in Kraft. In der Woche darauf stand die Umsetzung der Pariser Beschlüsse dann im Mittelpunkt der UN-Klimakonferenz COP22 im marokkanischen Marrakesch. Aber was geschieht abseits der Politik? Immerhin spielten Unternehmen bei den Gesprächen von Paris, wo sie ihr Engagement für den Klimaschutz demonstrierten, eine zentrale Rolle. Doch was tun sie tatsächlich, um ihre Zusagen zu erfüllen?

Siemens war 2015 das erste große Industrieunternehmen, das sich verpflichtete, seine Kohlenstoffbilanz bis 2020 zu halbieren und bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Damals erklärte CEO Joe Kaeser, es sei "nicht nur klug, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, sondern auch profitabel." Das Unternehmen setzt zu diesem Zweck an vier verschiedenen Punkten an: Im Fokus stehen energieeffiziente Gebäude und Produktion, dezentrale Energiesysteme, klimafreundlicher Strom und intelligente Elektro-Mobilitätslösungen. Was hat Siemens in der Zwischenzeit erreicht, und wie hat sich der CO2-Ausstoss in dieser Zeit entwickelt?

Die Reduktion unseres CO₂-Ausstoßes ist nicht einfach nur Ausdruck unseres Verantwortungsbewusstseins, sondern auch ein gutes Geschäft.
Joe Kaeser, Siemens CEO

Siemens senkt CO₂-Emissionen um mehr als 20 Prozent

Dem Unternehmen gelang es, seine CO2-Emissionen um 20 Prozent von 2,2 Millionen im Geschäftsjahr 2014 auf 1,6 Millionen Tonnen im Geschäftsjahr 2017 zu senken; das bedeutet eine Verminderung um ca. 27 Prozent. Zum Bespiel wurde der Ausstoß von Treibhausgasen durch den Einsatz von dezentralen Energiesystemen, Elektromobilität, und erneuerbaren Energien reduziert. Etwa 60 Prozent der Siemens-Standorte in Deutschland verwenden ausschließlich erneuerbare Energie. Es wird erwartet, dass Siemens ab dem Jahr 2020 Einsparungen von €20 Millionen pro Jahr erzielen wird.

Siemens investiert bis 2020 weltweit insgesamt 100 Millionen Euro, um seine Produktionsanlagen mit Energiemanagement-Lösungen und Gebäudeautomationssystemen auszurüsten, sowie energieeffiziente Antriebssysteme für die Produktion einzusetzen. Die Investition wird ab 2020 jährlich 20 Millionen Euro an Energiekosten einsparen, viele der genutzten Technologien kommen aus dem eigenen Umweltportfolio. Vorstandsmitglied Roland Busch ist überzeugt, dass Siemens mit seinen Aktivitäten in diesen vier Bereichen auf dem besten Weg ist, das erklärte Ziel, bis 2020 seinen CO2-Ausstoß um 50 Prozent zu reduzieren, auch tatsächlich zu erreichen. 

Im Energiesektor spielen digitale Technologien eine wichtige Rolle. Sie werden von Siemens eingesetzt, um Strom effizienter zu erzeugen, übertragen und verteilen – ob in Kraftwerken oder anderen Projekten. Im Rahmen eines Pilotprojektes in New York hilft Siemens kleineren Erzeugern von Solarenergie beim Aufbau einer Energieplattform. Hier können sowohl Erzeuger als auch Verbraucher mittels Blockchain-Technologie ganz einfach und effizient mit Energie handeln.

Weiterhin plant Siemens, im Zeitraum 2016–2020 Investitionen in Höhe von €100 Millionen zu tätigen, um die Energieeffizienz seiner eigenen Standorte zu verbessern. Nach Abschluss des Programms sollen dadurch Energiekosten in Höhe von ca. €20 Millionen pro Jahr eingespart werden. Im Berichtsjahr 2017 wurden sieben solcher Projekte in Europa, Nordamerika und Asien umgesetzt. Zwanzig weitere Programme für mehr Energieeffizienz laufen noch, z.B. in der Siemens-Zentrale in München und auf dem Siemens-Campus in Erlangen.

     

Dezentralisierte Energiesysteme sind ein zweiter Schwerpunktbereich, in dem Siemens Fortschritte erzielt. Der Konzern setzt zunehmend bei den eigenen Standorten auf Kraft-Wärme-Kopplung, Solaranlagen, Windturbinen, intelligente Energiemanagementsysteme, und Speicherlösungen. Als langfristiges Ziel möchte der Konzern 10 Prozent seines Energiebedarfs durch lokale Erzeugung aus vorwiegend erneuerbaren Energiequellen decken. Als Vorzeigeprojekt soll der Siemens-Campus Erlangen von Beginn an CO2-neutral operieren. Im Berichtsjahr 2017 wurden zehn weitere Projekte in Angriff genommen. Fünfzehn weitere Projekte sind noch in der Planungsphase.

Drittens arbeitet Siemens daran, die Emissionen des Siemens-Fuhrparks von ca. 47.000 Fahrzeugen zu reduzieren. Hier möchte das Unternehmen bis 2025 den Schadstoffausstoß und die damit verbundenen Treibstoffkosten um 33 Prozent senken, was eine Verminderung um ca. 200.000 Tonnen CO2 bedeuten würde. Im Berichtsjahr 2017 verursachten Siemens-eigene Fahrzeuge einen Ausstoß von rund 300.000 Tonnen CO2. Elektrofahrzeuge spielen eine immer größere Rolle bei diesen Überlegungen. In einigen Länden rückt das individuelle Verbraucherverhalten in den Fokus. International wird Siemens weiterhin den CO2-Ausstoß seines gesamten Fuhrparks im Blick behalten.

Unterstützung für Städte im Kampf gegen den Klimawandel

Die Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes durch vermehrten Ankauf von Ökostrom aus CO2-armen oder -freien Energiequellen ist der vierte und letzte Hebel. Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch betont die entscheidende Bedeutung eines nachhaltigen Betriebs: "Die Dekarbonisierung ist zwingend notwendig, um den Klimawandel mit seinen dramatischen Folgen einzudämmen. Nach dem Inkrafttreten des Klima-Abkommens von Paris kommt es nun darauf an, den Verpflichtungen konkrete Taten folgen zu lassen", sagt er. "Die globale Wirtschaft muss diesen Prozess konsequent vorantreiben und den CO2-Ausstoß in allen Bereichen nachweislich verringern."

Laut Alden Meyer, dem Director of Strategy and Policy der Organisation Union of Concerned Scientists, bekennen sich Städte, Staaten, Regionen und Unternehmen in wachsendem Maße zu transformativen, langfristigen Klimazielen. Siemens ist als einer der ersten globalen Industriekonzerne diese Selbstverpflichtung eingegangen und hat so mitgeholfen, diesen Trend zu befeuern. Andere große Unternehmen wie die Bank of America, Philips und Apple haben vergleichbare Zusagen gemacht. All diese Unternehmen wollen bis 2020 oder 2030 klimaneutral sein.

Abgesehen davon, dass Siemens die eigenen Emissionen reduziert, unterstützt das Unternehmen Städte weltweit dabei, den Herausforderungen von Urbanisierung und Klimawandel zu begegnen. "Siebzig Prozent der Emissionen werden aus den Städten kommen. Wenn wir den Kampf gegen den Klimawandel gewinnen wollen, müssen wir den Kampf zuerst in den Städten gewinnen" sagt Roland Busch. Im Jahr 2017 konnten dank Technologien von Siemens erhebliche Mengen CO2 eingespart werden. Das Unternehmen half seinen Kunden im Berichtszeitraum, mit Siemens-Lösungen ihren Schadstoffausstoß um weitere 59 Millionen Tonnen CO2 zu senken. Insgesamt wurden durch Siemens-Lösungen, die bei den Kunden seit 2002 und bis heute verwendet werden, im Jahr 2017 etwa 570 Millionen Tonnen CO2 auf Kundenseite eingespart. Konzernchef Kaeser bestätigt: Die Verringerung des CO2-Ausstoßes ist nicht nur gut für den Planeten, sondern auch fürs Geschäft.

     

Rhea Wessel ist Journalistin und lebt in Frankfurt.
Picture credits: Siemens AG