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Das Zementwerk in Chekka produziert sowohl für den lokalen Markt als auch den gesamten Nahen Osten.

Zement

Verbindung fürs Leben

In Rekordzeit modernisierte der Zementproduzent Holcim gemeinsam mit dem Siemens Solution Partner Esprocessing das Simatic Prozessleitsystem in einem seiner libanesischen Werke.

Holcim, Libanon - Zement ist heute das wichtigste Baumaterial in den Industriestaaten. Er besteht im Wesentlichen aus zerkleinertem Kalkstein, der zusammen mit Ton, Sand, Eisen und Asche erhitzt und dann zu einem feinen Pulver vermahlen wird. Die Zementherstellung umfasst zahlreiche Schritte, die kontinuierlich und nebeneinander in riesigen Anlagen ablaufen. Um die Prozesse in Echtzeit zu steuern, bedarf es eines performanten Leitsystems, das sowohl den sicheren Betrieb der Maschinen als auch eine einwandfreie Produktqualität gewährleistet.

Im Libanon betreibt Holcim in Chekka ein Zementwerk, das neben den lokalen Märkten auch den gesamten Nahen Osten beliefert. Die Anlage war insgesamt schon in die Jahre gekommen, sodass technische Fehler immer häufiger zu Stillständen führten. So gab es zum Beispiel Schwierigkeiten bei der Datenkommunikation mit einer externen, mobilen Anlage, die über Schleppkabel angebunden war. Deshalb entschied sich das Management von Holcim dafür, die bestehenden Systeme für Kommunikation und Steuerung durch ein neues Prozessleitsystem zu ersetzen.

Migration zu modernster Technik

Holcim holte sich dabei Unterstützung vom Siemens Solution Partner Esprocessing. Das vorhandene System basierte auf der Siemens-S5-Technologie und dem Prozessleitsystem Cemat 4.12 und sollte durch die aktuelle Cemat-Version auf Basis von Simatic PCS 7 Version 7 ersetzt werden. Esprocessing hatte bereits Erfahrung mit Simatic Leitsystemen in der Zementindustrie in erfolgreichen Projekten im Nahen Osten, in Afrika und auf dem indischen Subkontinent gesammelt. Für Holcim sollte Esprocessing ein zuverlässiges, schnelles und bedienerfreundliches Prozessleitsystem implementieren, das die Stillstandzeiten der Anlage minimieren, die Produktivität erhöhen, den Energieverbrauch optimieren und den Anlagenfahrern in Echtzeit Daten für das Prozessmanagement zur Verfügung stellen sollte. Außerdem musste das neue System während einer geplanten Revision des Ofens innerhalb von nur zwölf Tagen installiert werden.

Kontrollraum im Chekka Zementwerk.

Umstieg in zwei Schritten

Aufgrund des sehr knappen Zeitfensters entschied sich das Team dafür, in zwei Phasen vorzugehen. In der ersten Phase wurden zunächst die Prozesse der Brecher, Absetzer und Nebenanlagen auf PCS 7 migriert. Anschließend wurden die anderen Systeme auf Cemat und PCS 7 umgestellt. Während der Migration mussten daher die bereits migrierten Systeme mit dem bestehenden Leitsystem über eine Industrial-Ethernet-Schnittstelle kommunizieren.

Brecher, Absetzer und Nebenanlagen sind jetzt mit zwei AS400 Automatisierungssystemen sowie Simatic S7-300 Controllern zur Steuerung der unterlagerten Einheiten automatisiert. Dazu kommen zwei redundante Server, eine Engineering Station, eine Einzelstation und ein OS Client, die alle bereits mit dem Prozessleitsystem Cemat auf der Basis von Simatic PCS 7 laufen. Um die Stillstandzeiten möglichst kurz zu halten und Verdrahtungsfehler zu vermeiden, wurden die neuen Simatic ET 200M Peripheriesysteme mit vorkonfigurierten Kartenadaptern installiert.

Für die Anbindung der mobilen externen Anlagen (Absetzer und Rücklader) wurden die alten Trommelkabelanschlüsse durch zwei neue drahtlose Netzwerke ersetzt, die die Simatic S7-300 Controller der beiden Anlagen mit der Simatic Steuerung der Rohrmühle verbinden. Esprocessing implementierte außerdem eine Serveranbindung des Analysators am Rohmehlförderband zu PCS 7. So kann das Misch- und Dosiersystem in Echtzeit auf Basis von Analysedaten des Rohmehls geregelt werden.

Problemlose Wiederinbetriebnahme

Die Ingenieure von Esprocessing arbeiteten rund um die Uhr und konnten bereits nach 24 Stunden die Systeme mit dem neuen Leitsystem anfahren. In der zweiten Phase wurde dann die gesamte Anlage in nur 36 Stunden auf das neue Leitsystem umgeschaltet. Am Ende der geplanten Revision von zehn Tagen nahm Holcim den Ofen wieder in Betrieb. 30 Stunden später lief auch die Produktion wieder – ohne Probleme mit dem neuen Prozessleitsystem.

Picture credits: Holcim