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Der SOLO vor der Skyline von Vancouver

Elektroauto aus dem CAD

Zack, und das Auto ist fertig!

Ein kleines Team junger Ingenieure bei Electra Meccanica in Vancouver hat sein neues Elektroauto mit Siemens-Software in nur zwei Jahren entworfen, simuliert und produziert.

Diese Geschichte werden viele nicht für möglich halten: Ein Team von nur wenigen jungen Ingenieuren eines kleinen Unternehmens aus Vancouver hat in kürzester Zeit ein innovatives, vollelektrisches Fahrzeug entwickelt. 

„Uns war sofort klar, wenn wir innerhalb unseres Zeitplans bleiben wollten, durften wir die Konstruktion auf keinen Fall konventionell auf Papier durchführen“, erinnert sich Henry Reisner, President von Intermeccanica International. „Wir mussten die Designer-Skizze direkt in einen digitalen Entwurf überführen." 

Das Unternehmen wurde 1959 von Reisners Eltern im italienischen Turin gegründet. Er erinnert sich noch, wie er mit 16 Jahren fast täglich mit seinem Vater zusammenarbeitete. Seitdem hat er das Unternehmen ständig weiterentwickelt.

Zwei Freunde – eine grandiose Idee

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und Freund Jerry Kroll, dem Präsidenten und CEO von Electra Meccanica, entstand die Idee, ein völlig neues und innovatives Auto zu entwickeln: ein dreirädriges Elektro-Pendlerfahrzeug. 

Aber selbst erfahrene Experten aus der Automobilbranche waren zunächst skeptisch. „Man gab uns zu bedenken, dass bei Automobilfirmen damit 200 Ingenieure beschäftigt sind und eineinhalb Jahre brauchen, um nur ein einziges Rücklicht zu entwerfen", erzählt Ed Theobald, General Manager von Electra Meccanica. Der Erfolg der Firma mit diesem Auto stellte dann aber tatsächlich unter Beweis, dass ihr Plan realisierbar ist: „Wir haben einfach das komplette Auto konstruiert.“

Die richtigen Werkzeuge für exzellentes Engineering

Rich Hoyle ist Principal Engineer bei Aligned CAE. Er übernahm im Team die Finite-Elemente-Analyse, das Fahrwerksdesign und die Entwicklung. „Wir beobachten hier bei diesem, aber auch anderen kleineren Unternehmen eine völlig andere Denk- und Herangehensweise an Probleme. Sie haben nur kleine Budgets, aber dafür flexiblere, wendigere Teams", sagt Hoyle. „Sie versuchen, sich die richtigen Werkzeuge zu besorgen, mit denen sie bei kleinem Budget und in kleinen Teams exzellente Engineering-Leistungen erzielen können. Und genau das ermöglichen ihnen NX und Simcenter.“

Damit erschließt man dem Menschen buchstäblich das Potenzial, sich nicht nur eine Lösung auszudenken, die funktioniert, sondern sie auch sofort in die Tat umzusetzen.
Jerry Kroll, President und CEO, Electra Meccanica

Mehr Wert für den Endkunden

Welches Potenzial in der PLM-Software schlummerte, war dem Management zu Beginn der Arbeit noch nicht bewusst. „Wir stellten einige frischgebackene junge Ingenieure aus den Bereichen Mechatronik, Maschinenbau und Elektrotechnik ein“, erinnert sich Kroll. „Die Leute im Team leisteten fantastische Arbeit und brachten das ganze Wissen ein, das sie hatten und das Henry und mir fehlte. Sie sagten uns, wenn wir ihnen diese Software besorgen könnten, wäre das großartig: wir wären schneller auf dem Markt, mit weniger Fehlern und wir könnten den Käufer des Autos einen echten Mehrwert bieten.“

Der neue SOLO, innerhalb von zwei Jahren mit PLM-Software designt und konstruiert

Da steckt ein bisschen Magie drin ...
Jerry Kroll, President und CEO, Electra Meccanica

Große Zeit- und Geldersparnis

Einer der Software-Fans im Team ist Tammy Yu, Maschinenbauingenieurin bei Electra Meccanica. „Simcenter ist eine große Hilfe bei der Zertifizierung und weist im Vorfeld auf mögliche Probleme hin. Außerdem hilft uns die Software, den Prozess zu beschleunigen“, sagt sie. „Wenn wir die gesamte Baugruppe zum Testen schicken müssten, um schließlich zu erfahren, dass die Erprobung nicht erfolgreich war, dann würde uns das zwei bis drei Monate kosten. Wenn ich aber stattdessen eine Analyse mache, brauche ich für die Einrichtung nur ein bis zwei Wochen. Das geht viel schneller und spart eine Menge Zeit und Geld.“

Auch der Einsatz eines 3D-Druckers hat großen Einfluss auf die Entwurfsprozesse des Unternehmens. „Mit Siemens und einem 3D-Drucker können wir Bauteile einfach konstruieren und direkt drucken“, erklärt Yu. „Wir haben das Teil dann am nächsten Tag oder sogar schon nach zwei bis drei Stunden zur Verfügung und können es ins Auto einbauen."

Dass sich alle Daten in einem gemeinsamen System befinden, ist ein weiterer Vorteil der PLM-Software. „Wir haben eine vollparametrische Verbindung zu unserer CAM-Software, die ebenfalls zu NX gehört, und von dort direkt zu unserem CNC-Bearbeitungszentrum“, erläutert Hoyle. „Simcenter bietet uns eine direkte parametrische Verbindung zurück zu den CAD-Daten, und das alles befindet sich in derselben grafischen Benutzeroberfläche (GUI). Das heißt, wir können den Entwurf analysieren und bearbeiten, um zum Beispiel zu sehen, ob wir zur Gewichtseinsparung noch etwas Material wegnehmen können. Dann gehen wir zurück in den Entwurf, führen die betreffenden Iterationen durch, und zwei Klicks später sind unsere Ergebnisse aktualisiert.“

Gut in Form, auch inmitten der Wüste

Du hast eine Idee und – zack – ist der Entwurf fertig. Das ist phänomenal!
Jerry Kroll, President und CEO, Electra Meccanica

Software, die das Leben leichter macht

Electra Meccanica hat große Pläne: 75.000 SOLO-Fahrzeuge sollen in den nächsten drei Jahren auf den Markt kommen, und das Unternehmen nimmt dafür mit immer mehr Herstellern Kontakt auf. „Wenn ich mit einem Spitzenhersteller spreche und ihm sage, mit welcher Software wir die kompletten Entwurfs- und Entwicklungsarbeiten an unserem Auto durchgeführt haben, dann macht das unser beider Leben viel leichter, wenn es darum geht, diese Autos tatsächlich zu verkaufen“, sagt Kroll. 

Im Unternehmen ist durch die Software ein intensiver Gedankenaustausch über Ideen und Methoden entstanden. „Die Ingenieure werden dadurch so sehr inspiriert, dass wir alle ständig neue Ideen haben. Von der Skizze aus dauert es nur einen Augenblick und – zack – ist der Entwurf fertig. Das ist phänomenal“, berichtet Kroll begeistert. „Damit erschließt man dem Menschen buchstäblich das Potenzial, sich nicht nur eine Lösung auszudenken, die funktioniert, sondern sie auch sofort in die Tat umzusetzen. Da steckt ein bisschen Magie drin ...“

Picture credits: Electra Meccanica/Siemens AG