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Der personalisierte Schuh für jeden – bald keine Vision mehr.

Individualisierte Massenproduktion bei adidas dank digitalem Zwilling

Passt wie angegossen 

Ein Sportschuh, farblich passend zum Lieblingsoutfit? Angepasst an den eigenen Fuß, die individuelle Sportart und in wenigen Tagen nach Hause geliefert? Bald profitieren nicht nur Profisportler wie die Spieler vom FC Bayern von individualisierten Produkten: Den maßgeschneiderten Sportschuh per Mausklick für jeden – das will adidas mit seinen SPEEDFACTORIES verwirklichen. Siemens steuert dafür die digitalen Technologien bei. Dahinter steckt ein riesengroßer Zukunftsmarkt.

Der Weltkonzern adidas, im fränkischen Herzogenaurach zuhause, will künftig seine Sportschuhe auch digital produzieren. Ziel ist, bedeutend schneller, individualisierter und flexibler zu werden. In Zukunft wird der Kunde direkt im Laden oder auch am Laptop seinen individuellen Sportschuh konfigurieren, bestellen und schon kurz darauf erhalten. Die Zeit vom fertigen Design bis zum Verkauf in den Läden soll mit der sogenannten SPEEDFACTORY im ersten Schritt von Monaten auf Wochen reduziert werden – und in Zukunft dann sogar auf wenige Tage oder gar Stunden. Zum Vergleich: Heute dauern Entwicklung und Herstellung von Sportschuhen mit Designern in Deutschland und Fabriken in Asien inklusive aller Wege noch rund 18 Monate.

„Unser Ziel ist es, ein globales Netzwerk automatisierter Fertigung zu etablieren, das modernste Spitzentechnologie in Städte rund um den Globus bringt“, erklärt Gerd Manz die Vision. Manz ist Vice President Technology Innovation bei adidas und hat mit seinem Team bereits viele Spitzenprodukte der Marke adidas auf den Markt gebracht – neben innovativen, leistungssteigernden Sportschuhen auch eine Reihe von Spielbällen für Fußballweltmeisterschaften und die Champions League. Er ist überzeugt: „Mit SPEEDFACTORY ermöglichen wir eine kommerzielle Serienproduktion, sodass jeder Konsument vor Ort genau das bekommt, was er will, und zwar dann, wann er es will – schneller als je zuvor.“

Kundenwünsche ändern sich immer schneller. Was heute gefragt ist, kann morgen schon out sein. Die Lösung: hoch flexibel produzieren. Digitale Fabrikautomatisierungs- und Simulationslösungen machen es möglich.

Individualisierte Massenproduktion – das geht!

In der SPEEDFACTORY werden im Endausbau alle Prozesse digitalisiert sein. Als Partner von adidas setzt Siemens hier sein Versprechen vom Digital Enterprise um. „Beim Projekt SPEEDFACTORIES geht es um die Vernetzung modernster digitaler Lösungen mit der industriellen Fertigung, also um die Verbindung der virtuellen Fertigungswelt mit der realen Fertigungswelt“, sagt Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG. Das bedeutet konkret: Die Produktionsanlagen und Produktionsprozesse werden durch Simulationslösungen zunächst als digitaler Zwilling entworfen und optimiert, erst danach werden sie in der realen Welt umgesetzt. „Das macht die Produktionsinfrastruktur hoch flexibel und viel schneller: Weil Fehler bereits vorher behoben werden können und alles optimal ausgelegt wird, bevor die Produktion tatsächlich anläuft. Und weil die Daten aus dem realen Betrieb umgehend wieder in die virtuelle Planung einfließen können“, erläutert Helmrich. Durch diese durchgängige, konsequente Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette – vom Design eines Produkts über die Produktion bis hin zum Service – und ihre Abbildung als digitaler Zwilling befähigt Siemens seinen Partner adidas zur individualisierten Massenproduktion. 

Die Produktion der Zukunft

Die Digitalisierung des gesamten Fertigungsprozesses und ihre Abbildung als digitaler Zwilling ist dabei nur der erste Schritt, mit dem adidas bedeutend schneller und flexibler auf individuelle Kundenwünsche reagieren kann. Auf längere Sicht soll der hohe Digitalisierungsgrad es den SPEEDFACTORIES auch erlauben, hochgradig individuelle Kundendaten zu verarbeiten und in kürzester Zeit einzigartige Schuhpaare zu produzieren, die ihren Trägern wie auf den Fuß geschneidert sind. 

Der Startschuss für die Umsetzung dieser Vision ist bereits gefallen: In Ansbach, Deutschland, ist die erste SPEEDFACTORY in Betrieb. Mit dem Launch des AM4LDN-Schuhs, der speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse von Läufern in London zugeschnitten ist, wurde das erste Großprojekt realisiert. Die entsprechende Automatisierungstechnik sowie der digitale Zwilling von Siemens werden in den nächsten Monaten installiert. Mittelfristig will adidas in Ansbach rund 500.000 Schuhe pro Jahr herstellen. Eine zweite SPEEDFACTORY wird gerade in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) gebaut.

Losgröße 1 als Marktchance

Mit der SPEEDFACTORY wird adidas im ersten Schritt durch die enorm hohe Flexibilität des Produktionsprozesses schneller auf Trends und die sich rasch wandelnden Kundenwünsche reagieren können – in Zeiten des Trends zum individualisierten Massenprodukt bis hin zur Losgröße 1 eine große Marktchance. „Unsere Konsumenten stehen im Mittelpunkt unseres gesamten Handelns. Sie verlangen ein höchstes Maß an Individualität und Qualität. Mit SPEEDFACTORY können wir herkömmliche Prozesse komplett überdenken und diesen Ansprüchen gerecht werden", fasst Manz zusammen. „Mit Hilfe der Digitalisierung der Wertschöpfungskette werden wir neue technologische Innovationen noch schneller einsetzen, Kapazitäten transparent und effizienter nutzen und damit flexibler auf individuelle Bedürfnisse unserer Konsumenten eingehen können – damit sie das bekommen, was sie wollen und zwar wann immer sie es wollen."

Picture credits: adidas