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Mit der neuen MindApp von Heller können wichtige Maschinendaten überall auf mobile Endgeräten visualisiert werden

Vorausschauende Instandhaltung

Appsolute Effizienz

Den eigenen Kunden helfen, Kosten zu sparen und effizienter zu produzieren – und nebenbei selbst neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen: Heller weiß, wie es geht! Der Werkzeugmaschinen­hersteller hat eine eigene Condition-Monitoring-App entwickelt, die über die MindSphere verfügbar ist und digitale Dienst­leistungen umfasst, mit denen Wartungs- und Instandhaltungs- sowie Produktionskosten drastisch reduziert werden.

Bernd Zapf durchquert schnell die lange ­Emp­­fangshalle des traditionsreichen Backstein­gebäudes, in dem der Familienbetrieb Heller seit Generationen seine Heimat hat, und eilt zu einem Termin mit den Kollegen aus dem Service-Team. Als Leiter des Bereichs Development New Business and Technologies bei Heller, kurz DN, nimmt Zapf aus diesen Besprechungen regelmäßig mit, welche Herausforderungen die Heller-Kunden meistern müssen: „Die Flexibilität in der Produktion ist in den letzten Jahren nachhaltig gestiegen. Aktuell beschäftigt unsere Kunden vor allem der steigende Wettbewerbs- und Flexibilisierungsdruck. Gefordert werden eine bessere Produktqualität bei gleichzeitig möglichst geringen Betriebskosten und eine besonders effi­ziente Fertigung –
Ausfallzeiten an den Maschinen dürfen gar nicht erst entstehen, denn sie kosten Geld.“

Gerade der letzte Aspekt weckte bei Heller Aufmerk­samkeit. Der Werkzeughersteller weiß, was Maschinenausfälle bedeuten und wie wichtig es daher ist, immer einen Überblick über seine Maschinen zu haben. Als Service-Mitarbeiter von Heller mitteilten, dass auch die Kunden hier nach einer passenden Lösung suchten, war der Erfindergeist der Abteilungen DN und Service-Produktentwicklung geweckt geweckt. Die Idee zur App „Heller4Services“ war geboren: Sie sollte übersichtlich und trans­parent die Zustands- und Betriebsdaten der Maschi­nen im „Heller Services Interface“ visualisieren. Zapf und seinem Team stellten sich in diesem Projekt vor allem zwei Fragen: Wie bekommt der App-Anwender, also der Kunde, die Maschinendaten auf sein Webbrowser-basiertes Endgerät – und wie steht es hier um das Thema Industrial Security? Um eine Lösung zu finden, wurden intensive Gespräche mit Siemens geführt.

Heller weiß, was Maschinenausfälle bedeuten und wie wichtig es daher ist, immer einen Überblick über seine Maschinen zu haben

Vorurteile abbauen    

Die Idee hinter der App ist einfach erklärt: In einem ersten Schritt werden wichtige Zustands- und Betriebsdaten der Maschinen über Sinumerik Integrate an einen Kommuni­­kationscomputer geschickt. Dort werden sie vorver­arbeitet und im Anschluss in der Cloud zur Verfügung gestellt. Bei der Plattform fiel die Wahl auf MindSphere, das cloudbasierte, offene ­IoT-Betriebssystem von Siemens. Denn von dort aus können die benötigten Daten über die App abgerufen und auf einem mobilen Endgerät über das „Heller Services Interface“ visualisiert werden. Für das Erfassen, ­Übertragen, Speichern und Verarbeiten der Daten in MindSphere setzt Siemens außerdem nur die neuesten Sicher­heits- und Verschlüsselungs-Technologien ein, denn ­Industrial Security steht hier an erster Stelle.

Eine erste Version der App wird seit Mai bei einigen Kunden getestet. Läuft die App weiterhin stabil, kann sie bereits Ende des Jahres ausgerollt werden. Doch der eigentlichen Herausforderung musste sich Heller erst nach Entwicklung von „Heller4Services“ stellen, wie Zapf erklärt: „Unsere App und vor allem alles, was mit den Daten aus ihren Maschinen passiert, war für unsere Kunden zunächst sehr abstrakt. Wir mussten Vertrauen aufbauen und ihnen erklären, dass sie ­wirklich einen großen Nutzen und Mehrwert daraus ziehen können und am Ende Geld sparen.“

Die Flexibilität in der Produktion ist in den letzten Jahren nachhaltig gestiegen
Bernd Zapf, Leiter des Bereichs Development New Business and Technologies bei Heller

Mieten oder kaufen?

Für den Kunden gibt es zukünftig zwei Möglichkeiten, die neue App zu nutzen. Zum einen können sie einen Fullservice-Vertrag im Rahmen der Heller-TPS-Option abschließen, den Heller für alle seine Maschinen ­an­bietet und der bei Bedarf auch bei bestehenden Anlagen nachgerüstet werden kann. Mit diesem ­Vertrag bekommt der Kunde die App von Heller zur Verfügung gestellt, die eine transparente Darstellung aller wichtigen Produktions- und Instandhaltungsdaten ermöglicht. Den Service für die Instandhaltung übernimmt Heller selbst, denn auch der Werkzeug­maschinenhersteller hat über die App die Möglichkeit, einen Überblick über alle seine bei den Kunden stehenden Maschinen und deren Zustand zu bekommen. Ist eine Wartung notwendig oder gibt es eine uner­wartete Überlastung der Maschine, kann Heller sofort eingreifen.

Für die zweite Möglichkeit dachte Heller noch weiter: Wie können wir noch mehr Kunden erreichen? Vor allem auch Kunden, für die der Kauf einer Werkzeugmaschine eine große finanzielle Belastung darstellt? Die Antwort auf diese Frage war die Ent­wicklung eines Maschinen-Nutzungsmodells, genannt „Heller4Use“: Heller stellt den Kunden seine Maschinen zur Verfügung und sorgt dank der neuen App rund um die Uhr für höchste Verfügbarkeit der Anlage. Am Ende zahlt der Kunde nur für die Zeit, in der die Maschine produziert und erhält damit Sicherheit für seine Kostenkalkulation.

Win-win-Situation für alle

Die Entwicklung dieser cloudbasierten Applikation, einer sogenannten App, war das Ergebnis einer ­intensiven zweijährigen Zusammenarbeit zwischen Heller und Siemens. Am Ende entstand eine Appli­­kation, die für alle einen Mehrwert bietet. Heller gewinnt so einen Überblick über seine Maschinen und deren Zustand. Der Kunde, egal ob bei einer zur Verfügung gestellten Maschine über Heller4use oder einer eigenen Heller-Anlage, kann sich auf einen zuver­lässigen Service von Heller verlassen, der unge­plante Stillstandszeiten bestmöglich ­vermeiden kann. Und auch Siemens hat durch die Zusammen­arbeit einen kompetenten Ansprechpartner im Bereich der Werkzeugmaschinenindus­trie gefunden. Im wahrs­ten Sinne ein hAPPy end – für alle Beteiligten.

Picture credits: Siemens AG