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Im Alltag bestens bekannt: typische Tissue-Produkte wie beispielsweise die Küchenrolle © Fotolia Tthodonal

Integrated Drive Systems

Produktion am laufenden Band

Egal ob Küchenrolle, Toilettenpapier oder Taschentuch: So genannte Hygienepapiere sind tagtäglich im Einsatz. Dass hinter einem „banalen“ Taschentuch jede Menge technologisches Know-how steckt, weiß kaum einer. Doch das ist nötig, um in der energieintensiven Papierindustrie wettbewerbsfähig zu bleiben: Mehr Leistung bei immer weniger Energiebedarf und damit auch sinkende Kosten sollen so realisiert werden. Die Papierfabrik Albert Friedrich KG (kurz: Fripa) rüstet ihr Werk in Unterfranken deshalb mit einer neuen Papiermaschine aus. Die eingesetzte Antriebs- und Automatisierungstechnik kommt von Siemens.

Die Papierproduktion zählt weltweit zu den Industrien mit dem höchsten Energieverbrauch. Aufgrund langer Maschinenlaufzeiten und zeitintensiver Trocknungsprozesse ist einiges an Wärme und auch Strom nötig. Verbunden mit konstant steigenden Preisen für Energie entsteht somit schnell ein großer Kostenblock. Im unterfränkischen Miltenberg produziert die Papierfabrik  Albert Friedrich KG (kurz: Fripa) Hygienepapiere für den Handel. Angefangen bei Toilettenpapier über Küchenrollen sowie Papierhandtücher bis hin zum Taschentuch entstehen dort praktische Helfer für den Alltag aus Papier.

Zur Produktion solcher Papiere – auch Tissue genannt – wird zunächst ein Zellstoffballen aufgelöst und die entstandene Papiersuspension auf ein Sieb aufgebracht. Der Feststoffanteil beträgt hier unter ein Prozent. Durch Entwässerung, Pressen und Trocknung wird dieser Anteil auf 95 Prozent erhöht – in weniger als einer Sekunde. Um trotz des steigenden Kostendrucks wettbewerbsfähig zu bleiben, spielt der Energieverbrauch eine tragende Rolle bei der Produktion. Fripa setzt bei seiner neuen Hygienepapierlinie PM7 deshalb auf energieeffiziente Technik von Siemens.

Die neue Fripa-Linie PM7 in Miltenberg mit Antriebs- und Automatisierungstechnik der Sipaper-Familie © Siemens AG / C. Nielinger

Technik für die Papierindustrie

Für die neue Linie PM7 in Miltenberg kommt die Antriebs- und Automatisierungstechnik der Sipaper-Familie zum Einsatz. „Unser Sipaper-Portfolio ist eine Branchenlösung für die Papierindustrie. Daraus ergibt sich der Mehrwert, dass die Produkte und Serviceleistungen exakt auf die Bedürfnisse dieser Industrie ausgelegt sind und wir damit den Kunden in allen Belangen optimal unterstützen können“, erklärt Jan Bass, Endkundenvertrieb bei Siemens und langjähriger Ansprechpartner für Fripa. Angefangen bei der Energieverteilung bis hin zur Antriebs- und Automatisierungstechnik liefert Siemens die passenden Komponenten – zugeschnitten auf die Anforderungen der Papierindustrie. „Mit Sipaper bekommen wir bereits für die Papierindustrie vorkonfigurierte Antriebskomponenten und haben zudem den Vorteil, die kompletten Anforderungen an die Automatisierungstechnik mit nur einem Ansprechpartner zu klären“, so Jochen Giegerich, Einkaufs­leiter Technik bei Fripa. Gemeint ist damit, dass Siemens für Fripa Ansprechpartner ist, wenn es um die elektrische Ausrüstung, die Energieverteilung und -versorgung via Totally Integrated Power (TIP), Integrated  Drives Systems (IDS) für den Maschinenantrieb sowie die Prozesssteuerung samt Engineering, Schulung und Service geht.

In Miltenberg sind unter anderem  Umrichter, Simotics Motoren sowie Flender Getriebe und Kupplungen verbaut. Durch die optimale Abstimmung aller Komponenten untereinander entsteht ein IDS, das eine hohe Verfügbarkeit bei minimalem Energieverbrauch ermöglicht. Das Prozessleitsystem Simatic PCS7 vereinfacht das Handling der gesamten  Anlage und sorgt dank branchenspezifischer Regel­ und Steuerungsfunktionen für eine sichere Produktion. Durch die optimale Regelungsqualität werden Risiken wie Bahnrisse oder gar Produktionsausfälle deutlich vermindert.

Produktivität rauf – Kosten runter

Durch die neue Linie in Miltenberg kann Fripa seinen Output enorm steigern. So werden auf der neuen Anlage jährlich über eine Million Kilometer Tissue erzeugt. Das reicht aus, um 27 Mal den Erdäquator  zu umwickeln. Gleichzeitig profitiert Fripa von einer höheren Durchlaufgeschwindigkeit, einer sehr guten Anlagenverfügbarkeit und die Gewissheit in zukunftssichere Technik investiert zu haben. Alle drei Papiermaschinen in Miltenberg laufen bereits mit Siemens-Technik, dort schätzt man die Zuverlässigkeit und enge sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit. „Als besonders angenehm habe ich empfunden, dass in dem Projekt alle Beteiligten von Fripa, Siemens und Voith sehr engagiert waren. Wir hatten kurze Abstimmungswege, konnten innerhalb kürzester Zeit mit dem Bau beginnen und die Maschine termingerecht in Betrieb nehmen. Gerade bei der Zusammenarbeit mit Siemens schätzen wir, dass wir alles aus einer Hand bekommen, beginnend bei der Mittelspannungsanlage, über die Steuerung und die Antriebe bis hin zur Visualisierungstechnik“, resümiert Giegerich und blickt optimistisch in die Zukunft: „Nach sieben kommt bekanntlich acht. Wir können uns sehr gut vorstellen, auch eine weitere Tissue Maschine gemeinsam mit Siemens umzusetzen.“

Siemens auf der SPS IPC Drives 2015

Die „energieeffiziente Küchenrolle“ bzw. dessen Herstellungsweg kann auf der diesjährigen SPS IPC Drives live erlebt werden. Am Siemens Stand in Halle 11 (Frankenhalle) wird ein Modell zu sehen sein, das auf der bei Fripa eingesetzten PM7 basiert.

Picture credits: Fotolia Tthodonal, Siemens AG / C. Nielinger