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Finnisches Einkaufszentrum wird digital

Ideale Partner: Nachhaltigkeit im Einkaufszentrum

Mit mehr als 170 Geschäften, einem Multiplexkino und 24 Millionen Besuchern im Jahr wurde das Sello Shopping Center von den Verbrauchern im Großraum Helsinki mehrfach in Folge zu einem der fortschrittlichsten und nachhaltigsten Einkaufszentren gekürt. Seit inzwischen zehn Jahren arbeitet Sello mit Siemens an innovativen Projekten in den Bereichen Gebäudeautomation und Energie, die das Einkaufserlebnis noch nachhaltiger gestalten.

Komplexe Gebäude wie Sello stellen traditionell hohe Anforderungen an Wartung und Betrieb, doch Digitalisierung und Cloud-basierte Lösungen steigern die Effizienz.

Das Sello Shopping Center in Finnlands zweitgrößter Stadt Espoo, westlich von Helsinki, betont in seiner Marketing-Kampagne, dass es „viel mehr als nur Shopping“ bietet. Unter einem Dach findet man hier auch Cafés, eine Bibliothek, einen Konzertsaal, Kinos, eine Bowlingbahn und diverse andere Orte der Begegnung. Diese Bandbreite stellt natürlich entsprechend hohe Anforderungen an das Monitoring von Beleuchtung, Heizung und Lüftung. Sämtliche Systeme müssen überwacht und gesteuert werden, um die beiden Hauptziele von Sello zu erfüllen: Energieeffizienz und perfekte Bedingungen für die 24 Millionen Kunden, die das Einkaufszentrum jedes Jahr besuchen.

Das ist eine gewaltige Aufgabe – aber keine unmögliche. Sello nutzt Navigator, eine Cloud-basierte Energie- und Nachhaltigkeitsplattform von Siemens, zur Überwachung und Analyse der Lüftungsanlagen, Raumsensoren und Beleuchtungssysteme in den vielen Räumlichkeiten und Ladenlokalen des Zentrums. Laut Olli Paunola, dem Gebäudemanager von Sello, hat Navigator die Möglichkeiten beim Monitoring des Gebäudebetriebs und zur Anpassung des Systems an die jeweiligen Bedingungen deutlich erweitert. Bereits 2017 konnte das Center 680 MWh Strom und 800 MWh Fernwärme einsparen und die Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr über einen Zeitraum von acht Monaten um rund €93.000 senken.


Für die Zukunft hofft Paunola, dass Digitalisierung, Datenanalyse und die ständige Weiterentwicklung von Programmen wie Desigo – dem Automatisierungs- und Steuerungssystem des Einkaufszentrums – und Navigator es demnächst ermöglichen werden, dass Maschinen und Anlagen von den manuellen Anpassungen des Wartungsteams lernen. „Wenn die Maschinen lernen können, wie wir in bestimmten Situationen reagiert haben und welche Anpassungen wir daraufhin an ihnen vorgenommen haben, können wir wahrscheinlich bald so ziemlich alles optimieren.“ Paunola hofft außerdem, künftig mit schnellen oder sogar automatischen Anpassungen flexibel reagieren zu können, wenn die Zahl der Besucher in den Geschäften und anderen öffentlichen Lokalitäten des Zentrums fluktuiert und das Tageslicht sich während der Öffnungszeiten ändert. „Unser Ziel ist eine Beleuchtungsanlage, die bedarfsgerecht gesteuert und nicht nur an- oder ausgeschaltet wird.“

Der Mall-Monitor

Navigator liefert exakte und spezifische Daten über den Energieverbrauch der angeschlossenen Anlagen. Daten, die dann analysiert und genutzt werden können, um Ineffizienzen oder Wartungsprobleme wie z.B. eine defektes Ventil sofort zu lokalisieren, anstatt erst lange nach der Ursache für ein Lüftungsproblem suchen zu müssen. Die Monitoring-Tools bieten auch den Mietern des Sello neue Möglichkeiten, um die eigene Energieeffizienz zu verbessern und somit ihre Geschäfte nicht nur nachhaltiger, sondern auch gewinnbringender zu betreiben.

Die angeschlossenen Systeme im Sello senden Daten über den Wärme- oder Stromverbrauch, mit denen Ineffizienzen sofort lokalisiert und Wartungsprobleme vorhergesagt werden können.


Matti Karlsson, der Geschäftsführer von Sello, ist ebenfalls überzeugt, dass die Überwachung, Steuerung und Optimierung von Beleuchtung, Heizung und Lüftung sowohl für das Sello als auch für die Mieter des Einkaufszentrums wirtschaftliche Vorteile bringen wird. Aber er betont, dass es für Sello in erster Linie darum geht, die Besucherzahl der Geschäfte und Veranstaltungsorte zu erhöhen. Um das zu erreichen, ist nichts wichtiger, als dass alle Besucher ihren Aufenthalt genießen können, weil sie sich wohl und sicher fühlen. „Unsere Zusammenarbeit mit Siemens ist also sehr wichtig. So hat Siemens uns beispielsweise dabei geholfen, 2015 als erstes Einkaufszentrum in Europa das EB LEED-Umweltzertifikat in Platin zu erhalten.“ Die LEED-Zertifizierung misst die Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit eines Gebäudes.

Wir wollen in Sachen Nachhaltigkeit unser hohes Niveau halten und weiterhin der bestmögliche Ort für unsere Kunden und Mieter sein. Das bedeutet, dass wir gute Partner brauchen, und Siemens gehört zu den Besten.
Matti Karlsson, Geschäftsführer, Sello

Innovation auf Vertrauensbasis

Minna Aalto, die für das Einkaufszentrum zuständige On-Site-Service-Managerin von Siemens, unterstreicht noch einmal, wie wichtig die Zusammenarbeit und das Vertrauensverhältnis zwischen Siemens und Sello für das Erreichte war. „Ich denke, das Vertrauen ist mit der immer weiter Zeit gewachsen. Wir arbeiten seit über zehn Jahren zusammen und haben viele sehr erfolgreiche Projekte durchgeführt. Wir teilen die gleichen Werte, und gemeinsam arbeiten wir stetig weiter daran, das Shoppingcenter zu optimieren und jederzeit unser Bestes zu geben.“ Auch in Zukunft werde man den Stromverbrauch im Fokus behalten und die Vorteile der Digitalisierung nutzen, um so den Weg für ein visionäres Projekt zu bereiten: Die Installation von Photovoltaikmodulen und Microgrid-Elementen im Sello. Damit könnte das Einkaufszentrum künftig selbst Strom erzeugen und überschüssigen Solarstrom auf dem Energiemarkt verkaufen.

„Siemens ist für uns mehr Partner als Auftragnehmer“, sagt CEO Karlsson. „Und Sello ist mehr als ein Einkaufszentrum. Es ist ein wichtiger Teil des kommunalen Lebens von Espoo. Wir wollen in Sachen Nachhaltigkeit unser hohes Niveau halten und weiterhin der bestmögliche Ort für unsere Kunden und Mieter sein. Das bedeutet, dass wir gute Partner brauchen, und Siemens gehört zu den Besten.“

Nils Lindstrand ist Journalist und lebt in Stockholm.
Picture credits: Siemens AG