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Eine wertvolle Lektion über Wettbewerb und Konkurrenz

Eine wertvolle Lektion über Wettbewerb und Konkurrenz

Pablo Javier Miranda fing 1992 mit 20 Jahren bei Siemens an. Er hatte einen schweren Stand: sein Vater arbeitete 40 Jahre bei Siemens und sein Schwiegervater 30. Man könnte denken, es würden ungünstige Vergleiche entstehen. Dank seines einzigartigen Konkurrenzdenkens war Pablos Erfahrung jedoch gegensätzlich.

Seien wir ehrlich: es kann einem schwer fallen, sich nicht mit anderen zu vergleichen. Wenn man dazu neigt, könnte man meinen, es sei noch schwieriger, mit seinem eigenen Vater oder,  - noch schlimmer, - seinem Schwiegervater zusammenzuarbeiten.
 

Aber für Pablo Javier Miranda, der nun mit 45 mit seiner eigenen Familie in Bogota, Kolumbien, lebt, hieß die Arbeit mit den zwei Famielienpatriarchen nicht nur erhöhte Zielstrebigkeit, sondern auch Wissensbereicherung. Die wichtigste Lektion? Der einzig wertvolle Wettbewerb im Leben ist jener, den man mit sich selbst führt.

Die Familienbeziehung

Als Junge begleitete Pablo seine Mutter und vier Brüder jeden Nachmittag, um seinen Vater am Siemensstandort abzuholen (er war dort Leiter der Buchhaltung~ und Steuerabteilung bei Siemens Argentinien). Pablo erinnert sich daran, dass er mit der Zeit stolz auf die Firma wurde. Jedoch dachte er nie daran, eines Tages in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.

„Ich habe Siemens immer als hochmodernes Unternehmen betrachtet, was Technologie angeht” sagt er. „Schlicht gesagt, ein perfekter Ort für Ingenieure. Also dachte ich zuerst, es bestünde kein Bedarf für jemanden ohne technischen Hintergrund. Von Anfang an dachte ich, Siemens wäre für mich außer Reichweite. Für einen Außenstehenden kann Siemens ziemlich einschüchternd sein”.

Nach dem Schulabschluss machte Pablo eine Ausbildung als Buchhalter und verdiente seinen Lebensunterhalt in der Buchhaltung eines regionalen Fischereibetriebs. Da er nicht ganz zufrieden mit dem Verlauf seiner Karriere war, bewarb er sich bei Siemens für die Stelle eines Buchhalters. Er bekam den Job und 25 Jahre später ist er immer noch hier tätig: als ‚Lead Country Compliance Officer‘ in Kolumbien, verantwortlich für die überwiegenden Länder Südamerikas.
 
2005 ging Pablo’s Vater nach 40 Jahren Arbeit bei Siemens in den Ruhestand. „Ich war zu der Abschiedsfeier mit eingeladen und diese war sehr, sehr emotional.” sagte Pablo. „Die Zeremonie, die er selbst damals nach 25 Jahren bei Siemens bekam, zeigte, dass jeder die gleiche Anerkennung bekommt, unabhängig von seinem Rang. Das rührte Pablo sehr.

Obwohl sein Schwiegervater, Arnold Manfred Pfefferkorn, schon im Ruhestand war als Pablo 1993 bei Siemens anfing, hatte dieser ein großes Vermächtnis hinterlassen. Als technischer Ingenieur war Arnold 30 Jahre lang bei der Firma tätig und maßgeblich beteiligt an der Errichtung des ersten Radionetzwerks Argentiniens. Aus diesem Grund war er unter Pablos Zeitgenossen sehr bekannt. „Arnolds Arbeit resultierte in einer sehr wichtigen technischen Entwicklung und er genoss bei allen höchstes Ansehen.“, sagte er.

Pablos Familienbeziehung hat dabei geholfen, seine Passion für die Firma, welche er mit 25 Jahren seine Heimat nannte, zu bekräftigen. „Ich habe Siemens gegenüber sehr besondere Gefühle.”, sagt er. „Nicht nur wegen der guten Berufslaufbahn, sondern auch weil es meinen Familienverbund gestärkt hat. Es ist schwer in Worte zu fassen, ich kann Ihnen jedoch versichern, es ist etwas ganz Besonderes.“

In den Fußstapfen seines Vaters

Er gibt zu, dass die Zusammenarbeit mit der Familie zuerst nicht einfach fiel, obwohl sein Vater nicht sein direkter Vorgesetzter war. “Ich spürte den Druck, alles sofort richtig machen zu müssen. Alle beobachteten mich und das wusste ich.”, sagt er. „Das ist der Erfolgsdruck, den im jungen Alter meiner Meinung nach jeder fühlt.

Er arbeitete jedoch in der gleichen Abteilung wie sein Vater, wodurch Kollegen die zwei Männer manchmal verglichen, obwohl sie an unterschiedlichen Projekten arbeiteten. „Manche versuchten mich voranzutreiben, damit ich eine höhere Stelle als die meines Vaters erreichen würde.”, sagt Pablo. „Davon war ich kein Fan. Meines Erachtens geht es nicht um eine höhere Position, es geht darum, sich Herausforderungen zu stellen und dabei Erfolg zu haben. Gute Ergebnisse sind der wahre Erfolg in unserem Beruf.”

Pablo hatte schon verschiedene Positionen in der Firma, deshalb konnte er seine Fähigkeiten erweitern und sich weiterbilden. Unter anderem war er in der Finanzaufsicht für Siemens Solar Argentinien und als interner Kontrolleur für Argentinien und Uruguay tätig.

In seiner derzeitigen Rolle als Landeschef im Bereich Compliance in Kolumbien, bietet er auch internen Rat bei Siemens an, um Risiken zu verhindern und zu verringern. Pablo leitet auch Investigationsgremien, um mutmaßliche Verhaltensverstöße zu klären und Manager in Disziplinarausschuessen zu unterstützen. „Ich erinnere mich an die Worte unseres Globalen Obersten Rates ‚Bei Siemens kann man sich nicht langweilen'. Oft denkt er daran. Die Firma ist sehr flexibel. Es ist also möglich, bei Siemens in unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten und so seine Karriere zu gestalten.

Ein einzigartiger Einsatz zum Wettbewerb

Anstatt unter dem Druck der Mitarbeit der Familie zu leiden, benutzte Pablo die Situation als wertvolle Bildungserfahrung im Bereich des Wettbewerbs.

„Ein gewisses Maß an Wettbewerb ist sehr gut, aber meiner Meinung nach ist jeder einzelne Konkurrenzkampf nur gegen einen selbst gerichtet.”, meint er. Wenn er im Wettbewerb steht, führe er den Kampf mit sich selbst, um sich als Fachmann zu verbessern, um seine Fähigkeiten zu entwickeln. Er stehe nicht in Konkurrenz mit jemand anderem, weil er dies nur als Ablenkung empfinde.


Er behauptet, er habe das Glück gehabt, einen Vater als Mentor, im Privatleben als auch im Berufsleben gehabt zu haben. „Ich bin wirklich stolz auf meinen Vater und seine Karriere, die er in diesen 40 Jahren hatte.” sagt Pablo. „Er ist mit der Wahl meines Werdegangs zufrieden. Es ist Bewunderung, die auf Gegenseitigkeit beruht, und wir sind sehr glücklich darüber, als Vater und Sohn bei Siemens zu arbeiten. Das ist letztendlich die Hauptsache.

Ein gewisses Maß an Wettbewerb ist sehr gut, aber wir müssen verstehen, dass jeder einzelne Konkurrenzkampf gegen einen selbst gerichtet ist

Pablo Javier Miranda

Seine Kampfsportphilosophie

Pablo’s Einstellung zum Wettbewerb spiegelt sich auch in seiner Liebe zum japanischen Kampfsport Kendo wieder. Er fing 2003 mit dem Training an und ist seitdem begeisterter Anhänger. Anfang dieses Jahres schloss er sich der Nationalmannschaft der Kolumbianischen Kendo Federation an, um an der lateinamerikanischen Kendomeisterschaft teilzunehmen. Das Team erreichte das Viertelfinale.

Genauso wie in seinem Berufsleben sieht Pablo den Wettbewerb als Möglichkeit, sich zu verbessern, nicht um seine Konkurrenten zu besiegen. „Der Sieg dauert nur einen Moment” sagt er „deshalb versuche ich, mich nicht auf diese temporären Erfolge zu konzentrieren. Wenn man in einer Nationalmannschaft für Kendo trainiert, dann trainiert man nicht, um eine andere Mannschaft zu schlagen - sondern um besser, stärker und schneller zu werden.

Und was steht für die Familie Miranda in der Zukunft an? Pablos 10 Jahre alter Sohn Mael ist fasziniert von Robotern und Automation und hat bereits Interesse an einer Karriere bei Siemens gezeigt. Vielleicht lesen wir in 20 Jahren ja seine Geschichte.


Pablo Javier Miranda ist ‚Lead Country Compliance Officer Colombia’ und ist seit 25 Jahren in verschiedenen Positionen bei Siemens beschäftigt. Er wohnt in Bogotá, Kolumbien. Pablo ist ein ‚Future Maker ’— einer von 372,000 begabten Menschen, die bei uns mit der Gestaltung der Zukunft beschaeftigt sind.