Das Leben bei Siemens

Das Management von Diversität und Integration im globalen Arbeitsmarkt ist oftmals ein unerforschtes Gebiet.

In der vierten Ausgabe unserer Future Talks Serie geht es darum, ob Organisationen ein hohes Maß an Diversität und Inklusion benötigen, um erfolgreich zu sein.

Im Juli 2017 kündigte Deloitte eine Veränderung an: anstelle von traditionellen Ansätzen, was Geschlecht, Rasse oder sexuelle Orientierung angeht, wollten sie stattdessen ein breiteres Bewerberprofil erreichen, vor allem von Weißen Männern. Nach 24 Jahren beenden sie nun ihre Fraueninitiative WIN. Weiters wird die Firma wird auch „Globe“ auslaufen lassen, ein Programm, welches homosexuelle Mitarbeiter unterstützt. An ihrer Stelle wird es nun Inklusionsräte geben, die eine Vielfalt von Perspektiven vertreten sollen.

Viele denken, Diversitätsgruppen seien immer noch nötig, um ein fürsorgliches Umfeld zu schaffen. Ein Umfeld, in dem sich Individuen treffen können, um Ideen auszutauschen, Herausforderungen kennenzulernen und sich gegenseitig zu unterstützen.So, is inclusion the right step forward? Do we need to redefine diversity for the modern day?


Also, ist Inklusion der richtige Schritt? Müssen wir Diversität neu für die moderne Zeit definieren?

Für das vierte Treffen in unserer Future Talks Serie haben wir ein Gremium zusammengestellt, um diese Fragen zu beantworten:

Simone Davina, General Counsel, Siemens UK
Bill Mexson, Pensions and Technical Support Manager, Siemens UK
Claire Pemberton, Senior Bid Manager, Siemens UK
Nathanael Watts-Plumpkin, Project Accountant, Siemens UK

Erfahren Sie untenstehend die Highlights der Unterhaltung oder schauen Sie sich die ganze Diskussion hier an.

 

1. Inklusion ist ganz klar ein wichtiges Thema für Siemens. Was sind Ihre Gedanken, was das Deloitte Model angeht?

Davina: Als ich bei Siemens UK anfing, wurde ich der Women in Leadership Gruppe vorgestellt. Das ist eine tolle Initiative, Menschen zusammenzubringen, um miteinander über Probleme zu sprechen. Gleichzeitig denke ich jedoch an Männer oder andere Personengruppen, die eventuell gerne ebenfalls Teil davon wären. Immerhin kann man dort seine Karriere aus verschiedenen Perspektiven betrachten und sich austauschen – interessant für jedermann.

Mexson: Es ist ironisch, dass wir ueber Inklusion sprechen, als ob sie Diversität ausschließe. Das eigentliche Konzept der Inklusion ist ebenfalls, Diversität einzuschliessen und diese diversen Gruppen zusammenzubringen. Wenn Gleichheit der erste Schritt war, dann scheint Inklusion der nächste zu sein.

2. Forschung zeigt, dass junge Leute demographische Schubladen eher als unangenehm empfinden. Stimmt das?

Watts-Plumpkin: Da bin ich auf jeden Fall einverstanden. Ich bin in einem Bildungssystem aufgewachsen, in dem Inklusion noch weiter verbreitet war. Vielleicht war es naiv von mir, aber ich dachte, das wäre auch in dieser Firma der Fall. Ich weiß, es gibt hier Probleme, also müssen wir das ansprechen und diese Gespräche führen.

Davina: Ich denke manchmal, dass es nicht um die junge Generation geht, sondern um das Konditionieren der Leute, die schon in der Firma arbeiten. Sie müssen die gesellschaftlichen Vorteile sehen, die das Einstellen verschiedenartiger Mitarbeiter mit sich bringt.

Wir brauchen eine diverse Organisation, weil verschiedene Ansichten eine Vielfalt an Perspektiven eröffnen. Daraus entstehen dann bessere Produkte, bessere Innovation und bessere Vorgehensweisen.

Simone Davina

3. Simone Davina ist im Vorstand die Ausnahme: jener besteht sonst aus weissen Maennern. Glauben Sie, dass unser Ansatz bezueglich Diversitaet und Inklusion Führungskraefte hervorbringt und Frauen eine Stimme gibt?

Pemberton: In der Bahnautomatisierung, wo ich arbeite, haben Frauen geringe Vertretung - allerdings nicht in allen Abteilungen. Es ist manchmal schwierig, gehört zu werden - daher ist es wichtig, Diversitätsgruppen, Frauengruppen und EDI-Gruppen einzurichten, damit jeder einen Platz am Tisch haben kann.

Watts-Plumpkin: Da stimme ich zu. Wir brauchen die Diversitätsgruppen noch nicht abzuschaffen.

Pemberton: Siemens ist eigentlich ermutigend divers - 66% des Personals besteht aus Frauen und Minderheiten. Aber vielleicht sind wir gerade aufgrund unserer Diversitätsgruppen so divers.

4. Ist unsere Einstellung zu Diversitaet und Inklusion wirklich voellig inklusiv?

Davina: Bei Siemens sind wir noch ziemlich jung - da können wir noch mehr machen. Ich war die erste Frau im Vorstand in den Niederlanden seit 120 Jahren. Wir müssen über die Gründe hierfür nachdenken.

 

Pemberton: Ein unbewusstes Vorurteil gibt es auf jeden Fall immer noch. Tatsächlich versuchen wir es durch unbewusstes Vorurteil-Training zu überwinden, was ich jedem empfehlen würde. Man gelangt zu faszinierender Einsicht

5. Was jetzt die Zukunft angeht, was steht nun fur Siemens an?

Mexson:
Wir müssen die Wichtigkeit von diversen Gruppen erkennen und sie zusammenbringen. Die Leute nicht in Schubladen stecken, sondern als Individuen kennenlernen. Wir müssen verstehen, was sie erreichen können und was sie geben können. Inklusion ermutigt uns, die Einzelperson zu betrachten und als Person zu berücksichtigen, aber das heißt nicht, Diversifikation auszuschließen. Wir brauchen noch Diversitätsgruppen, aber Inklusion scheint doch der nächste logische Schritt zu sein.

Davina: Ja, wir müssen unsere Meinung darüber kundtun. Wir brauchen eine diverse Organisation, weil verschiedene Ansichten eine Vielfalt an Perspektiven eröffnen. Daraus entstehen dann bessere Produkte, bessere Innovation und bessere Vorgehensweisen.

Pemberton: Genau. Wir profitieren alle von einem inklusiveren Arbeitsplatz. Je mehr Diversität es gibt, desto mehr Innovation und Kreativitat gibt es.

 

Dies ist eine Zeit des Wandels. Wie Simone Davina sagt, werde sich in Zukunft die Welt verändern. Unsere Arbeitsweise entwickelt sich stets weiter. Dementsprechend müssen sich Fragen und Gesprächsthemen auch ändern, wenn Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, an denen Menschen sie selbst sein können. Arbeitsplätze, die das Beste aus Mitarbeitern herausholen.

 

Future Talks ist eine weltweite Serie von Diskussionsrunden. Sie bringt Mitarbeiter von Siemens aus allen Teilen des Unternehmens zusammen, um alltägliche Themen miteinander zu teilen, zu besprechen und zu diskutieren. Auf Twitter finden Sie die Highlights mittels Suche nach dem Hashtag #FutureTalks