Für unseren Kunden Vattenfall haben wir eine Lebenszyklusanalyse (LCA) durchgeführt, mit der wir die Umweltrelevanz der Anlage bewertet haben. Diese Methode versetzt uns in die Lage, sämtliche Auswirkungen des Windparks auf die Umwelt über seinen gesamten Lebenszyklus zu berechnen – ein wertvolles Wissen, das auch in den Bau künftiger Anlagen eingeht.
Sieben Kilometer vor der Küste der Stadt Malmö drehen sich die 48 Windturbinen des Offshore-Windparks Lillgrund in der Ostseebrise. Sie stehen auf 20 Meter hohen Betonfundamenten im Öresund. Fast ohne CO2-Emissionen produziert der Windpark 110 Megawatt Strom – genug für 60.000 Haushalte. Im Vergleich zum fossilen Energiemix werden pro Jahr 300.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Den gesamten Windpark einschließlich der Netzanbindung übergab Siemens schlüsselfertig an den schwedischen Energieversorger Vattenfall.
Welche Auswirkungen hat Lillgrund auf die Umwelt? Dieser Frage sind unsere Fachleute mithilfe der Lebenszyklusanalyse nachgegangen und haben hierbei vor allem zwei Faktoren genauer untersucht: den sogenannten CO2-Fußabdruck der Anlage sowie den Zeitraum, der benötigt wird, um die für Bau und Betrieb aufgewandte Energie durch die im laufenden Betrieb erzeugte Energie zu amortisieren. „Der Begriff CO2-Fußabdruck bezeichnet die Menge an Treibhausgasen, die ein Produkt während seines gesamten Lebenszyklus emittiert“, erklärt Falko Parthey von Siemens Energy, der die Bewertung leitete. „Um ihn berechnen zu können, haben wir alle 48 Turbinen, die Umspannanlage, die Fundamente und die Netzanbindung in die Ökobilanz einbezogen. Dafür haben wir die standardisierte Methode genutzt, die wir bei allen Anlagen der Energieerzeugung anwenden.“
In der Lebenszyklusanalyse analysierte das dreiköpfige Siemens-Team in Übereinstimmung mit dem Umweltstandard ISO 14040 alle relevanten Phasen des Produktlebenszyklus. Ausgangspunkt war das Material – denn auch die Rohstoffgewinnung, beispielsweise der Erze, und die anschließende Verarbeitung zu Stahl durch die Lieferanten gilt es zu berücksichtigen. Zusätzlich bewerteten die Ingenieure Produktion, Transport, Inbetriebsetzung, Nutzungsphase, Wartung sowie die spätere Entsorgung. „Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten haben wir eine sehr gute Datenqualität erreicht“, berichtet Parthey zufrieden. „Bei künftigen Analysen werden wir den Dialog noch intensiver führen, indem wir mit unseren Lieferanten die detaillierten Resultate ihrer Komponenten diskutieren.“ Die Untersuchung förderte wichtige Ergebnisse zutage, beispielsweise wie hoch der Umfang des CO2-Fußabdrucks ausfiel und wie viel CO2-Emissionen vermieden werden konnten. Die genauen Resultate der Analyse werden wir als Produktumwelterklärung Typ II nach ISO 14021 im Internet veröffentlichen. Auch der Kunde Vattenfall äußerte sich zufrieden über das Ergebnis der Ökobilanz. Anders Dahl, CEO Vattenfall Vindkraft AB, sagte: „Es ist ein tolles Gefühl, neue Stromerzeugungsanlagen in diesem Maßstab nach hohen Umweltverträglichkeitsstandards bauen zu können“ (Vattenfall CSR Report 2005, Seite 19).
23. Februar 2011 | Author