Fahrspaß inklusive, wie ein von Ruf und Siemens auf Basis eines Porsche 911-Chassis entwickeltes Demofahrzeug zeigt. Parallel dazu treibt vor allem Dänemark das Projekt EDISON voran, bei dem Elektroautos als Speicher für Windstrom genutzt werden sollen. Völlig ohne Motorgeräusche und damit verbundene Emissionen fährt der mit Siemens-Technologie ausgestattete Elektro-Sportwagen aus der Automanufaktur Alois Ruf GmbH. Doch wie alltagstauglich ist diese neue Technologie? Entscheidend ist vor allem das Feintuning des Wechselspiels zwischen den Elektroautos und der Infrastruktur der Stromnetze.
Wann kann wo und wie schnell wie viel Energie zu welchen Preisen geladen werden? Und könnte es sinnvoll sein, dass Elektroautos auch Energie wieder ins Netz abgeben? An diesen Fragen tüfteln gleich mehrere Regionen mit Siemens-Unterstützung: unter anderem Dänemark, München und die deutsche Harz-Region. In Dänemark ist die Nutzung regenerativer Energien, vor allem des Windes, bereits weit fortgeschritten; so stammen hier rund 20 Prozent des Stroms aus Windkraftanlagen. Doch der Wind weht manchmal zu stark, manchmal zu schwach. Daher wird ein Stromspeicher benötigt, der die schwankenden Energiemengen ausgleicht. Genau hier kommt das Elektroauto ins Spiel. Die Idee: Bläst der Wind stark über die dänischen Windparks, sollen zukünftig Tausende von Fahrzeugen ihre Akkus zu günstigen Preisen aufladen und so den überschüssigen Strom auffangen. Bei Flaute können sie dann den Teil davon, den sie nicht für ihre Mobilität benötigen, wieder ins Netz zurückspeisen und so – wegen der dann höheren Vergütung – sogar Geld verdienen. Das klingt heute noch wie Zukunftsmusik, aber in Kooperationsprojekten mit Beteiligung von Siemens wird bereits erforscht, wie dies ablaufen könnte und wie Elektroautos mit dem Stromnetz kommunizieren können.
Im dänischen Risø wird beispielsweise derzeit auf Hochtouren am Kooperationsprojekt EDISON gearbeitet, was so viel bedeutet wie »Electric vehicles in a Distributed and Integrated market using Sustainable energy and Open Networks.« Sven Holthusen, EDISON-Beauftragter beim Sektor Energy, erklärt: »Wir beschäftigen uns vor allem mit der Frage, wie man Elektrofahrzeuge schnell, sicher und effizient laden kann.« 2011 soll sich bei einem Testprojekt auf der dänischen Insel Bornholm zeigen, wie alltagstauglich die Verknüpfung von Elektroauto und erneuerbaren Energien bereits ist.
Während die Partner des EDISON-Projekts vor allem die Leistungselektronik und die Schnellladetechnik betrachten, wird beim Projekt im Harz eher am Ladevorgang und der Kommunikation zwischen Elektroautos und Netz gearbeitet. In München kooperieren BMW, Siemens und die Stadtwerke München: Siemens liefert hier die Ladeinfrastruktur, die Stadtwerke speisen »grünen« Strom ein, und die BMW Group stellt eine Flotte von 40 MINI-E-Fahrzeugen zur Verfügung. Die Kooperationspartner sind sich sicher: Die Zukunft der mobilen Fortbewegung hat bereits begonnen.
04. März 2011 | Author