Betreiber von Abwasseraufbereitungsanlagen werden heute mit einer überalterten Infrastruktur, sich ständig verschärfenden Vorschriften, steigenden Betriebs- und Energiekosten sowie gekürzten Budgets konfrontiert. Siemens unterstützt Anlagenbetreiber dabei, durch ein besseres Energiemanagement nachhaltiger zu wirtschaften. Gemeinsam mit den Anlagenbetreibern stellen wir fest, ob es notwendig ist, einen bestimmten Teilbereich oder die gesamte Wasseraufbereitung zu verbessern. Ziel ist es dabei, die Lebenszykluskosten auf Grundlage dessen, was für die Anlage und ihr Budget am besten ist, zu verringern. Um die passende technische Lösung zu finden, muss man zunächst genau wissen, wie viel Energie die Anlage verbraucht. Hierzu benutzen die Siemens-Ingenieure ein spezielles „Power-Calculator“-Tool, das die Entwicklung der regionalen Energiekosten, das erwartete Abwasservolumen und die Durchflussmuster über den Tag berücksichtigt. Auf dieser Basis werden für verschiedene Systeme des Siemens-Portfolios Vergleichsrechnungen angestellt, um heraus zu finden, welche Lösung die größte Senkung der Energiekosten verspricht.
Siemens bietet ein Optimierungsprogramm für biologische Verfahren an, das spezifische Kostenfaktoren wie Energie, Personal oder Entsorgung untersucht. Darüber hinaus berücksichtigt es wichtige Prozesse, etwa die biologische Behandlung sowie die Feststoffabtrennung, -behandlung und -kontrolle. Damit lassen sich die Energiekosten spürbar senken. So konnten beispielsweise in einer Aufbereitungsanlage in Kalifornien mit dem Cannibal®-Interchange-Bioreaktorsystem die Biofeststofferzeugung um 70 Prozent und die Lüftungsanforderungen in der aeroben Belebtschlammstufe um mehr als 90 Prozent reduziert werden.
Der Einsatz von Regelungs- und Telemetriesystemen ist eine weitere Möglichkeit, den Anlagenbetrieb effizienter zu gestalten und den Betreibern Kosten zu sparen. Ein Beispiel hierfür ist das Link2Site®-Flex-System, eine „Wireless-to-Web“-Lösung für die Fernüberwachung und -bedienung, die auch auf bestehende Anlagen und -komponenten aufgesetzt werden kann. Damit lassen sich Wartungs- und Servicekosten einsparen und somit der Betrieb optimieren.
Siemens ist führend in der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien und Prozesse, um die in Aufbereitungsanlagen gewonnene Energie nutzbar zu machen. So ist beispielsweise die mechanisch optimierte Biotrocknung (MOB) die Antwort auf Forderungen der Industrie nach einem vielseitigen Endprodukt. Es kann als Dünger oder Brennstoff verwendet werden und lässt sich mit einem geringeren Energieaufwand als bei thermischen Standardtrocknungsverfahren herstellen.
Die Forschungsarbeiten an dieser „grünen“ Lösung für die Abwasseraufbereitung finden im globalen Forschungs- und Entwicklungszentrum von Siemens in Singapur statt. Das neue Verfahren soll nicht nur der Energiegewinnung aus kommunalen Abwässern dienen, sondern auch die Biofeststoffmenge um 30 Prozent reduzieren. Der Energiegehalt des Abwassers wird in Form von Biogas gewonnen. Ziel ist eine von externer Energiezufuhr weitgehend unabhängige Anlage. Die geringere Feststoffmenge bedeutet niedrigere Betriebskosten sowie reduzierte Transport- und Bearbeitungskosten.
| Niedrigere Energiekosten |
| Geringere Menge an Biofeststoffen und damit niedrigere Transportkosten |
| Kosteneinsparungen durch den Einsatz von Biogas für den Betrieb von Abwasseraufbereitungsanlagen |
| Geringerer Energieverbrauch |
| Weniger Emissionen aufgrund des geringeren Transportbedarfs bei Biofeststoffen |
| Möglichkeit des Recyclings von Biogas für den Betrieb der Anlage |
| Umwandlung von Biofeststoffen in Kompost |
| Verringerte Geruchsbildung |
25. Februar 2011 | Author