Gas- und Dampfkraftwerke (GuD-Kraftwerke) von Siemens gehören zu den umwelt- und klimaverträglichsten fossil befeuerten Kraftwerken weltweit. Sie nutzen den Brennstoff doppelt: Das Gas betreibt eine Gasturbine und heiße Abgase der Gasturbine erzeugen Dampf für eine nachgeschaltete Dampfturbine. Dadurch lässt sich der Wirkungsgrad des Kraftwerks deutlich erhöhen: Moderne GuD-Kraftwerke erreichen rund 58 Prozent. Weitere Steigerungen sind durch höhere Verbrennungstemperaturen möglich.
Ein weiterer Vorteil dieses Kraftwerkstyps besteht darin, dass bei der Verbrennung von Erdgas im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen relativ wenig Kohlendioxid erzeugt wird. Damit sind die Generatoren in GuD-Kraftwerken eine Schlüsseltechnologie für die Bekämpfung des Klimawandels.
Im Dezember 2007 hat Siemens zum ersten Mal die mit einer Leistung von 375 Megawatt leistungsstärkste und zugleich umweltfreundlichste Gasturbine der Welt im Kraftwerk Irsching 4 (Bayern) gezündet. Sie setzt mit einem Wirkungsgrad von mehr als 60 Prozent im GuD-Betrieb und Stickoxid-Emissionen von unter 15 ppm (parts per million) neue Standards in punkto Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit.
Aufgrund der verbesserten Energieeffizienz benötigt die Gasturbine in Irsching weniger Brennstoff pro erzeugter Kilowattstunde. Dadurch verringern sich die Kohlendioxid- und Stickoxid-Emissionen. Im späteren kombinierten Gas- und Dampfturbinen-Betrieb soll die Turbine mit über 60 Prozent sogar einen neuen Weltrekord beim Wirkungsgrad erreichen. Dadurch entstehen im Vergleich mit bisherigen GuD-Kraftwerken dieser Leistung jedes Jahr 45.000 Tonnen weniger Kohlendioxid.
Aufgrund der besonderen Vorteile soll diese Technik nicht nur für Gas, sondern zukünftig auch für Brennstoffe wie Kohle, Biomasse oder Rückstände aus Raffinerien Verwendung finden. Den größten Erfolg versprechen hier GuD-Kraftwerke mit integrierter Vergasungsanlage, sogenannte IGCC-Kraftwerke (Integrated Gasification Combined Cycle).
| Deutlich erhöhter Wirkungsgrad durch die Kombination von Gas- und Dampfturbine |
| Hohe Flexibilität und Verfügbarkeit, niedrige Lebenszykluskosten |
| Niedrigerer Brennstoffverbrauch |
| Reduzierte Betriebskosten |
| Deutlich geringere Kohlendioxid-Emissionen je Kilowattstunde – rund 345 Gramm pro kWh bei modernen GuD-Kraftwerken im Vergleich zu rund 578 Gramm pro kWh im Weltdurchschnitt der Stromerzeugung. |
| Weitere Emissionsminderungen sind absehbar – jährlich 45.000 Tonnen weniger Kohlendioxid- Emissionen durch einen um zwei Prozentpunkte höheren Wirkungsgrad gegenüber vorangegangener Kraftwerkstechnologie. |
28. Februar 2011 | Author