Die Energieversorgung ist im Wandel. Strom wird in Zukunft immer häufiger dezentral erzeugt werden – beispielsweise in Windenergie-, Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlagen. Bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien kommt es jedoch naturgemäß zu Schwankungen, denn der Wind weht nicht unbedingt dann am stärksten, wenn die größten Strommengen benötigt werden. Die Stromnetze müssen daher für unregelmäßige Einspeisungen flexibel und reaktionsfähig – und damit intelligent – gemacht werden.
Eine wichtige Komponente intelligenter Netze sind so genannte Smart Meter. Mit diesen elektronischen Zählern lassen sich Stromerzeugung und -verbrauch besser aufeinander abstimmen. Netzbetreiber können Kunden, die in Zeiten hoher Netzauslastung Strom sparen und auf Nebenzeiten ausweichen, mit günstigen Tarifen belohnen. Dies kann dazu beitragen, Verbrauchsspitzen zu kappen. Ein erfreuliches Resultat wäre, dass ineffizient arbeitende Reservekraftwerke seltener laufen müssten oder ganz abgeschaltet werden könnten. Das würde die erzeugungsbedingten Kohlendioxid-Emissionen reduzieren und wäre ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.
Siemens bietet Energieversorgern eine Komplettlösungen für das Auslesen des Stromverbrauchs und das Management von Verteilernetzen an: das Automated Metering and Information System (AMIS). AMIS registriert den zeitlichen Verlauf des Verbrauchs jedes einzelnen Stromkunden. Auch die Qualität des gelieferten Stroms, z.B. ob es Stromausfälle gab und in welcher Länge, wird aufgezeichnet und dokumentiert. Zudem bietet AMIS Netzbetreibern die Möglichkeit, ihre Schlüsselprozesse zu optimieren und ihren Kunden neue Dienstleistungen anzubieten. Die Kunden wiederum erhalten jederzeit detaillierte Informationen über ihren Stromverbrauch und die anfallenden Kosten. Das liefert ihnen die Grundlage, um ihre Energienutzung bewusst und effektiv zu beeinflussen.
AMIS nutzt das Stromnetz selbst, um die erfassten Daten zu übermitteln. Ein Datenkonzentrator in den Transformatorstationen sammelt die Verbrauchsdaten der einzelnen Zähler und schickt die Informationen an die Leitstelle weiter. Die Lastschaltgeräte arbeiten in zwei Richtungen und können eigenständig Lasten zu- oder abschalten. Die Energieversorger haben so die Möglichkeit, jederzeit regulierend in das Netz einzugreifen.
AMIS ist außerdem als offene Kommunikationsplattform für die Verbrauchsdaten von Gas, Fernwärme, Wasser nutzbar. Per Kabel oder Funk lassen sich diese in das Fernauslesesystem einbinden. Die Kunden können ihren momentanen Verbrauch zusammen mit Lastprofilen über ein Internetportal am PC abrufen.
| Überwachung und Optimierung des Energieverbrauchs basierend auf dem Echtzeitpreis für Energie und dem individuellen Bedarf |
| Höhere Zuverlässigkeit und mehr Transparenz |
| Integration als Energieerzeuger (z. B. Photovoltaik, Windpark, Biomasse) und Verbraucher (z. B. Elektroauto) |
| Grundlage für bessere Integration erneuerbarer Ressourcen mit Verringerung der CO2-Emissionen |
| Lösung von der Ablesung bis zur Abrechnung und Integration von Backend-IT-Systemen |
| Automatisierung des Verteilernetzwerks einschl. Trafostationen |
| Zusätzliche Dienstleistungen (Integration von Zählern in andere Medien, Hausautomation) |
28. Februar 2011 | Author