Die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien gewinnt immer mehr an Bedeutung. Große Windkraftanlagen und Solarthermie-Kraftwerke entstehen jedoch meist abseits von Ballungsräumen und Industriegebieten. Der Strom muss deshalb über große Entfernungen hinweg transportiert werden, z. B. von Offshore-Windparks via Unterseekabel zum Festland. In solchen Fällen ist die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ; englisch HVDC – High-Voltage Direct Current) die beste Transportmethode.
HGÜ ist zwar technisch aufwendiger als Wechselstromübertragung, bietet aber zwei große Vorteile gegenüber dieser herkömmlichen Methode. Selbst beim Transport über tausende Kilometer hinweg geht nur ein minimaler Teil der Energie verloren. Zudem ist die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung die einzige Möglichkeit, technisch inkompatible Stromnetze miteinander zu verbinden.
Siemens ist in der HGÜ-Technologie führend und hat weltweit bereits etliche dieser bewährten Übertragungen eingerichtet, so die 1.400 Kilometer lange HGÜ-Verbindung zwischen der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas und der im Süden des Landes liegenden Provinz Guangdong. Für die Übertragung über so weite Strecken sind extrem hohe Spannungen nötig – 800.000 Volt wurden bereits erreicht.
Die neueste HGÜ-Entwicklung von Siemens ist die sogenannte HVDC-Plus-Technik, die auf selbstgeführten Stromrichtern („Voltage Sourced Converter“) basiert. Vorteile von HVDC Plus sind die Anbindung sehr schwacher Netze und der geringe Platzbedarf für die Stromrichterstationen. Die besonders zuverlässige und sichere Technik ist deshalb vor allem auch für große Ballungsgebiete geeignet.
| Hohe Übertragungskapazität |
| Geringere Verluste |
| Geringere Kosten |
| Senkung der CO2-Emissionen |
| Verringerter Verbrauch von Primärenergie |
| Grundfläche der HGÜ-Masten nur halb so groß wie bei Wechselstromsystemen |
28. Februar 2011 | Author