Wenn Sportanlagen geschlossen werden sollen, dann sind oft ganze Gemeinden davon betroffen. So war das auch im Falle des Marie Wallace Bayswater Oval, einem großen Stadion für Football und Cricket in einem östlichen Vorort von Melbourne, Australien. Anhaltende Trockenheit und Wasserknappheit hatten dazu geführt, dass die Arena als nicht mehr sicher galt und geschlossen werden sollte. Eine lokale Initiative für verbesserte Wassernutzung, unterstützt durch Siemens, konnte schließlich das drohende Aus für das Stadion abwenden.
Sportanlagen wie das Bayswater Oval spielen für Australiens Kommunen und Gemeinden eine zentrale Rolle. Sie werden ganzjährig genutzt: im Sommer für Cricket, im Winter für Football. Darüber hinaus haben die Sportstätten eine soziale Funktion als Bürgertreffpunkt bei lokalen Veranstaltungen. Werden solche Einrichtungen geschlossen, wird den Menschen ein ganzes Stück Lebensqualität genommen.
Außenanlagen von Sporteinrichtungen müssen regelmäßig bewässert werden, damit sich der Rasen zwischen den Veranstaltungen erholen kann und eben bleibt – für sicheren Sport. Das Problem: Seit mehr als zehn Jahren kämpft Melbourne, wie viele andere australische Regionen, mit der Trockenheit. Die Behörden dachten daher seit Längerem über zusätzliche Wassersparmaßnahmen nach. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der Sportarena sprichwörtlich der Hahn abgedreht werden würde. Natürlich machte die drohende Schließung schnell die Runde. Am nur zwei Kilometer entfernten Siemens-Standort wurde umgehend gehandelt.
Roslyn Sayers, Vice President für den Bereich Nachhaltigkeit, betont, es habe mehrere gute Gründe für dieses prompte Engagement gegeben. „Es lag nicht nur daran, dass sich die Arena praktisch in unserem Hinterhof befindet. Wir wussten, dass wir die Technologie, das Know-how und die Be- und Entwässerungsinfrastruktur hatten, um zu helfen. Wir taten also einfach nur das Notwendige und Richtige.“ Hand in Hand mit einer ganzen Reihe starker Partner – darunter „us“ Utility Services, South East Water und Regierungsbehörden – entwickelten Siemens-Ingenieure mit dem „Stormwater Harvesting“ eine wegweisende Lösung, die Regenwasser auffängt, speichert und je nach Bedarf verteilt.
In einen Tank mit einer Kapazität von 15.000 Quadratmetern wird das Wasser für die Bewässerung des Bayswater Sports Oval bis zur Verwendung gespeichert.
So hat Siemens zur Rettung des Bayswater Oval ein innovatives System entwickelt, das Regenwasser von Dächern, Parkplätzen und anderen Abläufen sammelt – auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe zur Siemens-Zentrale für Australien und Neuseeland. Befreit von Ölrückständen und Fremdkörpern, wird das Wasser zunächst in einem unterirdischen Tank in der Siemens-Zentrale gespeichert. Anschließend wird es mit UV-Strahlen entkeimt und über eine Strecke von 1,3 km in einen Tank mit einer Kapazität von 15.000 Quadratmetern in das Bayswater Sports Oval gepumpt. Von hier aus werden dann die Rasenflächen bewässert. Siemens hat insgesamt 107.500 Euro in die Entwicklung und den Bau der Systemkomponenten investiert. Die staatlichen Unterstützungsleistungen betrugen weitere 279.000 Euro. Unterm Strich kostete das Projekt rund 500.000 Australische Dollar oder etwa 410.000 Euro. Eine lohnende Investition in Nachhaltigkeit und Lebensqualität.
2011-Feb-23 | Author