niedrigerer Energieverbrauch als bei konventionellen Elektrolichtbogenöfen
Wenn es einen Standort gibt, der voll und ganz hinter einem Innovationsprojekt steht, dann ist das Siemens VAI Metals Technologies in Willstätt-Legelshurst. Der Standort nahe der französischen Grenze ist eine Innovationsschmiede für die Stahlerzeugung. Die neueste Entwicklung: ein hocheffizienter und umweltfreundlicher Elektrolichtbogenofen – der SIMETAL EAF Quantum. Die Inbetriebnahme des ersten Ofens ist für 2013 vorgesehen.
Die weltweite Nachfrage nach Stahl wächst. Aber die Eisen- und Stahlerzeugung ist auch für rund 20 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs in der Industrie und für 30 Prozent der industriellen Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Vor allem die Elektrolichtbogenöfen zum Einschmelzen von Metallschrott verbrauchen große Mengen an Strom. Grund genug für sieben Ingenieure mit Pioniergeist, im Jahr 2009 mit der Entwicklung eines innovativen Elektrolichtbogenofens zu beginnen. Das Ziel: höhere Gesamtleistung, geringerer Energieverbrauch und reduzierte Treibhausgas-Emissionen. Das war die Geburtsstunde des SIMETAL EAF Quantum – ein bahnbrechender Fortschritt in der Effizienz von Elektroöfen.
Das Team präsentierte seinen vielversprechenden Konstruktionsentwurf der Geschäftsleitung – und brachte damit den Stein ins Rollen. „Wir erkannten das große Potenzial des neuen Ofenkonzepts für unsere Kunden und beschlossen sofort, dem Projekt Vorrang einzuräumen“, erinnert sich Geschäftsführer Bertram Junker. Die Nachricht vom geplanten neuen Ofen wurde von den mehr als 320 Mitarbeitern begeistert aufgenommen, von den Ingenieuren ebenso wie von den Kaufleuten und Vertriebsmitarbeitern. Das bestätigt auch Dr. Markus Dorndorf, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung: „Der gesamte Standort steht geschlossen hinter dem Projekt. Jeder setzt sich voll und ganz dafür ein.“
Innovationen in der Stahlerzeugung haben in Willstätt-Legelshurst Tradition. Der Quantum-Elektrolichtbogenofen ist das Kernstück eines neuen Kompaktstahlwerks, das Siemens für den mexikanischen Stahlproduzenten Talleres y Aceros S.A. de C.V. (Tyasa) am Standort Ixtaczoquitlán errichtet. Mit ihm können Schmelzfolgezeiten von nur 36 Minuten erreicht werden. Der Energieverbrauch liegt mit nur 280 Kilowattstunden pro Tonne Rohstahl bis zu 20 Prozent unter dem konventioneller Elektrolichtbogenöfen. Tyasa-CEO Oscar Chahin Trueba unterstreicht die Fakten mit seiner Aussage: „Wir versprechen uns wesentliche Vorteile bei den Betriebskosten, insbesondere dank des neuen Elektrolichtbogenofens.“ Nicht zuletzt werden durch die Innovation aus Willstätt-Legelshurst auch die Kohlendioxidemissionen gesenkt – um 30 Prozent!
Während einige Mitarbeiter am Standort fieberhaft an der Umsetzung des neuen Tyasa-Ofens arbeiten, beschäftigen sich andere bereits mit neuen Konzepten, die den Wirkungsgrad des Ofens noch weiter verbessern sollen. Wir sind gespannt, was ihnen als Nächstes einfällt.
2011-Feb-23 | Author