Auch wenn 71 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, haben viele Menschen keinen Zugang zu ausreichenden Mengen an sauberem Trinkwasser und in vielen Teilen der Welt herrscht Wasserknappheit. Der größte Teil des Wassers befindet sich als Salzwasser in den Meeren oder ist als Eis in den Polen, in Gletschern oder Dauerfrostböden gebunden. Nur 0,27 Prozent der Gesamtwassermenge, also 3,6 Millionen Kubikkilometer, stehen als Trinkwasser zur Verfügung.
Siemens hat mit dem Kauf von US Filter – der heutigen Geschäftseinheit Water Technologies – die strategische Entscheidung für ein Engagement auf dem Wassermarkt getroffen. Dadurch können wir individuelle Lösungen zur kommunalen und industriellen Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung anbieten.
Aufgrund des Produktportfolios hat Siemens in der Produktion einige Jahre lang nicht besonders viel Wasser verbraucht, nachdem Infineon als Halbleiterhersteller und größter Wassernutzer 1999 aus dem Siemens-Konzern ausgegliedert worden war. Die Situation hat sich jedoch mit der Eingliederung von Water Technologies geändert. Diese Geschäftseinheit vertreibt nicht nur Wasseraufbereitungs-Technologien, sondern tritt auch als Dienstleister auf und regeneriert beispielsweise Ionenaustauscherharze von Kunden. Dabei wird Rohwasser verbraucht und es fallen größere Mengen an Produktionsabwasser an.
Wasserwirtschaft hat vor allem lokale Bedeutung: Es hängt stark von örtlichen Gegebenheiten ab, wie viel Wasser zur Verfügung steht („Wasserdargebot“) und wie hoch die Wasserqualität ist. Wir haben daher 2010 begonnen, unsere Herangehensweise an das Thema zu verfeinern. Wir wissen jetzt, welche unserer berichtenden Standorte sich in Ländern befinden, in denen das Wasserdargebot stark ausgenutzt wird oder Wassermangel herrscht (Wasserstress). Im laufenden Umweltprogramm sind noch alle umweltrelevanten Produktionsstandorte dazu aufgefordert, ihre Umweltleistung beim Wasserverbrauch zu verbessern. In zukünftigen Programmen werden wir jedoch dort ansetzen, wo das Risiko „Wasserstress“ am größten ist und angepasste Ziele fordern. Je nach Relevanz werden diese Ziele den Wasserverbrauch oder auch die Wasserqualität berücksichtigen.
05. März 2011 | Author