Seit Mitte der 90er Jahre erfasst Siemens seine relevanten Umweltdaten. Wir nutzen ein unternehmensweites IT-Umweltinformationssystem, um den steigenden Anforderungen an die Umweltberichterstattung gerecht zu werden. Hierin erfassen wir weltweit die Daten von mehreren hundert Standorten und Organisationseinheiten.
Mithilfe dieses weltweiten Umweltinformationssystems kontrollieren wir die Umweltauswirkungen und Umweltleistungen von Siemens. Auf Basis dieser Umweltberichtserstattung ermitteln wir relevante Kennzahlen für den Konzern und leiten daraus entsprechende Anforderungen an den produktbezogenen und betrieblichen Umweltschutz ab.
Im betrieblichen Umweltschutz sind alle Standorte berichtspflichtig, die einen in der folgenden Tabelle aufgeführten Schwellenwert für Ressourcenverbräuche, Abfallaufkommen oder Emissionen überschreiten:
| Parameter | Schwellenwerte für die Umweltberichterstattung in SESIS |
| Primärenergie | >1.000 Gigajoule |
| Sekundärenergie | >1.000 Gigajoule |
| Abwasser (Produktions- und Sanitärabwasser) | >1.500 Kubikmeter |
| Gefährlicher Abfall | >1 Tonne |
| Nicht gefährlicher Abfall | >50 Tonnen |
| Kältemittel (speziell zum Beispiel R22) | >50 Kilogramm |
| Direkte Treibhausgasemissionen (äquivalent) | >1.000 Tonnen |
Berichtspflichtig sind sowohl Produktions- und Forschungsstandorte als auch Bürostandorte. Es werden Umweltdaten erhoben, die der Überwachung der Umweltleistung, der Bewertung für die Umweltzielerreichung und der Umweltberichterstattung dienen. Vollständige Datensätze müssen einmal jährlich abgegeben werden. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir zusätzlich an allen Standorten die Quartalsberichterstattung eingeführt.
Neben der Erfassung von Umweltdaten nutzen wir unser Umweltinformationssystem auch dazu, in einem weiteren Bericht den aktuellen Reifegrad eines Umweltmanagementsystems zu bewerten. Dieses Verfahren wird einmal jährlich von allen umweltrelevanten Standorten durchgeführt. Je nach Wunsch können parallel zur Umsetzung der in der ISO 14001 enthaltenen Elemente auch die der OHSAS 18 001 beurteilt werden (OHSAS 18001: Managementsystem zum Arbeitsschutz).
Bewährt hat sich inzwischen auch das im Jahr 2007 eingeführte Reporting zum Thema „Produktbezogener Umweltschutz“. Differenziert nach Business Units erfassen wir in unserem Umweltinformationssystem Themen wie den Umgang mit kritischen Stoffen, Erfassung und Kommunikation des ökologischen Fußabdrucks unserer Produkte, der Umsetzung unseres Managementansatzes, sowie Verpackungen.
Aufbauend auf den gemachten Erfahrungen überarbeiten wir das SESIS- Reporting jährlich. Dadurch werden nicht nur das Erstellen und das Auswerten der Berichte vereinfacht und verbessert, sondern auch gleichzeitig aktuelle Themen in Form neuer Fragen integriert.
Methodik zur Überwachung der Umweltziele
Im betrieblichen Umweltschutz messen wir Umweltauswirkungen und Ergebnisse des Umweltprogramms an allen umweltrelevanten Büro- und Produktionsstandorten. Basisjahr für Vergleiche ist das Geschäftsjahr 2010.
Für die Messung und Beobachtung unserer Umweltauswirkungen verwenden wir absolute Größen, wie zum Beispiel Energieverbrauch in Gigajoule. Die Angaben sind nicht portfoliobereinigt, sondern stellen den realen Verbrauch des jeweiligen Geschäftsjahres dar. Eine Ausnahme bilden die CO2-Emissionen, bei denen wir entsprechend der Vorgaben des Treibhausgasprotokolls des World Resources Institute eine Portfoliobereinigung durchführen.
Die Umweltleistung (hier: Abfall- und Energieeffizienz) berechnen wir auf portfoliobereinigter Basis. Zusätzlich skalieren wir die Umweltdaten von Produktionsstandorten mit dem lokalen Werksumsatz (z.B. Herstellkosten der Produktion), die der Bürostandorte mit der Nettogrundfläche. Damit werden Umweltauswirkung und wirtschaftliche Aktivität bzw. Größe des Standorts zueinander in Beziehung gesetzt. Diese Vorgehensweise ermöglicht es uns, die zeitliche Entwicklung der Umweltleistung vergleichbar darzustellen und zu überwachen, unabhängig von Zukauf oder Abgabe von Unternehmensteilen.
Zur Bestimmung unserer Energieeffizienz haben wir unsere Methodik weiterentwickelt. Wir verwenden eine einzelne Kennzahl, die einen gewichteten Primärenergiebedarf aller an den Standorten verwendeten Energieträger ermittelt. Hierbei wird auch die Energiemenge berücksichtigt, die anfällt, wenn die eingesetzten Brennstoffe gewonnen, umgewandelt und verteilt werden. Fossile Energieträger erhalten einen höheren Primärenergiefaktor als erneuerbare Energieträger. Durch gezielte Wahl des Energieträgers können Siemens-Standorte so ihre Energieeffizienz steigern und gleichzeitig zu einem ressourcenschonenden Umgang der Energienutzung beitragen.
Siemens orientiert sich beim Berichten über Treibhausgasemissionen am Leitfaden des Green House Gas Protocols (World Resource Institute/World Business Council for Sustainable Development). Bei der Berechnung gehen wir nach folgender Systematik vor: