Siemens verfügt über ein weltweites Umweltschutznetzwerk, in dem Wissen über Umweltmanagement, Methoden, Lösungen und Erfahrungen auch über Standort-, Sektoren- und Ländergrenzen hinaus kommuniziert und ausgetauscht wird.
So finden z.B. mehrmals jährlich Treffen der Umweltreferenten der Divisionen statt. Auf internationaler Ebene pflegen wir den Austausch bei jährlichen Treffen der Regionen Europa, Nordamerika sowie Asien/Pazifik. Dabei erhalten die Verantwortlichen und Fachleute aktuelle Informationen über neue Entwicklungen im Umweltschutz bei Siemens. Darüber hinaus nutzen wir die Treffen, um auf internationaler Ebene Expertenwissen auszutauschen.
Neben regionalen Konferenzen veranstalten wir unterschiedliche fachbezogene Treffen. Dazu gehören zum Beispiel der „Council Environmental Product Management” (Rat für Produktbezogenes Umweltmanagement), das unter anderem die internen Anforderungen an die umweltgerechte Produktgestaltung weiterentwickelt, oder der „Industrial Environmental Protection Council“ (Rat für Betrieblichen Umweltschutz), in dem z.B. derzeit gerade die neuen Umweltziele entwickelt werden.
Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich Siemens für eine gesunde und lebenswerte Umwelt: Bereits 1971 richtete das Unternehmen ein Umweltschutzreferat ein. Anlässlich dieses Jubiläums wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal der Umweltpreis vergeben. Dass Umweltbewusstsein und ökologische Fragen bei Siemens tief in der Unternehmenskultur verankert sind, belegen die 70 Bewerbungen für diesen inzwischen zur Tradition gewordenen firmeninternen Umweltschutzwettbewerb. Eine aus externen Wissenschaftlern und Siemens-Experten bestehende Jury wählte die Sieger aus und verlieh zusätzliche Auszeichnungen.
In den drei Wettbewerbskategorien "Umweltverträgliche Produkte und Lösungen“, "Umweltverträgliche Prozesse“ sowie "Umweltmanagement und Umweltengagement" wurden jeweils ein erster Preis und weitere Auszeichnungen vergeben; außerdem verlieh Siemens einen Sonderpreis und ehrte vorbildliche Business Units.
Umweltverträgliche Produkte und Lösungen
Der 1. Preis in der Wettbewerbskategorie „Umweltverträgliche Produkte und Lösungen“ ging an das Erlanger Team von Dieter Schletterer in der Division Drive Technologies, Sektor Industry, für das Pilotprojekt Südbayrisches Portland-Zementwerk. Die Firma Rohrdorfer Zement hat Siemens beauftragt, die überschüssige Abwärme der Zementfabrik in elektrische Energie umzuwandeln. Bisher werden durchschnittlich 40 Prozent der Abwärme aus Zementwerken in die Atmosphäre abgegeben. Die Pilotanlage setzt neue Maßstäbe und wird vom Bundesumweltministerium gefördert.
Umweltverträgliche Prozesse
Sieger der Kategorie „Umweltverträgliche Prozesse“ wurde das Team von David Crowley aus der Imaging & Therapy Systems Division, Sektor Healthcare, in Oxford, England. Es forscht auf dem Gebiet der Magnettechnologie. Zur Erprobung im Werk, müssen supraleitende Magneten von Magnetresonanztomographen mit flüssigem Helium auf 4,2 Kelvin (-269 Grad Celsius) gekühlt werden. Das Team entwickelte das revolutionäre und mittlerweile patentierte Kühlungsverfahren „Closed Loop Mechanical Cooling“, um den Bedarf des teuren flüssigen Heliums deutlich zu reduzieren. Die Einsparungen sind enorm: Pro System werden 1.000 Liter weniger flüssiges Helium benötigt, es gibt weniger Abfall durch ein ausgeklügeltes Recycling-Verfahren und die Produktionszeit konnte um zwei Tage verkürzt werden.
Umweltmanagement und Umweltengagement
Für vorbildliches Umweltmanagement und beispielhaftes Umweltengagement wurde jeweils ein erster Preis vergeben.
Sieger der Unterkategorie „Umweltmanagement“ ist das Team um Kevin Dutton für die Initiative „Think green“ bei Siemens Motion Control Systems in Congleton, Großbritannien. Die Devise in Congleton lautet „Practice what we preach“, also im eigenen Werk so viel Siemens-Technologie wie möglich verwenden, zum Beispiel PLM Software, Beleuchtung von OSRAM, Gebäudetechnik von Siemens sowie die vor Ort hergestellten eigenen Wechselrichter. Daneben wurden zahlreiche weitere Maßnahmen eingeführt, die den Energieverbrauch und die Menge an Abfall reduziert haben. Das Ergebnis: Seit Beginn des Projekts wurden der Stromverbrauch um fast die Hälfte und der Gasverbrauch um etwa ein Drittel gesenkt. Außerdem konnten zwei Drittel der Fahrten zur Mülldeponie eingespart werden.
Das Team von Thomas Donhauser (Siemens Restaurant Services) erhielt den 1. Preis in der Unterkategorie „Umweltengagement“ für die Einführung des TERRA, eines Nachhaltigkeitstags in der Mitarbeiterverpflegung. Die Idee: Einmal im Monat werden in den Kantinen von fast allen deutschen Siemens-Standorten hauptsächlich vegetarische Gerichte serviert. Allein an einem Aktionstag werden dadurch deutschlandweit bis zu vier Tonnen Fleisch eingespart und bis zu 12 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß vermieden.
Sonderpreis für Hochleistungsturbine
Einen Sonderpreis hat Siemens in der Kategorie „Umweltverträgliche Produkte und Lösungen“ vergeben. Ihn erhielt das Team um Werner Heine der Division Fossil Power aus Mülheim an der Ruhr für die Hochleistungsdampfturbine, mit der der Kraftwerksneubau Irsching IV in Bayern den Wirkungsgrad-Weltrekord von über 60 Prozent erzielte. Die Turbine kann außerdem in Rekordzeit Lastspitzen abdecken – eine Anforderung, die durch den stetigen Ausbau erneuerbarer Energien von grundsätzlicher Bedeutung für den Betrieb fossil befeuerter Kraftwerke ist.
Zusätzlich zeichnete die Jury die Siemens-Regionalgesellschaft Kanada im Rahmen des Best Performance Awards als beste Siemens-Regionalgesellschaft aus. OSRAM erhielt die Auszeichnung als beste Division. Mit dem Green Factory Award wurden der Standort Aalborg der Division Wind Power, der Standort Krefeld von Rail Systems und der Standort Walpole von Diagnostics in den USA ausgezeichnet.
Zur Weiterbildung der mit dem Produktbezogenen Umweltschutz befassten Funktionsträger im Unternehmen gibt es jährlich eine zweitägige Fachveranstaltung. Darüber hinaus werden unsere Fachleute in separaten Veranstaltungen zu aktuellen Themen informiert. Für Umweltschutzbeauftragte oder andere Mitarbeiter mit umweltrelevanten Aufgaben an den Fertigungsstandorten organisieren wir Fachveranstaltungen im Betrieblichen Umweltschutz. In Deutschland ist dies beispielsweise eine mehrtägige Tagung, auf der wir Neues zum Umweltschutz bei Siemens und im Umweltrecht vorstellen und zusätzlich ein allgemeines Schwerpunktthema oder die jährliche Weiterbildung der Siemens-Umwelt-Auditoren anbieten. Weltweit finden Schulungen der SESIS-Nutzer zum betrieblichen und produktbezogenen SESIS-Reporting statt, um die Qualität der Umweltberichterstattung sicherzustellen und neue Nutzer einzuweisen.
Sind spezifische Fachvorträge oder Fachveranstaltungen von Sektoren, Divisionen, Geschäftseinheiten oder Regionalgesellschaften gewünscht oder notwendig, stehen die Experten aus den Unternehmensreferaten hierfür mit ihrem Fachwissen jederzeit zur Verfügung.
Der Wissensaustausch findet jedoch nicht nur auf Unternehmensebene statt: Die Divisionen oder Regionalgesellschaften veranstalten ebenfalls regelmäßig Treffen, um ihre produktions- oder produktbezogenen bzw. länderspezifischen Themen zu diskutieren.
Kunden und Öffentlichkeit erwarten zunehmend Informationen über die Umweltverträglichkeit unserer Produkte. Dem dienen unsere Produktumweltdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD).
02. März 2011 | Author