Siemens berichtet seine Treibhausgasemissionen in Anlehnung an den vom World Ressources Institute (WRI) in Zusammenarbeit mit dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) erstellten Leitfaden des Greenhouse Gas Protocols. Alle angegebenen Kennzahlen zu unseren Treibhausgasemissionen wurden daher nach dieser Methode und Systematik berechnet.
Im vergangenen Jahr sind unsere Treibhausgasemissionen leicht gestiegen, um etwa ein Prozent. Dieser Anstieg ist auf gestiegene SF6-Emissionen und höhere Emissionen im Gebäudebereich zurück zu führen. Ein Rückgang erfolgte bei den durch Geschäftsreisen verursachten Treibhausgasemissionen, da weniger Flugreisen gebucht wurden.
Im Berichtswesen erfassen wir rund 92 Prozent unserer indirekten und direkten Treibhausgasemissionen. Die restlichen acht Prozent werden anhand einer Hochrechnung ermittelt. Es handelt sich um Treibhausgasemissionen, die durch Aktivitäten von Mitarbeitern verursacht werden, die nicht direkt im Berichtswesen erfasst sind.
Siemens betreibt eine Heizanlage in Deutschland, die unter den europäischen Emissionshandel fällt. Sie hat einen Anteil von 0,4 Prozent an den direkten und indirekten Treibhausgasemissionen von Siemens.
Über die Klimaschutzthematik hinaus sind weitere industrielle Emissionen in die Luft umweltrelevant. So sind beispielsweise flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC) als Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon eine der Ursachen für den sogenannten Sommersmog. Bei Siemens werden diese organischen Verbindungen bei Lösemitteln in Lacken und Klebern sowie bei Imprägnierverfahren und in der Oberflächenreinigung eingesetzt.
Die Verwendung von Substanzen, die zur Zerstörung der Ozonschicht in der Stratosphäre beitragen, wurde im internationalen Vertrag zum Schutz der Ozonschicht (Protokoll von Montreal) und in länderspezifischen Gesetzesinitiativen auf der ganzen Welt stark eingeschränkt. Konsequenterweise setzen wir bei Siemens solche Stoffe nur noch dann ein, wenn es keine umweltverträglicheren Alternativen gibt – beispielsweise bei Kältemitteln.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Höhe der VOC-Emissionen zurückgegangen. Der Rückgang ist vor allen auf die Osram-Ausgliederung zurück zu führen. Die Emissionen von Ozonschicht abbauenden Stoffen waren in 2012 ebenfalls niedriger als 2011.
Werden fossile Brennstoffe in Feuerungsanlagen und Motoren verbrannt, führt dies zu Umweltbelastungen durch Stickoxide. Bei Siemens werden solche Feuerungsanlagen an vielen Standorten zur Erzeugung von Heiz- und Prozesswärme betrieben. Der Betrieb erfolgt nach den Auflagen des jeweiligen Landesrechts und wird dementsprechend überwacht. Um die Stickoxidemissionen zu berechnen, legen wir typische Verbrennungsbedingungen zugrunde, womit sich ein Wert von 179 Tonnen für das Geschäftsjahr 2012 ergibt.
09. März 2011 | Author