Umweltverträgliche Produktgestaltung ist eines unserer Hauptkriterien bei der Entwicklung nachhaltiger Produkte. Bereits 1993 haben wir damit begonnen, unsere Anforderungen an die umweltverträgliche Produkt- und Anlagengestaltung mit einem internen Standard abzubilden. Um diesen Standard in das interne Regelwerk zu Environmental Protection, Health Management und Safety (EHS) einzufügen, wurden die Teile der ehemaligen Siemens-Norm SN 36350 in einen Environmental Protection (EP)-Standard überführt.
Der EP-Standard „Anforderungen an die umweltverträgliche Produkt- und Anlagengestaltung” geht unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus detailliert auf unterschiedliche Aspekte des produktbezogenen Umweltschutzes ein. In den einzelnen Kapiteln des Standards werden folgende Themen ausführlich behandelt:
Ein ergänzendes Dokument mit Beispielen und Lösungsmöglichkeiten zur Umsetzung unterstützt die Entwicklungsingenieure bei der Anwendung des Standards.
Der EP-Standard beschreibt darüber hinaus, wie die umweltverträgliche Produkt- und Anlagengestaltung in die Managementsysteme zu integrieren ist. Dabei entspricht er den Vorgaben der internationalen Normen IEC 62430 „Environmentally conscious design for electrical and electronic products” und IEC 62474 „Material declaration for products of and for the electrotechnical industry”.
Derzeit enthält der EP-Standard 20 Regeln zur umweltverträglichen Produktgestaltung sowie 13 anlagenbezogene Regeln, die jeweils Anforderungen aus dem gesamten Lebenszyklus abdecken. Alle Regeln haben das Ziel, die Umweltauswirkungen der Produkte und Anlagen zu reduzieren.
Zusätzlich enthält der EP-Standard unter anderem Strategien zu folgenden Themen:
Das semi-quantitative Bewertungs-Tool unterstützt unsere Entwickler bei der Messung und Bewertung der Verbesserungen, die durch eine neue Produkt- und Anlagengestaltung erzielt werden. So kann der Entwickler in einem verhältnismäßig einfachen Self-Assessment prüfen, wie sich der Umweltnutzen seines Produktes verbessert hat. Eine komplexe Methode zur Analyse der Umweltwirkungen unserer Produkte und Anlagen, die bei Siemens verstärkt Anwendung findet, stellen Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessment, LCA) dar.
Die Siemens EP-Standards mit den ergänzenden Dokumenten und Tools bilden eine umfassende Toolbox, die kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt wird.
Eine Anlage zum EP-Standard nennt zu vermeidende und zu deklarierende Stoffe. Die damit verbundenen Anforderungen sind bei Neuentwicklungen umzusetzen.
Eine weitere Anlage enthält die Batterietypen, die erfasst werden müssen, um die unterschiedlichen Berichtsanforderungen in den Mitgliedsländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zu erfüllen.
09. März 2011 | Author