„Eine enge Zusammenarbeit und eine gründliche Planung sind unerlässlich, um ein Projekt wie dieses sicher und effizient durchzuführen und erfolgreich abzuschließen. Nicht zuletzt schafft man so auch die Voraussetzungen, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen”, sagt Patricia García Pizarro, Risk Management Empresa de Transporte Masivo del Valle de Aburra Ltda.
Die Metro de Medellín spielt eine zentrale Rolle für die Entwicklung des zweitgrößten Ballungsraums Kolumbiens mit seinen rund 3,5 Millionen Einwohnern. Um mit dem raschen Wachstum der Metropole Schritt zu halten, musste die Linie A des Nahverkehrssystems dringend erweitert werden. Auf einer Länge von 2,6 Kilometern sollten drei neue Metro-Stationen (SEP Sabaneta, SEP La Estrella und SET La Estrella) gebaut werden.
Siemens, bereits am Bau des ersten Metro-Systems im Jahr 1988 beteiligt, hat sich als einer von mehreren namhaften internationalen Wettbewerbern um den Auftrag beworben. Dieser umfasste die Konzeption, Installation und Inbetriebnahme von Antriebs- und Steuerungssystemen für die neuen Stationen. Darüber hinaus sollten sämtliche Arbeiten der Subunternehmen koordiniert und überwacht werden.
Schon in der Bewerbungsphase um den Ausbau der Metro de Medellín in Kolumbien spielten EHS-Leistungen eine wichtige Rolle.
Schon während der Bewerbungsphase spielte die EHS-Performance eine Schlüsselrolle. Da das Unternehmen Metro de Medellín größten Wert auf hohe Sicherheits- und Umweltstandards legt, mussten die Bewerber eine EHS-Anforderungsmatrix und ihre Richtlinien zu Gesundheits- und Arbeitsschutz einreichen sowie ihre internen EHS-Normen dokumentieren.
Das Paket überzeugte: Siemens erhielt den Auftrag. Ausschlaggebend war nicht zuletzt die vorgelegte EHS-Dokumentation. Im ersten Schritt sprach Siemens alle EHS-Aktivitäten mit dem Auftraggeber ab. Für jede nachfolgende Projektphase wurde ein Prüfungsplan mit den einzelnen EHS-Verfahren erstellt, für jeden Tag eine Kontrollliste. Zudem führte Siemens Risikoanalysen, Standortüberprüfungen und Kontrollmaßnahmen ein. In speziellen Sicherheitsmeetings wurden außerplanmäßige Vorfälle analysiert und diskutiert – und entsprechende Korrekturmaßnahmen ergriffen. Darüber hinaus erhielt der Auftraggeber am Ende jeder Projektphase einen EHS-Report.
Die Siemens-Techniker übernahmen sämtliche Arbeiten an den Hochspannungsleitungen und Aufgaben in großen Höhen und Tiefen (z.B. Aushubarbeiten in Flussnähe, Verlegung der Kabel). Spezielle Sicherheitsausrüstungen und Schutzkleidung reduzierten die Unfallgefahr für Mitarbeiter auf ein Minimum.
Teil des Projektmanagements war es auch, die Arbeit der Zulieferer zu koordinieren – immer in Absprache mit dem Auftraggeber und unter Beachtung der Siemens-Sicherheitsrichtlinien. Dabei machte der EHS-Anforderungskatalog 30 Prozent der Auswahlkriterien für ein Subunternehmen aus. Verlangt wurden etwa Zertifizierungen nach ISO 14000 und OHSAS 18000 (Arbeitsschutzmanagement, ASM). Darüber hinaus stellte ein spezieller EHS-Trainingskatalog die einheitliche Schulung der Mitarbeiter aus den verschiedenen Unternehmen sicher. Mit dem wichtigsten Zulieferer Unión Eléctrica traf man sich zu wöchentlichen Besprechungen. So konnte man den Projektfortschritt überwachen, die Einhaltung des Zeitplans gewährleisten und die nächsten Schritte planen.
Damit der Schienenbetrieb während der Bauarbeiten störungsfrei weiterlaufen konnte, mussten alle Arbeiten zwischen 23 Uhr und 4 Uhr erfolgen – auch die Arbeiten an den Hochspannungsleitungen. Für diese heikle Aufgabe wurden eigens Workshops organisiert und ein EHS-Plan mit strengen Sicherheitsauflagen entwickelt. Kleines, aber wichtiges Detail: Besondere Vorkehrungen stellten sicher, dass die Arbeiter alle Werkzeuge und sonstiges Gerät nach jeder Schicht wieder von der Baustelle entfernten.
Der EHS-Maßnahmenkatalog hat sich zum Wohle aller Projektmitarbeiter und im Einklang mit den Projektzielen als voller Erfolg erwiesen. Damit bestätigt er den Wahrheitsgehalt des Sprichworts: „Vorsicht ist besser als Nachsicht.“
09. März 2011 | Author