Aufgrund unseres sehr großen und weitverzweigten Lieferantennetzwerks können wir nicht alle unsere Zulieferer in gleichem Maße durch Vor-Ort-Besuche (Audits) überprüfen. Deshalb haben wir ein System von geeigneten Prozessen eingerichtet, mit denen wir potenzielle Risiken in unserer Lieferkette systematisch erkennen können. Es besteht aus Nachhaltigkeits-Selbsteinschätzungen, einer vom Einkäufer durchgeführten Risikobewertung, einem Nachhaltigkeits-Prüfbaustein im Rahmen von Lieferanten-Qualitätsaudits sowie Nachhaltigkeitsaudits, die durch externe Auditoren durchgeführt werden.
Nachhaltigkeits-Selbsteinschätzungen sind ein Bestandteil unseres Qualifizierungsprozesses für Lieferanten. Hierin geben unsere Lieferanten Auskunft darüber, inwieweit sie die Anforderungen unseres Code of Conduct für Siemens-Lieferanten einhalten. Bei identifizierten Risiken (Kategorie „gelb“ – geringfügige Abweichungen; „rot“ – Verdacht auf schwerwiegende Abweichungen) führt der Einkäufer zur Klärung des Sachverhalts einen Feedback-Dialog mit dem Lieferanten. Falls eine Abweichung von unseren Anforderungen bestätigt wird, werden gemeinsam mit dem Lieferanten Korrekturmaßnahmen vereinbart, deren Umsetzung wir nachverfolgen.
Im Rahmen unserer Risikobewertungen werden Lieferanten nach einem konzernweit einheitlichen Set von Kriterien zur Nachhaltigkeit bewertet. Die Kriterien umfassen Compliance, soziale und ethische Verantwortung, Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit sowie Nachhaltigkeit in der Lieferkette der Lieferanten. Die Bewertung findet jährlich durch ein funktionsübergreifendes Team statt.
Teil unserer regulären Lieferantenqualitätsaudits ist ein Nachhaltigkeits-Prüfbaustein. Die Audits werden dezentral durch die jeweiligen Geschäftsbereiche veranlasst und durchgeführt. Werden bei der Durchführung der Nachhaltigkeits-Prüfbausteine Abweichungen festgestellt, vereinbaren die Siemens-Qualitätsauditoren mit dem Lieferanten Verbesserungsmaßnahmen, oder es wird ein externes Nachhaltigkeitsaudit initiiert.
Externe Nachhaltigkeitsaudits werden durch international anerkannte Audit-Firmen durchgeführt. Mit der Einführung dieser Audits haben wir das gesamte System der Überprüfungsmethoden entscheidend verbessert sowie Prozesse weiter optimiert und harmonisiert.
Lieferanten, bei denen Abweichungen von den Anforderungen des Code of Conduct für Siemens-Lieferanten festgestellt werden, erhalten die Möglichkeit zur Beseitigung des Verstoßes durch Implementierung von Verbesserungsmaßnahmen innerhalb einer angemessenen Frist.
Im Vordergrund stehen für uns dabei immer der Ansatz einer partnerschaftlichen Lieferantenentwicklung und der langfristige Aufbau von Kompetenzen beim Lieferanten.
Bei besonders schweren oder wiederholten Verstößen stellen wir als letzte Konsequenz die Geschäftsbeziehung ein oder schließen den Lieferanten von künftigen Geschäften mit Siemens aus.