Das Unternehmen hat die weltweit längsten Rotorblätter für Windturbinen hergestellt. Mit 75 Metern Länge haben sie fast die Spannweite eines Airbus A380. Die Rotorblätter des Typs B75 sind an einem Prototyp der Sechs-Megawatt-Offshore-Windkraftanlage in der Teststation in Østerild in Dänemark installiert. Eine weitere Innovation ist ein getriebeloser Windgenerator, der Windturbinen mit Leistungen bis 10 MW realisierbar macht. Der Generator ist besonders zuverlässig und ist damit geeignet für raue Bedingungen und abgelegene Standorte. Ein Prototyp der Direct Drive Windturbine steht in Valsneset, Norwegen.
Die weltgrößten Rotorblätter produziert Siemens in dem patentierten IntegralBlade-Verfahren, bei dem das gesamte Blatt in einem Guss aus Glasfaser verstärktem Epoxydharz und Balsaholz hergestellt wird. Dadurch hat der Flügel weder Nähte noch Klebestellen und ist extrem robust. Der 154 Meter große Rotor muss riesigen Luftmassen standhalten: Bei Windgeschwindigkeiten von zehn Metern pro Sekunde fängt er pro Sekunde die Energie aus 200 Tonnen Luft ein. Die Blattspitze rotiert mit einer maximalen Geschwindigkeit von 290 Kilometern pro Stunde. Die ebenfalls patentierte QuantumBlade-Technologie sorgt dafür, dass das Rotorblatt im Vergleich zu konventionellen Herstellungsmethoden bis zu 20 Prozent leichter ist. Maschinenhäuser, Türme und Fundamente können weniger schwer ausgelegt werden, und die Kosten für die Anlage sind im Vergleich geringer. Erreicht wird die hohe Gewichtsreduktion durch speziell gestaltete Blattprofile. Sie sind außerdem so ausgelegt, dass die Rotoren bei verschiedenen Windgeschwindigkeiten optimale Leistung bringen.
Der getriebelose Windgenerator wird auf Basis eines modular aufgebauten Plattformkonzepts nicht als Ganzes gefertigt, sondern setzt sich aus fertig vormontierten Segmenten zusammen. So können aus einem vorbereiteten Baukasten mit einer Auswahl an unterschiedlichen Lagerungskonzepten, Spannungsstufen und Kühlarten sehr flexibel verschiedenste Anlagenkonzepte verwirklicht werden. Da der Generator nicht als Ganzes transportiert werden muss, gestaltet sich die Logistik sehr einfach. Sowohl durch das integrierte Design, welches eine eigene Lagerung für den Generator überflüssig macht und somit zu entsprechend reduzierten Lagerreibungsverlusten beiträgt, als auch durch den Wegfall der Erregerleistung und Getriebeverluste erreicht der Direct Drive Wind einen hohen Wirkungsgrad. Darüber hinaus ermöglichen die reduzierte Komplexität und der Wegfall von Erregereinrichtungen wie Schleifringen eine hohe Zuverlässigkeit bei minimalem Wartungsaufwand. Letzteres erweist sich insbesondere bei der sehr aufwändigen Reparaturlogistik an Offshore-Windkraftanlagen als großer Vorteil.