Familien aus zehn ländlichen Gemeinden profitieren von dem Hilfsprojekt.
Der mexikanische Staat Querétaro liegt ungefähr zwei Stunden nordwestlich von Mexico City in Zentralmexiko. Die Hauptstadt Santiago de Querétaro verfügt über eine gute Infrastruktur, doch viele Dörfer und Höfe im Hochland sind nur über unbefestigte Straßen erreichbar. Hier leben 30.000 Menschen immer noch ohne fließendes Wasser und sind nicht an das staatliche Stromnetz angeschlossen. Die Familien müssen fast 40 Prozent ihres Einkommens für andere Energiequellen wie Holz, Kerzen und Batterien ausgeben. Das macht Licht und Elektrizität zu wertvollen Gütern, die sparsam verwendet werden müssen. Nur sehr selten gibt es die Möglichkeit, ein Buch zu lesen, Radio zu hören oder fernzusehen. Dementsprechend sind Schulbildung und der allgemeine Informationsstand in den Bergen von Querétaro auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Mit dem Hilfsprojekt „Luz cerca des todos“ („Licht nah bei Allen“) will Siemens die abgelegenen Gemeinden kostengünstig mit Elektrizität versorgen. Dieses Projekt bringt den Menschen nicht nur Licht, sondern ermöglicht ihre Schulbildung und damit ihre Lebensqualität insgesamt zu verbessern. Da der Strom durch erneuerbare Energien erzeugt wird, schützt das Projekt zudem die Umwelt.
Durch gemeinsames Handeln mehr erreichen
Für die Umsetzung des Projekts ist ein Siemens-Team verantwortlich, das sich um die Materialien und die Installation der Solaranlagen kümmert. Dabei arbeitet es eng mit der Verwaltung von Querétaro zusammen. Um den Umgang mit den Anlagen zu ermöglichen, werden für die Gemeindemitglieder Schulungen durchgeführt. Für das Hilfsprojekt „Luz cerca des todos“ entwickelte Siemens ein integriertes Kommunikationskonzept, das auch einen Dokumentarfilm umfasst, um noch mehr Partner zur Unterstützung mexikanischer Gemeinden zu finden.
Im Frühjahr 2012 konnten bereits 182 Familien aus zehn Gemeinden von der neuen, eigenen Stromerzeugung profitieren. Ihre Lebensqualität hat sich dadurch beträchtlich erhöht. Es wird erwartet, dass sich die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs durch das nun verfügbare Licht um 3,2 Jahre verlängern wird. Auch die Kühlschränke der Gemeinde werden versorgt, sodass Impfstoffe und Medikamente vor Ort gelagert werden können. Und schließlich ist es jetzt auch möglich, Mobiltelefone aufzuladen, damit die Einwohner der Gemeinde in Notfällen medizinische Hilfe anfordern können.
Nach der Projektinitiierung durch Siemens schließt die Regierung nun neue Partnerschaften zur Weiterführung. Vor kurzem hat die EADS-Tochter Eurocopter eine Spende von 200 Solarmodulen angekündigt. Die Regierung hat einen Beraterstab unter der Leitung von Siemens zusammengestellt, der das Projekt über verschiedene Plattformen bewerben wird, um weitere Partner zu finden.
2011-Feb-28 | Author