Komplexe, vernetzte Nachhaltigkeitsherausforderungen und -themen erfordern stärker als andere Themen die Kooperation mit möglichst vielen ausgewählten Stakeholdern.
Siemens unterhält zahlreiche Mitgliedschaften und Partnerschaften zu wichtigen nationalen wie internationalen Organisationen. Des Weiteren bringt das Unternehmen sein Know-how auf Veranstaltungen und in Gremien internationaler Organisationen ein und engagiert sich in deren Initiativen.
Besonders enge Verbindungen pflegen wir zu den im Folgenden aufgeführten Institutionen; Siemens ist jedoch in einer Vielzahl weiterer Initiativen und Partnerschaften in den Bereichen Umwelt und Soziales aktiv.
Der World Business Council for Sustainable Development (Weltwirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung) ist die bedeutendste von Unternehmen getragene Nachhaltigkeitsorganisation weltweit. Sie beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema "Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung".
Dem WBCSD gehören rund 200 Unternehmen an. Seine Mitglieder rekrutieren sich aus mehr als 35 Ländern und 20 größeren Branchen. Zudem profitiert der WBCSD von einem globalen Netzwerk aus etwa 60 nationalen und regionalen Wirtschaftsräten und regionalen Partnern.
Der Beitritt von Siemens im November 2009 gibt uns die Chance und die Verpflichtung, unser umfassendes Wissen und unsere reichhaltige Erfahrung in verschiedenen Foren des WBCSD zu stellen. Themen mit besonderem Interesse für Siemens sind zum Beispiel Energie und Klima, städtische Infrastruktur sowie Strom und Stromversorger. In der „Urban Infrastructure Initiative“ des WBCSD setzen wir uns gemeinsam mit zahlreichen anderen Partnern weltweit für nachhaltige Stadtentwicklung ein.
World Business Council for Sustainable Development (englisch)
Im November 2003 ist Siemens der UN Global Compact Initiative beigetreten. Zielsetzung dieser Initiative ist es, durch die Zusammenarbeit von Staaten, Unternehmen und Zivilgesellschaft der weltweiten Verbreitung und Beachtung nachhaltiger Verhaltensregeln Nachdruck zu verleihen. Als Teilnehmer hat sich Siemens dem Wertekodex und den Verhaltensregeln des Global Compact verpflichtet.
Dieser umfasst zehn Prinzipien, die sich aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisationen (ILO) und den Grundsätzen der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung ableiten und Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz sowie Korruptionsbekämpfung betreffen.
Die Berichterstattung nach den zehn Prinzipien des Global Compact (Fortschrittsbericht) haben wir seit 2007 in unseren Nachhaltigkeitsbericht (bis 2007: Corporate Responsibility Report) integriert.
Unsere Fortschrittsberichte finden Sie hier:
Ein konkretes Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem UN Global Compact sind beispielsweise die zwei Publikationen über bewährte Praktiken zu „Strategic Social Investment" (Strategische Investitionen in soziale Themen) die wir mit praktischen Projektbeispielen unterstützt haben.
Das World Economic Forum (Weltwirtschaftsforum) ist eine unabhängige internationale Organisation, die das Ziel verfolgt, durch partnerschaftliches Engagement Beiträge zur Lösung globaler Herausforderungen zu leisten. Auf der Agenda stehen globale, regionale und Branchenthemen. Siemens zählt zu den strategischen Partnern des Weltwirtschaftsforums.
Das Forum stellt eine gute Plattform für den Austausch mit anderen Unternehmen dar, die auf der jährlichen Hauptversammlung in Davos in Dialog treten können, sich aber auch insbesondere auf den zahlreichen regionalen Konferenzen über lokale Schwerpunktthemen austauschen.
Siemens ist offizielles Mitglied der Anti-Korruptions-Initiative „Partnering Against Corruption“ (PACI) des WEF. Diese im Jahr 2004 gegründete Initiative vereint mehr als 140 bedeutende internationale Industrieunternehmen im Kampf gegen Korruption auf der Anbieterseite im privaten Sektor. Sie hat das Ziel, Prinzipien für Industriebranchen zu entwickeln, um gleiche Wettbewerbschancen für alle sowie Fairness und Transparenz zu schaffen.
Das WRI ist ein unabhängiges Forschungsinstitut, das sich der Lösung globaler Umweltprobleme widmet. Schwerpunkte seiner Arbeit sind der Klimawandel, institutionelle und marktwirtschaftliche Lösungen für Umweltprobleme sowie der Schutz von Ökosystemen.
Siemens ist ein Mitglied der Gruppe von beratenden Unternehmen, die das WRI unterstützen und sich an gemeinsamen Projekten beteiligen. Für mehr Transparenz bei der Berichterstattung von Kohlendioxid-Emissionen bringen wir unsere Erfahrungen in der Greenhouse Gas Protocol Initiative des WRI in Zusammenarbeit mit dem WBCSD ein. Diese entwickelt einheitliche Vorgehensweisen, wie der Treibhausgasausstoß von Ländern, Organisationen oder Produkten berechnet wird. Treibhausgasprotokolle sind ein wichtiger Schritt, um Messbarkeit und Vergleichbarkeit herzustellen.
World Resources Institute (englisch)
econsense, eine im Jahr 2000 gegründete Initiative des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), ist ein Zusammenschluss führender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft, die das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in ihre Unternehmensstrategie integriert haben. Die Unternehmensinitiative versteht sich als Dialogplattform für nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility. Die Mitglieder von econsense diskutieren mit Politikern, NGOs, der Wissenschaft und der Öffentlichkeit die Chancen, die eine Unternehmenspolitik der nachhaltigen Entwicklung der deutschen Wirtschaft bietet.
econsense ist seit dem Jahr 2004 regionaler Netzwerkpartner des World Business Council for Sustainable Development.
Das CDP ist eine nicht-gewinnorientierte Organisation, die mehr als 722 institutionelle Anleger vertritt, und weltweit Unternehmen zur Darstellung ihrer Treibhausgasemissionen und ihrer Minderungsstrategien aufruft. Die im CDP zusammengeschlossenen Investmentgesellschaften verwalten derzeit ein Vermögen von mehr als 87 Billionen US-Dollar und besitzen große Anteile an den umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen der Welt.
Neben der jährlichen Veröffentlichung des Global 500 Reports bietet CDP einer limitierten Anzahl von Firmen eine Carbon-Reduction-Partnerschaft an. Seit 2011 unterstützt Siemens das CDP Carbon Reduction Programm als erster „Carbon Reduction Partner“ des CDP. Anerkannte Carbon Reduction Partner haben Technologien und Services im Angebot, die dazu beitragen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dieses Partnerschaftsprogramm ergänzt die von Investoren geführte CDP Carbon Action Initiative, die dazu dient, rentable Aktivitäten von Firmen zur Reduzierung von Treibhausgasen voranzutreiben.
CDP Reduction Partnership (englisch)
Siemens als vorbildliches Beispiel für das Carbon Disclosure Project (Video; in Englisch)
Im Rahmen öffentlicher Debatten nimmt Siemens als sogenannter „Unternehmensbürger“ in vielfältiger Art und Weise am Meinungsbildungsprozess teil. Wir beziehen dabei Stellung zu Themen, die das Unternehmen in seinen Geschäftstätigkeiten direkt oder indirekt betreffen. Dazu zählen insbesondere die Themenfelder Energieeffizienz, Infrastruktur, Gesundheit, Umwelt und Klima. Als kompetenter Ansprechpartner beteiligen wir uns aktiv an der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen im direkten Dialog mit Politik, Industrie und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene.
Im Bedarfsfall schaffen wir eigene Podien und Foren für die gemeinsame Entwicklung von Lösungsansätzen. So ist auf unsere Initiative hin mit dem „Future Dialogue“ ein Forum entstanden, in dem hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammenkommen, um gemeinsam Strategien für die Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren. 2011 fand dieser Gipfel in Neu-Delhi (Indien) statt. Er hatte den Schwerpunkt „Nachhaltige Städte: Herausforderungen und Chancen schnellen Wachstums". 2013 findet er in Moskau statt und dreht sich um das Thema „Innovation“.
Auch im Rahmen unserer lokalen Corporate Citizenship-Aktivitäten arbeiten wir in vielfältigen Kooperationen mit Partnern, um gemeinsam gesellschaftliche Themen zu adressieren. Dabei unterscheiden wir in Strategische-, Implementierungs- und Kommunikationspartnerschaften. Unsere Partner wählen wir sorgfältig auf Basis unserer strategischen Prioritäten und anhand eines strukturierten Prozesses aus.
23. Februar 2011 | Author