09. April 2013
Heute geht etwa die Hälfte der eingesetzten Primärenergie in industriellen Prozessen verloren. Vor allem für Abwärme bei Temperaturen unter 300 Grad gibt es kaum wirtschaftlich sinnvolle und technisch ausgereifte Verfahren. Eine Ausnahme ist die Organic-Rankine-Cycle-Technologie (ORC). Hier erhitzt die Abwärme statt Wasser ein organisches Medium aus Kohlenstoff, Fluor und Sauerstoff. In einem Forschungsprojekt mit dem Moscow Power Engineering Institute und der Moscow State University nutzt Siemens ein ORC-Arbeitsmedium, das unter Normaldruck schon bei 49 Grad verdampft und umweltverträglich ist. Inzwischen arbeiten erste Demonstratoren in Moskau und im russischen Werk des deutschen Glasfaser-Herstellers Lauscha. Die dortige 100-Kilowatt-Anlage bezieht ihre Energie aus der nur 220 Grad heißen Abwärme einer Glasfaser-Produktionslinie. Pro Jahr erzeugt diese ORC-Einheit etwa 800.000 kWh Strom. Die Investitionskosten amortisieren sich bereits in weniger als drei Jahren.
Im Bild: Design Engineer Sergey Zotov lauscht am Generator der Demonstrationsanlage an der Moskauer State University.
Reference Number: PN201305-04