Nahtlose Kommunikation – Vernetztes Zuhause
Optimal erreichbar
Wenn Mitarbeiter unabhängig von Ort, Zeit, Netz und Apparaten immer erreichbar sind, wird das Arbeiten effizienter, weil die Kommunikationsabläufe beschleunigt werden. Eine Lösung dafür ist OpenScape von Siemens (siehe Pictures of the Future, Herbst 2004, Das mobile Büro). "Es führt getrennte Netze wie das Firmen-LAN, den Mobilfunk und das Festnetz über das medienunabhängige Session Initiation Protokoll (SIP) zusammen", sagt Innovationsmanager Karl Klug von Siemens Enterprise Communications (SEN). SIP überträgt Sprache über IP-Netze, übermittelt die Identität des Anrufers und leitet einen Anruf dorthin weiter, wo sich ein Mitarbeiter gerade befindet. Heute wird OpenScape bei einer Vielzahl von Kunden eingesetzt, darunter Accenture oder Telstra, Australiens größtem Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen für Geschäftskunden. IBM hat kürzlich eine Lizenz erworben, um Teile in sein geplantes Lotus Telefonie-Paket zu integrieren.
"Seit 2006 setzen wir auf offene Schnittstellen und damit auf das SIP-Protokoll", sagt Klug. Damit können auch kleine Unternehmen Internet-Telefonie (Voice over IP, VoIP) mit herkömmlicher Telefonie und Mobilfunk kombinieren sowie mit Software-Telefonen auf dem Laptop. "Das geht mit HiPath BizIP für bis zu 20 Mitarbeiter", erklärt Produktmanager Franz Kneissl. Das System kommt ohne Telefonanlage aus. Die Vermittlungsfunktion steckt in den Telefonen selbst, die sich über Peer-to-Peer-Protokoll automatisch konfigurieren (siehe Pictures of the Future, Herbst 2005, Selbstorganisierende Telefonnetze).
SEN hat zudem mit Nokia die Lösung HiPath Mobile Connect entwickelt. "Sie kombiniert VoIP, Voice-over-WLAN und Mobilfunk", sagt Marcus Birkl. Die Lösung erkennt spezielle Nokia-Mobiltelefone, mit denen sich sowohl über das GSM-Netz als auch über WLAN telefonieren lässt, im Fachjargon Dual Mode-Handys, als Nebenstellen. Mitarbeiter sind immer über eine einzige Rufnummer erreichbar und haben nur ein Voice-Mail-System. Auch die üblichen Leistungsmerkmale einer Festnetz-Telefonanlage wie Anrufumleitung, Makeln oder Dreierkonferenz sind auf dem Handy verfügbar. Gespräche können sogar unterbrechungsfrei zwischen dem Unternehmensnetz auf WLAN-Basis und dem Mobilfunk-Netz weitergeführt werden. HiPath Mobile Connect wurde bereits erfolgreich bei zehn großen Mittelständlern und Konzernen in ganz Europa getestet. Seit Sommer 2007 ist das Produkt auf dem Markt. "Für die nahtlose Kommunikation integrieren wir auch Video, SMS und beliebte Online-Dienste zum direkten Dialog (Instant Messaging) in die Kommunikationslösungen", sagt Dr. Johann-Heinrich Schinke, verantwortlich für Systemarchitekturen bei SEN. Ende 2007 wird OpenScape um eine Lösung für Video-konferenzen erweitert. "Wir haben eine kostengünstige Telepräsenz-Lösung für den Massenmarkt entwickelt", sagt Schinke. Telepräsenz steht dabei für eine neue Generation von Videokonferenzsystemen, die durch den Einsatz von hochauflösenden Kameras und Großbildschirmen den Eindruck vermitteln, dass sich weltweit verstreute Gesprächspartner an einem Konferenztisch direkt gegenüber sitzen. Basis dafür sind SIP-fähige Kommunikationssysteme wie HiPath 8000, das in die IT-Infrastruktur von Firmen integriert wird und die Konvergenz zwischen Sprach- und Datendiensten sowie multimedialen Anwendungen ermöglicht. "Dadurch können während der Videokonferenz auch Dokumente gemeinsam bearbeitet werden und Konferenzteilnehmer können sich per Instant Messaging über die Präsentation austauschen", erzählt Klug. Für den Innovationsmanager steht fest, dass künftig auch Anwendungen rund um das Mitmach-Internet (Web 2.0), wie zum Beispiel das gemeinschaftliche Indexieren von Bildern, Kommentaren oder Geodateninformationen (Tagging), einfließen werden. Die Schnittstellen und Produkte werden bei SEN schon erarbeitet.