Pictures of the Future – In aller Kürze
Handscanner: Ergänzende Lösung für biometrische Zutrittskontrollsysteme von Siemens
Für biometrische Zutrittskontrollen von Siemens gibt es nun einen Handflächenleser. Die neue Version der Biometrie-Software ID Center unterstützt den Handflächenleser PalmSecure des japanischen Unternehmens Fujitsu sowie alle maßgeblichen Fingerabdruckscanner und natürlich SmartCards – eine einzigartige Vielfalt. Ein Infrarotscanner tastet innerhalb von wenigen Sekunden die Handfläche ab. Im Abstand von einigen Zentimetern wird das Muster der Venen unter der Haut erfasst. Ein Rechner vergleicht es dann mit gespeicherten Mustern und gibt den Zutritt frei, wenn er eine exakte Übereinstimmung feststellt. In der Regel wird zusätzlich eine SmartCard verwendet. Im Gegensatz zum Fingerabdruckverfahren, wo ein Finger auf eine Oberfläche gepresst oder darüber gezogen werden muss, ist der Handflächenleser unempfindlich gegenüber Verunreinigungen oder Verletzungen der Haut. Das System kann sogar durch Handschuhe "blicken" und ist daher besonders für die sterilen Bereiche von Krankenhäusern interessant, weil die Erkennung berührungslos erfolgt.
Berührungslose Erkennung: Der Scanner ist auch für sterile Abteilungen von Krankenhäusern geeignet
Radarsatellit TerraSAR-X: Detaillierte Auflösung von 1 m aus 514 km Höhe über der Erde
Bilder mit einer Auflösung bis 1 m liefert der Satellit TerraSAR-X, der seit Juni 2007 die Erde umkreist. In der fünf Jahre dauernden Mission soll der deutsche Satellit aus 514 km Höhe die gesamte Erde mit Radarstrahlen erfassen – unabhängig von Wetter, Wolken oder Lichtverhältnissen. TerraSAR-X wird unter anderem den Detailgrad der Kartierung von Straßen, Eisenbahnlinien oder Gebäuden erhöhen. Das sind wichtige Informationen für die Planung von Infrastrukturmaßnahmen. Der Satellit wird auch Veränderungen der Eisflächen unserer Erde vermessen und so Datenmaterial zum Klimawandel liefern. Siemens entwickelte wesentliche Bausteine für das Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München. Das Steuerungssystem wurde ursprünglich von der europäischen Weltraumbehörde ESA entworfen und von Siemens für die TerraSAR-Mission ausgebaut und zugeschnitten. Das System steuert und überwacht den 5 m langen und 1 200 kg schweren Satelliten. So installierten die Experten von Siemens IT Solutions and Services in Österreich eine spezielle Datenbanklösung. Diese dokumentiert die gesamte Lebensgeschichte des Satelliten und sammelt alle Daten über Steuerung, Antrieb, Positionierung und Konfiguration – jedes einzelne Signal, das an den Satelliten geht oder von ihm zurückkommt. Die Datenbank wird im Lauf der Jahre auf sieben Terabyte anwachsen – der Speicherinhalt von etwa 1 000 DVD. Schon vor dem Start verwendete das Konsortium aus Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt und dem Raumfahrtunternehmen Astrium das Kontrollsystem für die Tests des Satelliten.
In China entsteht die bisher leistungsfähigste Fernübertragung für Gleichstrom. Die 1 400 km lange Strecke liefert Energie in das Perlflussdelta in der Provinz Guangdong. Dort befinden sich die Megastädte Hongkong, Shenzen und Guangzhou mit rund 30 Millionen Einwohnern. Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlage (HGÜ), die Siemens mit chinesischen Partnern bauen wird, stößt in eine neue Dimension vor: Sie wird erstmals eine Spannung von 800 kV erreichen und eine Übertragungsleistung von 5 000 MW haben. Die hohe Spannung ermöglicht die Übertragung von mehr Leistung mit deutlich geringeren Verlusten. Bisherige HGÜ-Strecken von Siemens arbeiten mit 500 kV und haben Leistungen bis 3 000 MW. Da die Energie in der Provinz Yunnan mit Wasserkraftwerken gewonnen wird, wird kein CO2 ausgestoßen. Der Strom hätte ansonsten von neuen fossil befeuerten Kraftwerken erzeugt werden müssen. Berechnungen zufolge spart das pro Jahr mehr als 30 Mio. t des klimaschädlichen CO2.
HGÜ-Strecken: Strom aus der Provinz für Chinas Ballungsräume
Ingenieure des Siemens-Forschungszentrums Roke Manor im südenglischen Romsey arbeiten an einem neuen Verfahren, mit dem Computertomographen ihre Daten wesentlich schneller erzeugen als bisher. Dabei werden die im rotierenden Teil des Geräts entstehenden Messwerte kontaktlos von einer optischen Sendeeinheit des rotierenden Teils an einen stationären optischen Empfänger übertragen. Die nächste Generation von CT-Scannern, die mit diesem Verfahren ausgerüstet werden soll, schafft eine Datenrate von 8,5 Gbit/s – aktuell erreichen die Geräte eine Übertragungsrate von 5 Gbit/s. "Mit dieser Innovation können in derselben Zeit größere Datenmengen übertragen werden. Das erlaubt die Generierung von Schnittbildern mit höherer Auflösung und führt letztlich zu einer verbesserten Datenqualität", erklärt Paul Smith, Marketingleiter in Roke Manor. Das 50 Jahre alte Forschungszentrum gehört seit 17 Jahren zu Siemens. Die 400 Mitarbeiter von Roke Manor sind führend in Kommunikationstechnik, Akustik, Bildverarbeitung und Sensorik.
CT-Produktion, Funkmodul: Drei Umdrehungen pro Sekunde