Patente Forscher
Intelligenter Autoschlüssel / Stereoton für Schwerhörige
Erfinder Niederdränk mit Acuris-Hörgerät: In jedem der Winzlinge steckt die Rechenkapazität eines Pentium-4-Prozessors
Einem findigen Forscher von Siemens ist es zu verdanken, dass sich zwei Hörgeräte im linken und rechten Ohr automatisch und gleichzeitig der akustischen Situation anpassen. Dr. Torsten Niederdränk leitete die Basistechnologiegruppe der Siemens Audiologische Technik in Erlangen und hat mit seinem Team das System Acuris entwickelt, das seit etwa einem Jahr auf dem Markt ist. Bei Acuris sind stets beide Geräte optimal eingestellt, weil sie miteinander kommunizieren und daher synchron arbeiten. Das Stereo-Hören erleichtert es erheblich, die Quelle von Tönen zu lokalisieren und leise Geräusche zu hören. Über einen wenige Millimeter kleinen Funkempfänger und -sender tauschen die Hörgeräte ständig Steuersignale aus. Unterhält sich ein Träger von Acuris gerade auf einer belebten Straße, und ein Lastwagen fährt vorbei, unterdrückt das System in Sekundenbruchteilen den Störschall und verstärkt die Sprache. Die neuen Geräte gibt es als System hinter dem Ohr oder im Ohr. Die Im-Ohr-Geräte verschwinden im Gehörgang und sind kaum sichtbar. In jedem der Winzlinge steckt etwa die Rechenleistung eines Pentium-4-Prozessors. Niederdränk hat seit 1999 insgesamt 55 Erfindungen auf dem Gebiet der Hörsysteme eingereicht. Ende 2004 erhielt er die Auszeichnung "Erfinder des Jahres".
PASE-Erfinder Alain Brillon: 26 Patentanmeldungen mit intelligenten Zugangskontrollsystemen fürs Auto
Das Auto wird immer intelligenter: Es erkennt seinen Besitzer, entriegelt die Tür, rückt automatisch den Sitz zurecht und schaltet die Zündung frei – dank Alain Brillon aus Toulouse in Südfrankreich. Der Siemens-Forscher ist einer der geistigen Väter von PASE, dem "Passive Start and Entry System"<. Seit 1997 hat er vor allem in diesem Bereich 26 Erfindungen zum Patent angemeldet. Im Jahr 1998 wurde das System erstmals in der S-Klasse von Mercedes angeboten. Inzwischen werden immer mehr Fahrzeuge damit ausgerüstet. PASE ist ein schlüsselloses Zugangskontroll- und Startsystem: Der Fahrer trägt nur einen so genannten Identifikationsgeber bei sich – etwa in Form einer kleinen Karte oder eines Schlüssels. Will er einsteigen, registriert beispielsweise ein Näherungssensor im Türgriff die Handberührung. Dabei identifiziert sich der Fahrer automatisch über seinen intelligenten Schlüssel, der ein RFID-Funksignal aussendet. Dann entriegelt PASE die Tür, stellt das Fahrzeug individuell auf den Fahrer ein und schaltet die Zündung frei. Drückt der Fahrer das Bremspedal, kann er den Motor einfach per Knopfdruck anlassen. Befindet sich kein ID-Geber im Auto, lässt sich der Motor auch nicht mehr starten – das erhöht neben dem Komfort vor allem die Sicherheit.