Der Markt für Sensoren wird in den kommenden Jahren stetig wachsen so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung INTECHNO Consulting aus Basel. Im Jahr 2008 werden danach im zivilen Bereich, das heißt vor allem in der Industrie und in Produkten für private Haushalte, weltweit etwa 50 Mrd. US-$ für Sensoren ausgegeben fast 18 Milliarden mehr als 1998. Schwerpunkte bleiben nach wie vor Westeuropa, Japan und USA, die 2008 etwa 81 % des Marktvolumens auf sich vereinen.
Impulsgeber dieses Wachstums sind Sensoren mit eingebauter Intelligenz, wie Mikro-elektromechanische Systeme (MEMS), bei denen Sensor, Mechanik und Elektronik auf einem Chip untergebracht sind, und Sensoren mit integrierten Netzschnittstellen. Die Automobilindustrie gehört zu den Bereichen, die in den kommenden Jahren verstärkt Sensoren einsetzen. Aber auch Sensoren für die Prozessindustrie, die Consumer-Elektronik und die Gebäudetechnik verzeichnen bis 2008 erhebliche Zuwachsraten.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmens Freedonia Group über die Entwicklungen in den USA. Demnach werden die USA auch in den nächsten zehn Jahren der größte Markt für Sensorik bleiben. Freedonia schätzt, dass sich das dortige Marktvolumen zwischen 2003 und 2013 von etwa 9,5 Mrd. auf 18,3 Mrd. US-$ nahezu verdoppelt. Auch in den USA ist die Automobilindustrie ein wichtiger Wachstumsmarkt und wird ihren Marktanteil in den nächsten zehn Jahren von derzeit 26 % auf 28 % ausbauen. Im zweiten wichtigen Markt, dem der Industrieanwendungen, steigt vor allem die Nachfrage nach Sensoren für die Erfassung von Prozessgrößen, etwa solche zur Abstands- und Lage-Erkennung sowie lichtempfindliche CMOS-Sensoren, die für die Bilderkennung eingesetzt werden können.
Wie auf dem gesamten Sensormarkt werden Sensoren auch in der Industrie immer kleiner und intelligenter. Sensoren ohne Kommunikationsschnittstelle werden bis 2010 praktisch keine Rolle mehr spielen und von Systemen mit integrierter Elektronik und Anbindung an Kommunikationsnetzwerke wie Feldbus und Ethernet verdrängt. Profibus- und Feldbus-taugliche Sensoren weisen beispielsweise Wachstumsraten von 30 % pro Jahr auf. Gleichzeitig werden die eingesetzten Sensoren immer kleiner, wie das Beispiel eines Coriolis-Durchflusssensors zeigt. Zurzeit sind Geräte mit einer Nennweite von 40 mm Stand der Technik im Jahr 2010 wird die Nennweite lediglich 0,1 mm betragen.
Bei den Konsumgütern ist die Automobilindustrie der Trendsetter. Bereits heute unterstützen bis zu 100 Sensoren in jedem Auto die Fahrzeugelektronik mit Informationen zu Geschwindigkeit, Beschleunigung, Drehzahl und anderen Fahrzeugdaten Tendenz weiter steigend. Der Chiphersteller Infineon rechnet damit, dass der Wertanteil der elektronischen Systeme in Autos innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre von jetzt 20 % auf 30 bis 40 % wachsen wird. Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan prognostiziert, dass der Markt für Kfz-Sensoren allein in Europa von 1,56 Mrd. US-$ im Jahr 2002 auf 2,55 Mrd. US-$ im Jahr 2009 ansteigen wird. Insbesondere wird dadurch auch der Markt für die mikromechanischen Sensoren stark wachsen, die vor allem in der Automobilbranche eingesetzt werden etwa für die Airbag-Auslösung , wie der Fachverband Bauelemente der Elektronik im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) bestätigt. Diese Systeme legten im vergangenen Jahr bereits 12 % zu.
Kerstin Purucker