Trotz der derzeit lahmenden Weltkonjunktur bleibt die Logistik ein Wachstumsmarkt, wobei insbesondere Asien als Wachstumstreiber gilt. Gegenwärtig bewältigt die Seefracht rund 98 % der Warenströme zwischen den Kontinenten. Bis zum Jahr 2010 soll dieses Logistiksegment nach der Branchenanalyse Transportation & Logistics 2002 von HVB Equity Research weltweit um jährlich 5,6 % wachsen. Bereits ab 2005 soll eine neue Generation von Mega-Containerschiffen mit Platz für maximal 12 000 Container in der Standardgröße TEU (Twenty-foot Equivalent Unit; etwa 6,1 × 2,4 × 2,6 m³) einsatzbereit sein. Zum Vergleich: Die heute größten Containerschiffe können 7 500 TEU-Container transportieren.
Die zunehmende Globalisierung lässt sich an den eindrucksvollen Wachstumsraten für Seefracht ablesen: Von 1980 bis heute hat sich das Transportaufkommen fast versiebenfacht. Seefracht bleibt auch künftig ein Wachstumsmarkt
Von 1980 bis heute erlebte der Markt für Luftfracht eine Verfünffachung. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war er vorübergehend eingebrochen, soll sich aber bis 2004 wieder erholen. Das Wachstum wird sich fortsetzen, aber nicht so stark wie in der Vergangenheit (ab 2002 Schätzungen)
Neue Frachtflugzeuge. Das Segment Luftfracht soll laut HVB Equity Research bis 2010 weltweit um 5,9 % pro Jahr zulegen. Auch der europäische Flugzeughersteller Airbus setzt auf diesen Boom und plant eine Frachtversion des Riesen-Jets A380: den A380 Freighter. Dieser soll ab 2008 Nutzlasten von 150 t über Entfernungen von mehr als 10 000 km ohne Zwischenlandung transportieren, deutlich mehr als beispielsweise der heute im Einsatz befindliche A300F. Dieser kann auf einem Non-Stop-Flug maximal 51 t Nutzlast etwa 4 800 km weit transportieren.
Zunehmender Straßengüterverkehr. Der Güterverkehr auf dem Landweg erfolgt per Eisenbahn, Binnenschiff und Lkw (Anteile: 15 %, 7 % und 78 % bei insgesamt etwa 1800 Mrd. tkm im Jahr 2002). Laut dem Trendszenario für 2015 des deutschen Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen werden sich die Marktanteile weiterhin zu Gunsten des Straßengüterverkehrs verschieben. Hier wird innerhalb Europas bis 2010 mit einem jährlichen Zuwachs von 3,3 % gerechnet. Der Eisenbahnanteil soll sich stabilisieren, der Anteil der Binnenschifffahrt abnehmen.
Der Weltmarkt für Lösungen der elektronischen Logistik wird sich Prognosen zufolge bis 2012 verdreifachen
Gute Aussichten für elektronische Systeme. Um Kosten zu sparen und die Prozesse zu beschleunigen, setzen immer mehr Firmen auf elektronische Logistik-Unterstützung, wozu End-to-End-Tracking-Systeme, Technologien für hoch automatisierte Warenlager sowie Software-Lösungen für die Logistikbranche zählen. Der Weltmarkt für Electronic Logistics soll sich Prognosen zufolge von 26 Mrd. US-$ im Jahr 2002 auf 78 Mrd. US-$ im Jahr 2012 verdreifachen. Insbesondere für die End-to-End-Tracking-Systeme, die eine lückenlose Ortung und Verfolgung des Warenstroms vom Zulieferer über die Fabrik bis zum Endverbraucher erlauben, wird ein Boom erwartet. Prognostiziert wird eine jährliche Wachstumsrate von 20 %, womit sich ihr weltweites Marktvolumen von 1,6 Mrd. US-$ (2002) auf 10 Mrd. US-$ im Jahr 2012 mehr als versechsfachen würde. Knapp verdoppeln soll sich der Weltmarkt für Automatisierungstechnologien für Warenlager. Software-Lösungen für Logistik hatten 2002 ein Marktvolumen von 8,2 Mrd. US-$. Die Marktforscher von AMR Research und Siemens prognostizieren hier eine Wachstumsrate von 17 % pro Jahr. Dementsprechend würde ihr Markt innerhalb von zehn Jahren auf 38 Mrd. US-$ wachsen.
Verglichen mit der See- und Luftfracht fiel das Wachstum des europäischen Landverkehrs bislang eher bescheiden aus – was auch für die Zukunft gilt. Dennoch: Bis zum Jahr 2010 werden die auf den Straßen Europas transportierten Tonnenkilometer gegenüber dem Jahr 2000 um etwa ein Drittel zunehmen
Sebastian Moser, Ulrike Zechbauer