Digitale Assistenten – Fakten und Prognosen
Boom der elektronischen Sicherheitssysteme
Sicherheitstechnik soll den Menschen vor Gefahren warnen oder verhindern, dass diese überhaupt entstehen. Hier geht der Trend eindeutig zu elektronischen, digitalen Sicherheitslösungen. Dazu gehören automatische Einbruchmelde- und Videoüberwachungssysteme, Brandmeldeanlagen zum frühzeitigen Erkennen von Feuer und Rauch sowie Zutrittskontrollsysteme, die die Eingabe von biometrischen Merkmalen erfordern. Immer öfter werden auch Sprache, Bewegtbilder oder Alarmmeldungen digital aufgenommen, gespeichert, analysiert und in einem Netzwerk ausgetauscht.
Die weltweite Nachfrage boomt. So prognostizieren die Marktforscher der Freedonia Group, dass der Markt für Sicherheitselektronik von 2005 bis 2010 von 26,5 auf etwa 40 Mrd. € steigen wird – fast 51 % in nur fünf Jahren. Allein in Indien wird ein jährliches Wachstum von über 25 % erwartet. Auch in Brasilien weist der Markt seit Jahren wegen der angespannten Sicherheitslage hohe Steigerungsraten auf: 14 % allein in 2006. Auch in Europa dürfte der Markt für Sicherheitstechnik durch die Harmonisierung der Normung, aber auch durch ein massives Förderprogramm Auftrieb erhalten. Bis 2013 wird die EU über 2,1 Mrd. € zur Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien zur Verfügung stellen.
Die einzelnen Bereiche haben unterschiedliche Wachstumsraten. So wird der Markt für Feuerentdeckung und -bekämpfung durch technologische Fortschritte und neue Gesetze angekurbelt. Gemäß einer Studie von Frost & Sullivan von 2005 soll hier der Umsatz in Europa von 2005 bis 2010 von 3,4 auf etwa 3,9 Mrd. € steigen. Am dynamischsten wird sich danach der Bereich Feuermeldeanlagen entwickeln, der bis 2010 etwa 38,1 % der Umsatzerlöse des Gesamtmarkts erwirtschaften soll.
Eine Analyse von IMS Research zeigt, dass es in den vergangenen Jahren einen Boom bei digitalen Überwachungssystemen gab. In einer Studie von 2007 kommen die Marktexperten zum Ergebnis, dass sich der Wechsel von analogen Kameras hin zu netzwerkbasierten Videoüberwachungssystemen bereits am Markt vollzieht. Dies sind Geräte mit eigener IP-Adresse und integriertem Webserver, die zum Übertragen von Bildern nur eine Netzwerkverbindung benötigen. Laut IMS Research wächst der weltweite Markt für netzwerkbasierte Kameras von 2007 bis 2012 jährlich um etwa 53 %. Schon 2009 wird der Umsatz weltweit über 1 Mrd. € betragen. "Aber selbst bei dieser hohen Wachstumsrate werden netzwerkbasierte Kameras im Jahr 2010 erst ein Drittel aller Kameras für Sicherheitsanwendungen ausmachen", räumt Simon Harris, Studienleiter bei IMS Research, ein.
Auch Zugangskontrollanlagen weisen ein hohes Wachstum auf. Weltweit dürfte der entsprechende Umsatz von 2007 bis 2010 von 3,5 auf knapp 4,4 Mrd. € steigen, sagt eine Analyse von Frost & Sullivan aus dem Jahr 2005 voraus. Hier ist vor allem ein Wechsel von Nummerncodes oder Kartensystemen mit Magnetstreifen hin zu Smart Cards oder biometriebasierten Lösungen zu erwarten. So soll das weltweite Marktvolumen für chipbasierte Sensoren zur Erkennung des Fingerabdrucks von 90 Mio € in 2006 auf 1,3 Mrd. € im Jahr 2013 zunehmen. Der Markt für die Iris-Erkennung soll sich von knapp 23 Mio € im Jahr 2007 bis 2013 verzehnfachen. Für Hochsicherheitsanwendungen kommen dann auch neue Lösungen wie die Stimmerkennung oder die Erkennung von Handvenenmustern auf den Markt.
Sylvia Trage