Lebenswerte Megacities – Curitiba
Ökologische Modellmetropole
Im Gegensatz zu São Paulo ist der etwa 500 km südlicher gelegene Großraum Curitiba mit drei Millionen Menschen ein fast beschauliches Dorf – und eine ökologische Modell-Metropole. "Wir haben mit über 96 % die höchste Alphabetisierungsrate Brasiliens", sagt Bürgermeister Carlos Alberto Richa. "Zugleich haben wir die niedrigste Arbeitslosenquote des Landes und sind Nummer drei bei der Zahl der Universitätsabsolventen." Im Entwicklungsindex (HDI) der Vereinten Nationen nimmt die Stadt einen der besten Plätze in punkto Lebensqualität ein. Den Grundstein dafür legte Richas Vorgänger Jaime Lerner (siehe Interview). Er hatte vor 30 Jahren begonnen, Curitiba mit einem hocheffizienten Nahverkehrssystem, unzähligen Grünanlagen und anderen Neuerungen auszustatten. Das Ergebnis: Über 50 m² Grünfläche pro Einwohner – etwa sechsmal mehr als in Paris – und bis zu 30 % weniger Autoverkehr. An Curitibas Entwicklung war auch Siemens beteiligt. Das Unternehmen war der erste Hightech-Konzern, der sich in der Stadt niederließ. Mittlerweile unterhält Siemens mit Hochschulen diverse Forschungskooperationen im Software-Bereich und produziert in Curitiba einen Großteil seiner Kommunikationslösungen für Firmenkunden. Dazu hilft das Unternehmen, die Infrastruktur zu modernisieren, etwa im Gesundheitswesen: 2006 lieferte Siemens dem Diagnosecenter ADBI zwei Magnetom Avanto Magnetresonanztomographen. "Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Hightech-Stadt zu werden", sagt Richa. "So können wir am besten die Lebensqualität für unsere Bürger bewahren."