Patente Forscher
Mehr Funk in einer Zelle / Software sammelt Daten
Erfinder Rao: Mit Software werden medizinische Daten intelligent zusammengeführt und so die Behandlung verbessert
Um die Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern und zugleich Kosten zu senken, setzt der Erfinder Bharat Rao von Siemens Medical Solutions in Malvern im US-Staat Pennsylvania auf ein Informationssystem, das Ärzten Empfehlungen für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Patienten gibt. Medizinische Daten liegen oft nur als Fließtext vor, sind weit verstreut und von Klinik zu Klinik anders aufgebaut. Raos Entwicklung namens Remind sammelt Patientendaten aus unterschiedlichsten Quellen, gleicht diese automatisch ab und erzeugt einen optimalen Datensatz. Das Programm von Rao, der 2005 als einer der Siemens-Erfinder des Jahres ausgezeichnet wurde, greift etwa auf Rezepte, Laborberichte oder handschriftliche Notizen zurück. Egal ob Praxis oder Großklinik, Remind (Reliable Extraction and Meaningful Inference from Nonstructured Data) erstellt therapeutische Empfehlungen für den Arzt, der dadurch schneller und besser behandeln sowie Geld sparen kann. Zudem lassen sich aus dem anonymisierten Material auch wertvolle Resultate für Studien oder das Qualitätsmanagement gewinnen. Das System wird in den USA bereits bei fünf Millionen Patienten eingesetzt. Remind ist bisher auf das amerikanische Gesundheitssystem zugeschnitten, könnte aber auch für andere Staaten konfiguriert werden.
Mobilfunkspezialist Li: Höhere Übertragungsqualität und mehr Auslastung bei gleicher Sendeleistung in UMTS-Netzen
Forscher von Siemens Corporate Technology in Peking haben die UMTS-Mobilfunktechnik weiterentwickelt, um bei gleicher Sendeleistung mehr Handys zu versorgen und zugleich störende Interferenzen an den Grenzen der Mobilfunkzellen zu verringern. Das Interferenz-Problem kennt man auch vom Autoradio, wenn dieses Signale zweier Sender auf gleicher Frequenz empfängt: Die Qualität lässt nach, weil sich beide Sender gegenseitig stören.
Bei UMTS werden solche Störungen dadurch beseitigt, dass jedes Handy in einer Funkzelle über einen Code eindeutig identifiziert wird. Doch bei einer großen Zahl von Nutzern stößt dieses Verfahren an seine Grenzen. Dr. Li Hui, einer der Siemens-Erfinder des Jahres 2005, löst das Problem mit einer Kombination zweier Techniken: Er spaltet die Trägerfrequenzen in kleinere Einheiten auf. Dieses OFDMA-Verfahren (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) schützt die Signale weitestgehend vor Störungen wie Echos, die durch Reflexionen an Gebäuden entstehen. Zusätzlich verteilt Li anstelle einer starken Sendeantenne im Zentrum viele Antennen geringer Leistung gleichmäßig in einer Mobilfunkzelle. Das schafft eine bessere Funkabdeckung mit weniger Sendeleistung. Zugleich lassen sich die Signale dynamisch so anpassen, dass Interferenzen nicht mehr auftreten.