Infrastrukturen – Hotelkomplexe
Las Vegas 2010
In Las Vegas entsteht eine Stadt in der Stadt – mit zukunftsweisender Siemens-Technologie für hohen Komfort, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit.
Modell des Citycenters: Hotels, Luxuswohnungen und exklusive Läden mitten in Las Vegas. Siemens stattet das größte, privatfinanzierte Bauprojekt der Stadt mit modernster und umweltfreundlicher Technik aus
Bauland in Las Vegas ist nicht gerade billig: Die Fläche eines kleinen Fußballfeldes – etwa 4 000 m² – am Las Vegas Strip ist 20 Mio. US-$ wert. Auf etwas mehr als 66 solcher Fußballfelder (27 ha) startet derzeit das größte, privatfinanzierte Bauvorhaben, das je in der Glitzermetropole Nevadas ausgeführt wurde. Die MGM-MIRAGE-Gruppe, ein führendes Unternehmen der Hotel- und Glücksspielbranche, baut hier das "Citycenter" – eine Stadt in der Stadt.
Partner dieses Projektes ist Siemens, das von MGM MIRAGE im Sommer 2005 einen Auftrag über 100 Mio. US-$ zur Lieferung und Installation zahlreicher Anlagen und Systeme erhielt. "Wir haben uns für Siemens entschieden, weil dieses Unternehmen in den USA über einen reichen Erfahrungsschatz bei großen Bauprojekten verfügt, die es mit modernster Technik ausgestattet hat", erklärt Terrence Lanni, CEO von MGM MIRAGE. "Siemens versteht unsere ehrgeizige Vision vom Citycenter als einem einzigartigen Gebäudekomplex, wo Menschen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen."
Das Citycenter umfasst ein Hotel mit 4 000 Zimmern und angeschlossenem Spielcasino sowie drei spezialisierte Boutique-Hotels mit je 400 Zimmern, eine Anlage mit 1 650 Luxus-Eigentumswohnungen und fast 50 000 Quadratmeter für Einzelhandel, Restaurants und Unterhaltung. Auch beim Zeitrahmen sind die Planer ehrgeizig: Im November 2009 soll die Anlage eröffnen – nur 50 Monate nachdem der Vertrag mit Siemens unterzeichnet wurde.
Siemens sieht sich einer doppelten Herausforderung gegenüber: Es gilt nicht nur, modernste Schlüsselkomponenten für die Infrastruktur zu liefern. MGM MIRAGE forderte das Unternehmen zudem auf, noch weiter zu denken und tragfähige Lösungen auch für die zweite Dekade des Jahrhunderts zu finden. Was auch immer geplant wird, sollte im Jahr 2010 noch der modernste Stand der Technik sein. Daraufhin stellte die Siemens-One-Organisation ein Team von F&E-Experten aus den Bereichen und von Siemens Corporate Research (SCR) in Princeton zusammen.
Fachleute von Building Technologies (SBT) prüfen nun neueste Trends bei Gebäudemanagementsystemen und Sensoren, Mitarbeiter von Communications analysieren modernste Kommunikationsmethoden, und auch das Hausgeräte-Geschäft ist involviert. SCR setzt Szenariotechniken ein und entwirft ein Picture of the Future über Leben und Technik im Citycenter des Jahres 2010 – ideal für die Entwicklung potenzieller Anwendungen und zur Visualisierung für den Kunden.
Herausforderung "grünes" Bauen. Die vielleicht größte Herausforderung ist das Vorhaben, am Las Vegas Strip eine umweltfreundliche Anlage zu errichten. Ende der 90er Jahre wurde in den USA der U.S. Green Building Council (USGBC) gegründet. Diese Organisation hat das Ziel, Umweltbewusstsein in der Baubranche zu schaffen: "Grünes" Bauen ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für Investoren. So bietet etwa Nevada Steuervorteile, wenn bestimmte Anforderungen der USGBC erfüllt werden – MGM MIRAGE kann auf diese Weise hohe Einsparungen erzielen.
Viele der Siemens-Technologien sind daher so konzipiert, dass sie helfen, die USGBC-Vorgaben zu erfüllen: Beleuchtungssysteme von Osram Sylvania werden etwa im gesamten Komplex den Stromverbrauch für Beleuchtung erheblich verringern, und mit der Kraft-Wärme-Kopplung von SBT und weiteren Techniken kann das Citycenter seine benötigte Energie zum Teil selbst erzeugen – ein entscheidender Faktor in einer Stadt, in der jährlich die Hälfte des Stroms für Klimaanlagen verwendet wird.
Noch wichtiger – für einen Wohnkomplex mitten in der Wüste – ist, dass Siemens die Wassernutzung optimieren kann, etwa über Filteranlagen, die Abwasser recyclen und für die – ökologische – Klimatisierung der Anlage einsetzen. Für einen Komplex, in dem pro Tag bis zu 150 000 hl Wasser verbraucht werden, bedeutet die Wiederaufbereitung von Wasser enorme Einsparungen. Von all diesen Vorteilen in Bezug auf Komfort, Sicherheit, Kosteneinsparung und Umweltschonung profitieren Bewohner wie Hotelgäste. MGM MIRAGE hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Gästen das beste "Las-Vegas-Erlebnis" zu bieten – und Siemens tut sein Möglichstes, das Unternehmen dabei zu unterstützen.
Robert E. Tevis