Infrastrukturen – Hotel
Hotel im Wüstenzelt
In der Welt des Tourismus können nur wenige Orte mit dem Boom mithalten, der zurzeit in Dubai herrscht – diese Stadt gilt als die am schnellsten wachsende der Welt. Bauprojekte für rund 100 Mrd. US-$ sind hier bereits in Arbeit oder für die nächste Zeit geplant, darunter allein 40 Fünf-Sterne-Hotels. Da ist es nicht verwunderlich, dass Dubai Ende 2005 von Siemens als Veranstaltungsort für den ersten Innovations-Gipfel in Sachen Hospitality ausgewählt wurde.
Im Zentrum stand das Modell eines Hotels, an dem Siemens eine breite Palette von Innovationen demonstrierte: für Gebäudemanagement und überwachung, Sicherheit, Gästeservice, Kommunikation, Beleuchtung oder Kücheneinrichtungen. Das fiktive Hotel wurde von 40 Mitarbeitern in 10 000 Arbeitsstunden auf dem Gelände der Rennbahn von Dubai errichtet.
Die Besucher – meist Manager und Investoren aus dem Hotelgewerbe – kamen aus der brütenden Hitze der Wüste in ein angenehm klimatisiertes Zelt. Beim Einchecken an der Rezeption erhielten sie eine RFID-Karte, die weit mehr konnte, als nur die Tür zum Hotelzimmer öffnen: Damit konnten die Gäste im fiktiven Hotel auch Klimaanlage und Beleuchtung steuern, Rechnungen bezahlen oder den bewachten Parkplatz betreten. Der Hotelangestellte an der Rezeption wiederum konnte sofort das Kundenprofil des Gastes abrufen, in dem auch Angaben über dessen Muttersprache und einen etwaigen VIP-Status registriert sind.
Bei Betreten seines Zimmers wurde jeder Gast über einen interaktiven TV-Bildschirm persönlich begrüßt und erhielt Informationen über die Stadt sowie aktuelle Veranstaltungstipps. Klimaanlage, Jalousien und Lichtstimmung waren über den Computer steuerbar. Auch konnten die Hotelgäste ihre Lieblingsfilme von einem zentralen Server abrufen und auf jedem beliebigen Fernsehmonitor abspielen, sogar auf dem, der an der Kühlschranktür angebracht war. Die modernen Küchengeräte, Geschirrspüler und Waschmaschine sind übers Internet ansteuerbar – und damit im Prinzip von jedem Ort aus bedienbar.
Eine Art "Zauberspiegel" demonstrierte eine neue Technik, die bereits in den Badezimmern eines 2 000-Zimmer-Hotels in Dubai installiert ist. Integriert im Spiegel ist ein spezieller Monitor, der auf Knopfdruck Fernsehnachrichten oder Sportergebnisse auf den Spiegel projizieren kann. Innovationen auch beim Zimmerservice: Die Wünsche der Gäste werden über das Telefonsystem an einen Hotelmitarbeiter geleitet, der sie aufnimmt und einen Arbeitsauftrag weitersendet. Innerhalb weniger Minuten nach einem solchen Anruf kommt beispielsweise ein über seinen PDA informierter Hotelmitarbeiter mit den bestellten Eiswürfeln.
Wer sich über seinen Fingerabdruck legitimieren konnte, durfte im Modell-Hotel auch den Techniktrakt betreten, von dem aus das Hotel mit Strom versorgt wird. Hier erfuhren die Gäste unter anderem, welches Einsparpotenzial ein innovatives Gebäudemanagement bietet. Gut für Umwelt und Geldbeutel sind auch die Energiesparlampen von Osram, die Kosteneinsparungen bis 70 % ermöglichen. Auch die Siemens-Lösungen für die Sicherheit – von der Einbruchsicherung bis zur Zugangskontrolle und den modernsten Brandmeldeanlagen, die keine Fehlalarme mehr kennen – beeindruckten die Gäste in Dubai.
Diese Ausstellung machte deutlich, dass dank ausgefeilter Technologien nicht nur der Hotelbetrieb rationalisiert werden kann, sondern auch die Gäste deutlich an Komfort und Sicherheit gewinnen. Kurz nach dem Event in Dubai hat Siemens im Januar 2006 auch ein modernes Informations- und Präsentationszentrum im schweizerischen Zug eröffnet, wo der Bereich Building Technologies seinen Sitz hat. Hier werden unter anderem Systeme für Zugangskontrolle und Klimasteuerung sowie integrierte Sicherheitssysteme und Energiemanagement-Lösungen ausgestellt.
Rob Simpson