Siemens hat die Computertomographie um eine Dimension erweitert. Der Somatom Definition besitzt als erster Computertomograph (CT) der Welt zwei Röntgenröhren. Das Gerät macht Aufnahmen des schlagenden Herzens in bisher ungekannter zeitlicher Auflösung – mit der halben Strahlendosis. Die beiden Aufnahmesysteme rotieren dreimal pro Sekunde um den Patienten. Die Röhren vom Typ Straton senden Röntgenstrahlen aus, die den Körper des Patienten durchdringen und auf den gegenüberliegenden Detektor treffen. Aus den gemessenen Daten errechnet ein Computer die Bilder aus dem Körperinneren. Die Erfinder der Straton waren 2005 für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Der neue CT ist schneller als jede bisherige Technologie. In Kombination mit der Auflösung von weniger als 0,4 mm sind selbst winzigste Gefäße zu sehen.
Neuer CT-Scanner: Der Somatom Definition macht Aufnahmen mit höchster Genauigkeit. So können etwa die Herzkranzgefäße scharf abgebildet werden – ohne Einsatz von Betablockern zur Senkung der Herzfrequenz
Eine besondere Herausforderung für die Aufnahmetechnik ist das Herz, da es in der Ruhephase zwischen zwei Schlägen aufgenommen werden muss. Dazu ist die Aufnahme mit einem Elektrokardiogramm (EKG) synchronisiert. Bei Untersuchungen in bisherigen Geräten musste der Puls auf Werte um 60 Schläge pro Minute künstlich gesenkt werden, um scharfe Bilder zu erhalten. Die dabei eingesetzten Betablocker können Ärzte aber nicht jedem Patienten verabreichen, da sie etwa für Asthmatiker oder Diabetes-Patienten höhere Risiken bedeuten. Beim Somatom Definition spielt die Höhe des Pulses nun keine Rolle mehr. Wegen des ausgeklügelten Aufnahmeverfahrens können auch Patienten mit sehr schnell schlagendem Herzen oder mit Herzrhythmusstörungen untersucht werden – ohne jeden Medikamenteneinsatz. Die Senkung der Strahlendosis um 50 % erklärt sich dadurch, dass das System doppelt so schnell ist wie herkömmliche Scanner mit nur einer Röntgenquelle-Detektor-Kombination. Die Aufnahmegeschwindigkeit verdoppelt sich dadurch – die Bestrahlungszeit wird also halbiert.
Gigaset-Schnurlostelefon: Die Geräte können künftig das gesamte vernetzte Haus steuern – egal ob Heizung, Licht oder Herd
Das Schnurlostelefon wird zur universellen Fernbedienung im vernetzten Haus. Siemens hat auf der diesjährigen Messe CeBIT ein Kontrollmodul vorgestellt, mit dem Haushaltsgeräte, Türöffner oder Alarmanlage über ein herkömmliches DECT-Telefon angesteuert werden können. Das Kontrollmodul ist mit den aktuellen Gigaset-Modellen kompatibel, die auf diese Weise die Siemens-Komponenten des vernetzten Hauses bedienen können: die Automatisierungslösung Gamma wave für Licht, Heizung oder Lüftung und serve@home für die Hausgeräte. Die Geräte sind mit kleinen Sendern und Empfängern ausgestattet, die die Signale des DECT-Standards auswerten und umsetzen. Für Geräte, in die kein Empfänger eingebaut ist, können spezielle Steckdosen verwendet werden. Diese reagieren auf Funksignale des Schnurlostelefons und regeln die Stromzufuhr. So kann etwa eine Lampe per Telefon ein- oder ausgeschaltet werden. Es ist sogar möglich, mit dem Telefon über die Gegensprechanlage zu Gästen vor der Tür zu sprechen. Wenn dort eine Kamera angebracht ist, ist der Besucher auf dem Display zu sehen. Mit einem Tastendruck kann die Tür geöffnet werden. Zudem bietet das System auch eine Rufweiterleitung ans Handy. Die Alarmanlage des Hauses könnte dann bei einem Einbruch eine schnelle Meldung per SMS verschicken. Einen Vorfall im Ferienhaus könnte der Besitzer dann sofort an die Polizei oder die Feuerwehr weitergeben.
Untersuchung beim Arzt: In verschiedenen Ländern werden derzeit Gesundheitskarten zur besseren Versorgung eingeführt
Mehrere Kliniken in New York werden den Austausch medizinischer Informationen verbessern und mit Hilfe von Siemens ein regionales Gesundheitsnetzwerk aufbauen. Dazu sollen Gesundheitskarten ausgegeben werden, mit denen Ärzte raschen Zugriff auf die Krankengeschichte ihrer Patienten haben. Insgesamt werden unter Federführung von Siemens Communications, dem renommierten Mount Sinai Medical Center und dem Elmhurst Hospital Center 45 medizinische Einrichtungen im Raum New York miteinander vernetzt. Auf den Gesundheitskarten, die ein Bild und einen kleinen Speicherchip enthalten, sind persönliche Angaben, Informationen über allergische Reaktionen, verschriebene Medikamente oder Laborbefunde gespeichert. Der Patient bleibt Eigentümer der Karte. Zunächst werden 100 000 Karten ausgegeben. In der Klinik kann der Patient die Daten mit einer PIN für den Arzt freigeben. Vor allem Fehlmedikationen sollen so vermieden werden. Studien zufolge kommen in den USA jährlich zehntausende Patienten durch falsche Behandlungen ums Leben. Ein erfolgreiches Projekt mit Gesundheitskarten und einer elektronischen Patientenakte hat Siemens in Italien für neun Millionen Einwohner der Lombardei realisiert (siehe Pictures of the Future, Herbst 2005, Gesundheitskarte). Die Behörden erhoffen sich eine Ersparnis von jährlich bis zu 240 Mio. €. Schrittweise wird auch in Deutschland eine Gesundheitskarte für alle 80 Millionen Einwohner eingeführt. Derzeit laufen in acht Regionen Tests, an dreien ist Siemens beteiligt.
automaticWascher: Sensorik erkennt selbstständig den Verschmutzungsgrad
Siemens hat eine Waschmaschine entwickelt, die für jede Wäsche automatisch den richtigen Programmablauf wählt und dabei optimale Verbrauchswerte erzielt. Sensoren im "automaticWascher" erkennen die Wäschemenge, die Textilart und den Verschmutzungsgrad. Der Nutzer entscheidet nur zwischen zwei Einstellungen – normale oder empfindliche Textilarten. Die Menge der Wäsche und die Art der Textilien ermittelt die Sensorik allein anhand der Wassermenge in der Trommel und an der Art, wie sich die Textilien voll saugen. Die Verschmutzung erkennt ein Aquasensor, der mit einer Lichtschranke die Trübung des Wassers erfasst. Alle Informationen über Wäschemenge, -art und Verschmutzung werden zusammengeführt. Die Waschmaschine stellt dann den Waschverlauf automatisch ein, den der Benutzer über ein großes Display verfolgen kann.
HDTV übers Internet empfangen und sich zugleich mit Freunden via Fernseher unterhalten – Siemens-Technik macht's möglich
Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsunternehmen können künftig über ihre Kanäle ein Bündel von Diensten gleichzeitig anbieten: Telefon, Internet und Fernsehen – von Fachleuten Triple Play genannt. Siemens bringt diese Unterhaltungsformate ins Wohnzimmer und nutzt dafür das ganze Spektrum an breitbandiger Zugangstechnik für Kupfer-, Glasfaser- und Funk-Strecken. Für die Nutzer gibt es Set-top-Boxen, die die Signale empfangen und eine Vielzahl von Diensten zugänglich machen, etwa elektronische Programmführer oder die direkte Kommunikation mit anderen Zuschauern übers TV-Gerät.
Siemens zeigte auf der CeBIT 2006 erstmals ein serienreifes VDSL2-System (Very High Speed Digital Subscriber Line), das Übertragungsraten bis zu 100 Mbit/s über die Telefon-Kupferleitung bietet. Mit einer 50-MBit/s-VDSL2-Lösung von Siemens rüstet die Deutsche Telekom derzeit zehn Städte aus. Bis 2,5 Gbit/s schafft ein optisches System, das nach einem kürzlich verabschiedeten Standard arbeitet. Mit der Funkübertragungslösung WayMAX (bis 75 MBit/s) lassen sich zudem auch Regionen ans Breitbandnetz anschließen, wo eine Anbindung über Leitungen unmöglich ist.
Sogar hochauflösendes Fernsehen (HDTV) kann nun via Internet übertragen werden. Siemens Communications hat dazu das Kompressionsverfahren MPEG-4 weiterentwickelt. Die nötige Datenrate wird von 20 auf DSL-taugliche 6 MBit/s reduziert. Dazu gibt es HDTV-taugliche Gigaset-Set-top-Boxen, die Festplatten mit 250 Gbyte besitzen und die Fernsehen sowohl über Kabel, via Satellit oder über DVB-T-Signale empfangen können.
Zur Fußball-Weltmeisterschaft bringt Siemens ein virtuelles Elfmeterschießen für Kamera-Handys auf den Markt. Das Spiel funktioniert mit der Technik der erweiterten Realität (Augmented Reality): Echt ist bei Kick Real nur der eigene Fuß; Ball und Torwart existieren auf dem Handy-Display. Produziert wurde das Spiel am C-Lab, einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungslabor von Siemens Business Services und der Universität Paderborn, das im März 2006 sein 20-jähriges Bestehen feierte. Bei Augmented Reality ist die virtuelle Welt mit der realen kombiniert. Bilder einer Kamera werden auf einem Display mit zusätzlichen Informationen ergänzt. Bei Kick Real (www.kickreal.com) funktioniert das so: Der Spieler richtet die Kamera des Handys auf seinen Fuß. Den Ball sieht er auf dem Display. Wenn er nach dem Ball tritt, berechnet die Software Richtung und Intensität der Bewegung, und der virtuelle Ball fliegt ins Tor – wenn ihn der Torwart nicht gehalten hat.
Mitkicken am Handy: Elfmeterschießen mit Hilfe von Augmented Reality. Der Ball existiert nur auf dem Display