Je effizienter ein Gas- oder Kohlekraftwerk arbeitet, desto weniger Brennstoff braucht es, um eine bestimmte Strommenge zu liefern, und umso weniger Kohlendioxid stößt es aus. Dr. Detlef Haje von Siemens Power Generation in Mülheim an der Ruhr hat eine Dampfturbine zum Patent angemeldet, die aufgrund einer neuartigen Rotor-Kühlung auch unter extremen Dampfzuständen arbeiten kann. Bisher konnten Dampfturbinen bei Temperaturen von 600 bis 700 °C und einem Druck von 300 bar nicht eingesetzt werden. Die neue Kühlung erfolgt aktiv,
Wirkungsgrad erhöht: Die Erfindungen von Dr. Detlef Haje verbessern die Effizienz von Dampfturbinen
und sie kann präzise auf besonders beanspruchte Bereiche gelenkt werden. Mit einer so verbesserten Dampfturbine erhöht sich der Wirkungsgrad von fossilen Kraftwerken, weil höhere Temperaturen und Drücke erreichbar sind. Kraftwerksbetreiber können ihre Anlagen wirtschaftlicher und umweltfreundlicher betreiben (siehe Beiträge Energie und Saubere Kohle). Detlef Haje ist besonders produktiv: In den vergangenen sechs Jahren hat er 24 Erfindungsmeldungen eingereicht. Seine Innovationen berühren die Gebiete Kühlung, Dichtung und Effizienzsteigerung. Er war maßgeblich an der Entwicklung einer neuen leistungsfähigeren Generation von Dampfturbinen beteiligt.
Funkchip im Handy: Ein Scanner an der Tür identifiziert das Mobiltelefon und gibt den Zugang frei
Mit Mobiltelefonen kann man künftig auch Türen öffnen und am Automaten bezahlen. Entwickler von Siemens Information and Communication Mobile (ICM) haben zur Messe CeBIT 2004 in ein Multimedia-Handy ein Datenlesegerät mit Identifikations-Chip eingebaut. Die Kombination aus den Techniken RFID (Radio Frequency Identification) und NFC (Nearfield Communication) eröffnet viele neue Anwendungen. So würde ein Lesegerät an der Haustür oder vor dem Büro das Signal des Identifikations-Chips bis zu einer Entfernung von zehn Zentimetern erkennen, worauf das Sicherheitssystem den Eingang freigeben würde. Ebenso könnten damit Fahrkarten gelöst werden. Ein Scanner an der Tür eines Linienbusses würde das Handy beim Ein- und Aussteigen erkennen und den Nutzer identifizieren. Von einer Prepaidkarte würde dann automatisch der Fahrpreis abgebucht. Denkbar sind auch Entertainment-Anwendungen: So könnten in Konzertplakaten Chips integriert sein, die bei Annäherung des Handys Daten übertragen, etwa Tourneedaten, Kartenpreise oder Internetlinks. Der Nutzer könnte die Tickets dann gleich per Handy kaufen.
Handy als Schreibstift: Eine ausgeklügelte Optik setzt die Handbewegungen um
MSiemens-Entwickler haben ein Handy in Form eines Stifts gebaut, mit dem Texte oder Nummern per Hand geschrieben werden können ideal etwa für Personen, denen das Eintippen von SMS zu mühsam ist. Das PenPhone wird wie ein Füller oder Kugelschreiber verwendet. Die spezielle Erfassungsoptik macht das Schreiben normaler Buchstaben auf nahezu jeder glatten Fläche möglich, anders als bei manchen Organizern, die auf ihren Touchscreen-Displays nur eine spezielle Zeichenschrift erkennen. Die Schreibfunktion wird aktiviert, sobald der kleine Knopf an der Spitze des Stifts eine Oberfläche berührt. Dann nimmt eine winzige Infrarotkamera ungefähr 100 Bilder pro Sekunde als grobes Pixelmuster auf, das sich bei jeder Bewegung des Stifts verändert. Das System erkennt aufgrund der hohen Abtastrate in Echtzeit, wo sich die Spitze relativ zum Startpunkt befindet. Aus den Koordinaten berechnet die Software die Buchstaben, die auf dem Display erscheinen und über den Lautsprecher ausgegeben werden. Das Triband-Handy ist 14 cm lange und misst 2 cm im Durchmesser. Es besitzt zudem eine Bluetooth-Schnittstelle für den Kontakt zu einem Handheld-Computer oder einem Headset.
Die Weltwirtschaft befindet sich in einem radikalen Wandel. Globale Märkte mit enormem Wettbewerbsdruck entstehen, Informations-, Kommunikations- und Biotechnologien setzen die Trends überleben werden nur Firmen, die mit neuen Ideen die Zukunftsentwicklungen vorantreiben. Wie sie dazu vorgehen müssen, beschreibt Georg Berners Buch "Management in 20XX".
Zu beziehen über den Buchhandel, ISBN 3-89578-230-0 (37,90 ) oder über bestellung@wiley-vch.de sowie über books.publicis-erlangen.de
Werden sich in 25 Jahren Computerchips selbst reparieren? Werden wir in 50 Jahren elektronische Intelligenz in unsere Körper implantieren? Werden in 100 Jahren Roboter allgegenwärtig sein und sich eigenständig fortpflanzen? Und werden wir in 500 Jahren den Mars zur Besiedelung freigeben?...
Derartige, nicht immer ernst gemeinte Überlegungen stehen am Beginn eines neuen Buchs, das den Blick dafür öffnen will, was die Zukunft für uns bereit hält und was wir tun können, um in der Welt von morgen zu bestehen. Dem Autor Georg Berner geht es allerdings keineswegs darum, mehr oder weniger sinnvolle Utopien zu diskutieren, sondern er nutzt diese Visionen nur als Einstieg in eine detaillierte und sachkundige Beschreibung technologischer Trends der nächsten Jahre und Jahrzehnte von der Materialentwicklung bis zur Informations- und Kommunikationstechnologie, vom Internet bis zur Biotechnologie. Berner, der derzeit im Executive Office des Siemens-Zentralvorstands für Information und Kommunikation arbeitet, ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Zukunftsforschung: Er leitete bei Siemens Corporate Technology das Innovationsfeld für Information und Kommunikation und war einer der Wegbereiter bei der Entwicklung der strategischen Zukunftsplanung von Siemens, die heute unter dem Namen "Pictures of the Future" bekannt ist.
Techniktrends und Alltagsleben. Doch Berner konzentriert sich in seinem Buch keineswegs nur auf technologische Trends, denn er hat in seinem Berufsleben auch Erfahrungen im Vertrieb und als Leiter einer weltweiten Marketingabteilung gesammelt. Berner weiß daher genau, dass nur eine ganzheitliche Betrachtung gewährleistet, dass die Vorstellungen von der Zukunft, die sich ein Unternehmen macht, den realen Entwicklungen nahe kommen. Daher diskutiert er auch, wie die technologischen Trends die Lebensräume der Menschen beeinflussen und umgekehrt: Welche Auswirkungen gibt es auf unser Zuhause und unsere Freizeitgestaltung, wie werden künftig Güter und Personen transportiert, wie verändern sich die Arbeitsplätze und das Lernverhalten, wie sehen die Gesundheitsversorgung und der Umweltschutz von morgen aus all diese Fragen untersucht Berner im Detail, bis hin zur Entwicklung des Rollen- und Kommunikationsverhaltens der Menschen sowie des starken Einflusses von Gefühlen und unterschwelligen Bedürfnissen.
Nutzen für Manager. Das Buch hieße allerdings nicht "Management in 20XX", bliebe Berner bei der Beschreibung von Zukunftstrends stehen. Die für Manager entscheidenden Fragen werden in der zweiten Hälfte des Buches beantwortet: Was bedeuten all diese Entwicklungen für mein Unternehmen? Was muss ich tun, welche Strategien muss ich entwickeln, wie muss ich die Prozesse und Strukturen in meiner Firma anpassen, um die Zukunft erfolgreich mitgestalten zu können?
Hier beschreibt Berner als Unternehmensstratege theoretisch fundiert und sehr konkret alle Maßnahmen von der Portfolio-, Markt- und Kundenanalyse bis zur operativen Umsetzung, dem Projektmanagement, den Führungsstrukturen, den externen Partnerschaften sowie den nötigen Innovations-, Produktions- und Logistikprozessen. Dass sich die Spielregeln der Märkte ändern, ist offensichtlich, denn immer mehr bestimmen Zeit und Wissen den globalen Wettbewerb. Der Trend geht hin zu offenen und vernetzten Strukturen und zu einer Arbeitswelt, die von mehr Flexibilität und Eigenverantwortung geprägt ist.
Entscheidungshilfe für Manager. Das Ziel von Berners Buch ist die ganzheitliche Darstellung einer Welt im Umbruch und der Implikationen, die sich daraus für Unternehmer ergeben und das ist ihm gelungen. "Das Buch liefert für alle Entscheider nicht nur in Unternehmen einen Fundus an neuen Ideen, Strategien und Denkweisen. Es wird sicher nicht nur bei Marketing-, Vertriebs- oder Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eine breite Leserschaft finden", schreibt Prof. Claus Weyrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und Leiter von Corporate Technology, im Vorwort.
Ulrich Eberl