Klaus Wucherer
Prof. Dr.-Ing. Klaus Wucherer ist Mitglied des Zentralvorstands der Siemens AG und verantwortet unter anderem das Business-Excellence-Programm top+
Auch oder gerade in Zeiten, in denen das Marktumfeld schwierig ist, bleibt ein Wahlspruch kluger Unternehmer nach wie vor gültig: Innovationen haben immer Konjunktur egal, ob es darum geht, die Kosten zu senken, den Umsatz zu steigern oder höhere Renditen zu realisieren. Wer heute nicht zur richtigen Zeit mit einem neuen Produkt am Markt erscheint, wird härter bestraft als je zuvor. Dazu kommen Herausforderungen wie die globale Präsenz bei gleichzeitiger Bedienung der lokalen Marktanforderungen oder auch der enorme Wettbewerbsdruck etwa von Unternehmen aus China, die nicht nur ihre Kostenvorteile, sondern auch ein sehr gutes Ausbildungsniveau in die Waagschale werfen können.
Die Ausgangsposition von Siemens in diesem schwierigen Umfeld ist hervorragend. Innovationen waren schon immer einer der Eckpfeiler unseres Erfolgs und sind dementsprechend in der Unternehmenskultur verankert. Im Geschäftsjahr 2002 investierte Siemens 5,8 Mrd. in Forschung und Entwicklung, 53 100 Mitarbeiter arbeiten unmittelbar an unserer Innovationskraft, und im Patent-Ranking belegen wir in Deutschland, Europa und den USA stets Spitzenpositionen.
Doch Innovationen strategisch voranzutreiben und in Geschäftserfolge umzusetzen, erfordert stete Anstrengungen auf allen Ebenen. Man muss sich immer wieder die Fragen stellen: Haben wir die richtigen Vorgehensweisen, um Trends nicht nur zu erkennen, sondern auch zu setzen? Nutzen wir die Synergien ausreichend, die ein so breit aufgestelltes Unternehmen bietet? Setzen wir unsere Ressourcen effizient ein? Ist das Projektmanagement straff genug von der ersten Idee bis zur Vermarktung? Und haben wir genügend "innovationsbegeisterte" Führungspersönlichkeiten?
Siemens hat für all dies nicht nur die Methode der Pictures of the Future entwickelt. Im Rahmen unseres Business-Excellence-Programms top+ nutzen wir eine Vielzahl erprobter Werkzeuge zur Stärkung unserer Innovationskraft, beispielsweise das top+ Trendsetting oder das top+ Innovation Benchmarking, mit dem sich die eigene Innovationsfähigkeit an den besten Wettbewerbern messen lässt. Mit Hilfe eines so genannten Innovationsradars erkennen wir Verbesserungspotenziale und entwickeln neue Lösungsansätze, so etwa bei bereichsübergreifenden Kooperationen, beim Wissensmanagement, bei Ideenentwicklung und -bewertung oder der Motivierung und Förderung von Mitarbeitern.
Dass wir darüber hinaus auch internationale Netzwerke zu knüpfen verstehen, zeigt beispielsweise die Kooperation mit der renommierten Tsinghua-Universität in Peking und zweifellos belegen die Schwerpunkte dieses Hefts, Materialforschung, Sicherheitstechnologien und Vorsorgemedizin, dass Siemens-Innovationen dank all dieser Maßnahmen nach wie vor Weltspitze sind.