Als Spezialistin für die Bilddarstellung bei Magnetresonanz-Tomographen arbeitet Li Pan an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden. Ihr Arbeitsplatz befindet sich auf dem Campus der Johns Hopkins Institute, einer Elitehochschule für Medizin in Baltimore, USA.
Als Li Pan überlegte, welches Studium gute Zukunftsaussichten bietet, entschied sie sich für das damals noch relativ neue Fach Biomedizintechnik – und sie wurde an der Tsinghua Universität in Peking angenommen, die als eine der besten technischen Universitäten Chinas gilt. „Ich war glücklich, einen Studienplatz an meiner Traumuniversität bekommen zu haben. In meine Schreibtisch platte war seit meiner Kindheit ‚Tsinghua’ ein geritzt“, erinnert sich die heute 38-Jährige. Nach dem Masterabschluss bewarb sie sich für einen Platz im Promotionsstudiengang an der Johns Hopkins Universität in den USA.
„An der Tsinghua-Universität hatte ich viel gelernt, aber noch fehlte mir eine medizinische Ausbildung. Dafür hat Johns Hopkins den besten Ruf“, sagt sie. Die Fakultät für Biomedizintechnik hatte bis dahin darauf bestanden, alle Bewerbungsgespräche auf dem John Hopkins Campus zu führen, doch für sie machte man eine Ausnahme und führte das Interview am Telefon. „Ich war die erste Chinesin, die direkt aus China für den Promotionsstudiengang angenommen wurde“, freut sich Li Pan noch heute.
1999 ging Li Pan in die USA und promovierte dort über die Anwendung der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) bei Herz-Kreislaufuntersuchungen. Im Jahr 2006 schloss sie sich Siemens
Corporate Research an und begann mit ihrer Arbeit an der medizinischen Fakultät der Johns Hopkins Universität – als Forscher in im Zentrum für angewandte bildgebende Systeme von CT
und Siemens Healthcare. Damals hatte Siemens gerade ein Kooperationsprogramm mit der Eliteuniversität gestartet. „Ich musste nur vom vierten Stock des Johns Hopkins Outpatient Center in den dritten Stock ziehen und wurde statt Siemens-Kundin nun Siemens-Mitarbeiterin.“ Seitdem arbeitet sie im Rahmen der Kooperation an MR-Anwendungen, etwa für den Einsatz von MR bei Krebserkrankungen oder für minimal-invasive Eingriffe.
Außerdem leitet Li Pan Forschungsarbeiten, bei denen es darum geht, mit Hilfe eines MRT den Katheter in Echtzeit zu verfolgen und zu überwachen, während er sich durch den Körper eines Patienten bewegt. Darüber hinaus ist Li Pan für die Forschung und Zusammenarbeit medizinischer Forschungseinrichtungen mit Siemens Healthcare zuständig.
Nach vier Jahren bei Siemens zieht Li Pan eine rundum positive Bilanz: „Ich schätze die offene Atmosphäre zwischen uns Forschern und den tollen Teamgeist. Mit einer führenden Forschungsklinik zu arbeiten bietet enorme Möglichkeiten, Ideen zu entwickeln und zu testen.Wir tauschen uns jeden Tag mit klinischen Mitarbeitern und Forscherkollegen aus und sind daher ganz nah an den klinischen Bedürfnissen dran“. Ihr Forschungsgebiet erlebt einen regelrechten Boom, und so beschreibt Li Pan ihre Arbeit als herausfordernd:„Jeden Tag stehen wir vor Problemen, für die es keine Standardlösung gibt. Spannender kann mein Job eigentlich gar nicht sein.“ Ihre knappe Freizeit widmet sie ihrem Mann, der ebenfalls ein chinesischer Absolvent der Johns Hopkins Universität ist, und dem gemeinsamen kleinen Sohn.