Das von Dr. Wendelin Feiten erfundene Einweisungssystem navigiert Lkws in Frachthäfen zentimetergenau auf die richtige Position zum Entladen. Mittels 3D-Lasermessungen und einer von Feiten entwickelten Software erkennt das Einweisungssystem die Abmessungen des Lkw und gibt Signale, an welcher Stelle der Fahrer halten muss. Feitens Spezialgebiet sind mathematische Modellierungen.
Wie bekomme ich hier mehr Strom heraus? Über diese Frage grübeln viele Forscher, die Verfahren zur elektrischen Energiegewinnung entwickeln. Sie zu lösen ist eine Spezialität von Dr. Harald Landes (57). Er analysiert, wie physikalische Prozesse in den verwendeten Materialien ablaufen, zum Beispiel, wo der Strom genau verloren geht. Außerdem hat er verschiedene Verfahren zur Wärmerückgewinnung bei industriellen Prozessen entwickelt. Seine Erfindungsmeldungen sind deswegen den „grünen“ Technologien zuzuordnen.
Auch die Erfindungen für den Keramikaufbau von Hochtemperaturbrennstoffzellen zählen zu diesen grünen Technologien. Landes, der an der Universität in Erlangen Physik studiert hat und nach seiner Promotion 1985 bei Siemens seine berufliche Laufbahn startete, hat mit mehreren Erfindungen die Leistungsfähigkeit von Brennstoffzellen steigern können. Beispiele sind Kathoden mit mehrschichtigem Aufbau, mit Kontaktvermittlungsschichten und Verdampfungsschutzschichten auf den Stromsammlerplatten. Landes analysierte, welche Zusammensetzungen und Abmessungen die verschiedenen Materialschichten haben müssen, damit die elektrische Energie möglichst verlustfrei freigesetzt wird. Außerdem wirkte er an der Entwicklung von neuartigen Anoden mit, die die Umwandlung von Erdgas in den eigentlichen Brennstoff Wasserstoff direkt in der Zelle erlauben und dazu die Abwärme in der Zelle nutzen. Dies erhöht die Effizienz einer Brennstoffzelle wesentlich, da die Umwandlung von Erdgas in Wasserstoff normalerweise viel zusätzliche Energie kostet. Hochtemperaturzellen können in der dezentralen Energieversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung und Erdgas als Brennstoff eingesetzt werden und erreichen dort im Kilowatt- bis Megawatt-Bereich höhere Wirkungsgrade als konventionelle Anlagen.
Das von Dr. Wendelin Feiten erfundene Einweisungssystem navigiert Lkws in Frachthäfen zentimetergenau auf die richtige Position zum Entladen. Mittels 3D-Lasermessungen und einer von Feiten entwickelten Software erkennt das Einweisungssystem die Abmessungen des Lkw und gibt Signale, an welcher Stelle der Fahrer halten muss. Feitens Spezialgebiet sind mathematische Modellierungen. Er arbeitet bei Siemens Corporate Technology in München.
Einen großen Beitrag zum Umweltschutz könnten zukünftig auch Erfindungen von Landes leisten, die den Hochofenbetrieb betreffen. Bei der Verhüttung von Erz entsteht Schlacke, die zu so genanntem Hüttensand, einem Ausgangsprodukt für die Herstellung von Zement, weiterverarbeitet wird. Auf konventionelle Weise wird die flüssige Schlacke mit Wasser abgeschreckt und zerfällt in ein Granulat. Dieses Verfahren wird Nassgranulation genannt. Es hat den Nachteil, dass die Hochtemperaturabwärme aus dem Verhüttungsprozess ungenutzt bleibt und das Granulat mit zusätzlicher Energie getrocknet werden muss. Landes Erfindungen betreffen die Weiterentwicklung eines sogenannten Trockengranulators mit Abwärmenutzung, damit dieser so platzsparend gebaut werden kann, dass er unmittelbar am Hochofen zu installieren ist. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für dessen Einsetzbarkeit. Die Betriebseinstellungen der Maschine müssen dazu dem aktuellen Zustand der Hochofenschlacke angepasst werden, damit sich keine Krusten bilden. Deshalb gehört zu der Anlage ein berührungsfreies Verfahren zur Online-Messung der physikalischen Eigenschaften der Schlacke, das die Maschine steuert.
Die jüngsten Erfindungen von Landes, der bei Corporate Technology im Technologiefeld Energy Conversion and Environment in Erlangen tätig ist, betreffen elektrochemische Verfahren zur Energiespeicherung bis in den Bereich von Megawattstunden, vom besonders langlebigen Doppelschichtkondensator bis zur umweltfreundlichen Großbatterie. Insgesamt hat Landes 38 Erfindungen gemacht, die bisher zu 32 erteilten Einzelpatenten und 34 Schutzrechtsfamilien führten.
Die Arbeit des Erfinders hat sich von seinem ursprünglichen Forschungsgebiet auf der Universität, der theoretischen Physik von Neutronensternen, sehr weit entfernt. „Ich stellte fest, dass ich da nur an wenigen Orten arbeiten könnte und wandte mich der Katalyseforschung zu“, erzählt Landes. Seine Promotion befasste sich mit physikalisch-chemischen Prozessen an Oberflächen. „Mir macht es Freude, an physikalischen Problemen zu knobeln. Und ich habe das sehr große Glück, dass ich diese Neigung in der Energie- und Umwelttechnik ausleben darf, auf Gebieten, die für mich persönlich sehr wichtig sind.“
Auch in seiner Freizeit bearbeitet Landes schwieriges Terrain: Eines seiner Hobbys ist die Bewirtschaftung eines Bergwaldes. Die Arbeit in der Natur bildet für ihn einen entspannenden Ausgleich zur Kopfarbeit des Erfinders. Landes lebt mit seiner Frau und den fast erwachsenen Töchtern in der Nähe von Nürnberg.