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SIEMENS

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Dr. Ulrich Eberl
Herr Dr. Ulrich Eberl
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Ein Modell für die Zukunft: Das preisgekrönte Plusenergiehaus von Studenten der Universität Budapest – inklusive Steuerungssystem für Jalousien, Heizung und Kühlung.

Licht, Luft, Laune

Siemens setzt auf enge Zusammenarbeit mit Universitäten und fördert Projekte finanziell und mit Know-how – zum Beispiel die Arbeit von Studenten der Universität Budapest für Technologie und Wirtschaft. Ihr Plusenergiehaus gewann im internationalen Wettbewerb Solardecathlon gleich mehrere Preise.

Ein Modell für die Zukunft: Das preisgekrönte Plusenergiehaus von Studenten der Universität Budapest – inklusive Steuerungssystem für Jalousien, Heizung und Kühlung.

Ente wird zum Elektrorenner

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Mit Hightech und Sportlichkeit hat der Citroën-Klassiker 2CV, auch als „Ente“ bekannt, bisher eher keine Schlagzeilen gemacht. Doch das könnte sich ändern. Im Wettbewerb Electric Sports Car Build-Off (ESCBO), der im Oktober 2012 von Siemens Niederlande initiiert wurde, verwandeln junge Forscherteams aus vier Universitäten und drei Unternehmen in den Niederlanden das Nostalgiefahrzeug in einen Sportwagen mit Elektroantrieb. Im Juni 2013 werden sie die Ergebnisse präsentieren. Allen Teams steht ein Bausatz zur Verfügung, der das 2CV-Chassis und Zubehör enthält, wie etwa die Federung, Lenkung und Spoiler. Die Bausätze sind eine Spende des niederländischen Sportwagenherstellers Burton. Siemens berät die Teams und hilft zudem mit einem digitalen Werkzeug bei Planung und Bau des Elektromobils: Die PLM-Software unterstützt bei Planung und Bau des Elektromobils. So gerüstet können die jungen Forscher ihre Kreativität ganz dem Elektromotor inklusive Antriebsstrang und Stromspeicher widmen. Eine Jury, besetzt mit Fachleuten von Universitäten, aus der Autobranche und von Siemens, wird den Innovationsgrad und die Qualität der Teamarbeit beurteilen. Auch Sicherheit, Reichweite und Energieverbrauch der E-Mobile fließen in die Bewertung ein. Die Fahrzeuge müssen zudem zulassungsfähig sein. Nach dem Wettbewerb werden alle Elektrosportwagen auf Roadshows und anderen Veranstaltungen präsentiert. Sollten sie gar für eine Kleinserie taugen, brauchen sich die Erfinder um den Absatz nicht zu sorgen. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse einer Umfrage des niederländischen Meinungsforschungsinstitut Direct Research hin: Danach gehen fast drei Viertel aller 18- bis 30-jährigen Niederländer davon aus, dass Elektroautos in zehn Jahren allgemein akzeptiert sein werden.

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Zwischen den historischen Backsteingebäuden der Universität Budapest wirkt dieses Haus wie von einem anderen Stern: Es ist eingeschossig, schwarz und hat die Grundfläche eines Trapezes. An der längsten, nach Süden orientierten Seite lassen bodentiefe Glasschiebetüren in lichtdurchflutete, luftige Räume blicken. Eine große Terrasse und eine lange, freistehende und ebenfalls schwarze Wand gehören ebenso zum eigenwilligen Ensemble. Das Haus ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein kleines Energiewunder: Es erzeugt allein aus Sonnenlicht im Jahresmittel fast zweimal so viel nutzbare Energie wie es selbst benötigt.

Rund 70 Studenten haben am Gebäude mitgewirkt. Im September 2012 zählte ihr Haus beim internationalen Wettbewerb Solardecathlon in Madrid gleich in mehreren der zehn Disziplinen zu den Besten. „An diesem Projekt haben wir zwei Jahre lang intensiv gearbeitet“, sagt Adrian Auth. Neben Architekturstudenten wie Auth waren auch angehende Bauingenieure, Elektrotechniker, Innendesigner sowie Management- und Marketingexperten beteiligt. Sie tauften ihr Projekt „ODOO“, nach dem ungarischen Wort für Unterschlupf oder Höhle. Siemens war Hauptsponsor und übernahm mit rund 200.000 Euro 30 Prozent der Gesamtkosten.

Schon seit Jahren bestehen enge Kontakte zwischen Unternehmen und Universität. Dr. László Ludvig, Leiter des Sektors Infrastructure and Cities bei Siemens Ungarn ist bei einem der jährlichen Treffen eher zufällig auf das Solarhaus-Projekt gestoßen. „Wir haben gleich gesehen, dass die Studenten mit ihrem Projekt viele Ziele verfolgen, die auch für uns wichtig sind, allen voran natürlich die Energieeffizienz“, sagt er.

Zugriff via Smartphone. So stecken im Solarhaus unter anderem Siemens-Systeme, mit denen sich die komplette Haustechnik, von der Beleuchtung über Jalousien bis zur Heizungs- und Klimaanlage, steuern lässt, so dass so wenig Energie wie möglich verbraucht wird. Ein Zugriff via Smartphone ist jederzeit möglich. „Wir haben aber nicht nur Technik zur Verfügung gestellt und waren als Sponsor im engen Sinn aktiv, sondern haben die Studenten auch beratend unterstützt“, betont Ludvig. Auch die Osram AG half mit Know-how und energieeffizienten LED-Leuchten.

„Die bodentiefen Fenster der Südfassade und die schwarze Farbe sorgen für besonders hohe passive Solarerträge“, sagt Auth. Klassische Solarzellen auf dem Dach und Dünnschichtmodule an der Südseite der Wand des Außenbereiches verwandeln Sonnenlicht in Strom. „Insgesamt macht das Haus, wenn es in Ungarn oder Spanien steht, im Jahr rund 10.500 beziehungsweise 13.500 Kilowattstunden Sonnenenergie nutzbar”, erklärt Auth. “Es verbraucht aber nur knapp 6.000 Kilowattstunden".,

Nur im Winter müssen die Bewohner mitunter Strom aus dem Elektrizitätsnetz beziehen. In den sonnigeren Jahreszeiten speist das Haus dafür Stromüberschüsse ins Netz. Damit sich das schwarze Haus im Sommer nicht zu sehr aufheizt, haben die Studenten die Solarmodule auf dem Dach mit einer solaren Kühlung kombiniert. Davon profitiert auch die Photovoltaik, die bei hohen Temperaturen sonst an Effizienz verliert. Für die Photovoltaik stellte Siemens unter anderem Schutzschalter zur Verfügung und Monitoringsysteme, die den solaren Ertrag und den Verbrauch in Echtzeit anzeigen.

Ein Energiemanagement sorgt für eine effiziente Abstimmung von Stromproduktion und -verbrauch und auch dafür, dass die Waschmaschine läuft, sobald die Sonne die Stromproduktion ordentlich ankurbelt. Die vernetzten Haushaltsgeräte stammen von BSH (Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH).

Preisgekrönter Unterschlupf. Die Arbeit hat sich gelohnt: Das ODOO-Team errang beim Solardecathlon in drei Kategorien Podiumsplätze. Eine „Silbermedaille“ erhielt es in den Kategorien Engineering und Konstruktion sowie Komfort. Temperatur, Luftqualität, Akustik und Beleuchtung, so hieß es, sorgten „für ein wahres Wohlfühlambiente“. Einen dritten Platz gab es in der Kategorie Energiebilanz. Insgesamt erreichte das Team unter 18 internationalen Mitbewerbern den sechsten Platz und nahm zu guter Letzt noch drei Ehrenpreise für Nachhaltigkeit, Beleuchtung und Innendesign mit nach Hause.

Der Wettbewerb wurde vor elf Jahren vom Energieministerium der USA ins Leben gerufen, um zu zeigen, was sich mit regenerativer Energie schon heute umsetzen lässt und welchen Komfort Häuser bieten, die auf grüne Hightech setzen. An dem Wettbewerb können Studententeams aus allen Fachhochschulen und Universitäten der Welt teilnehmen. Bewertet wird die Leistung in zehn Disziplinen, von „Architektur“, über „Energiebilanz“ bis zu „Kommunikation“. Ein bilaterales Abkommen zwischen den USA und Spanien brachte den Wettbewerb vor zwei Jahren nach Europa. Seither wird er im Wechsel mit den USA alle zwei Jahre in Madrid ausgetragen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Siemens sich als Sponsor an einem Wettbewerbshaus beteiligt. Auch das „Lumenhaus“ der US-amerikanischen Hochschule Virginia Tech ist mit Siemens-Technik und -Know-how gespickt. Beim Solardecathlon 2010 errang es den ersten Platz. Seither wurde es schon mehrfach an prominenten Orten ab- und wieder aufgebaut, zum Beispiel auf dem Times Square in New York, in Washington und Chicago. Auch das ODOO-Haus hat das Zeug zum Besuchermagneten und konnte nicht nur auf dem Ausstellungsgelände in Madrid viele Menschen begeistern. Künftig möchte die Universität das Haus unter anderem für Lehrveranstaltungen und als Demonstrationsobjekt nutzen. Und Siemens wird einmal monatlich unter anderem Innendesigner, Baufirmen und Elektroinstallateure zu Workshops in das preisgekrönte Haus einladen.

Andrea Hoferichter